Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 19. Januar 2016 (*cli*) Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) veröffentlicht neun Roadmaps, die im Rahmen der Innovationsallianz „Lithium Ionen Batterie (LIB2015) entwickelt wurden. Das Fraunhofer ISI kommt zu dem Schluss, dass auf Grundlage von optimierten Lithium-Ionen-Batterien bis 2050 weltweit eine elektrifizierte Mobilität möglich ist. Projektleiter Axel Thielmann betont dennoch, die große Zeitspanne die bis zu dieser Entwicklung vergehen wird. Er weist darauf hin, dass die Elektromobilität noch am Anfang einer weiten Verbreitung steht.

 

In den kommenden Jahren werden kostenoptimierte Elektrofahrzeuge lediglich für bestimmte Zielgruppen und Einsatzfelder interessant sein. Eine verbesserte Batterietechnologie und ein verbesserter Energieverbrauch können es bis 2030 ermöglichen kostenoptimierte Fahrzeuge zu entwickeln, die die Reichweite konventioneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor erreichen und sich in kurzer Zeit „auftanken“ lassen. Es ist daher zwischen 2030 und 2050 möglich einen kompletten Wechsel zur Elektromobilität zu schaffen. Laut Projektleiter Axel Thielmann sind in den kommenden Jahren weiter intensive FuE-Fördermaßnahmen nötig. Monetäre Anreize für die Käufer von Elektroautos sind erst zwischen 2020 und 2030 zu setzen, da dann die Kosten für die Fahrzeuge weiter gesunken sind und so für die gesamte Bevölkerung attraktiv werden.

Auch bei stationären Anwendungen können durch die Kostenoptimierung und den parallel dazu verlaufenden Ausbau der erneuerbaren Energien ab spätestens 2030 große Marktpotenziale zum Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien erschlossen werden. Der Wunsch nach Autarkie führt dazu, dass ihr Einsatz bereits heute auf lokaler und Verteilnetz-Ebene zunimmt. In Privathaushalten werden derzeit zur Eigenbedarfsoptimierung dezentrale, netzgekoppelte Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt.

In den Roadmaps werden daher neben der Nutzung von Lithium-Ionen-Batterien in der Mobilität auch ihre Nutzungsmöglichkeiten im Bereich von stationären Anwendungen aufgegriffen. In diesem Bereich besteht jedoch, je nach Speichergrößenklasse,
Lade-/Entladezeit und Anwendungsfall, eine potenzielle Konkurrenz zu verschiedenen elektrochemischen und weiteren Energiespeichern.

Auf lange Sicht können evtl. Technologien wie die Lithium-Schwefel- oder die Feststoffbatterie bessere Energiedichten und damit höhere Reichweiten bzw. Kostenreduktionen erreichen. Nach 2030 könnten diese Technologien in großtechnischem Maßstab realisierbar sein, dann könnten sie auch die Lithium-Ionen-Batterie schrittweise ablösen.

Im Rahmen einer BMBF- geförderten Begleitmaßnahme unter Batterie 2020 des Fraunhofer ISI in Kooperation mit dem Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien e.V. (KLiB) sowie dem Batterieforschungszentrum Münster Elektrochemical Energy Technology (MEET) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wird das Roadmapping und internationale Monitoring weitergeführt, aktualisiert und vertieft.

Die vollständigen Roadmaps finden Sie unter: http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/t/projekte/at-lib-2015-roadmapping.php


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