Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 28. Oktober 2014 * (cli) * Im September wurden die Ergebnisse zur Studie „eMobil2050“ des Öko-Instituts veröffentlicht. Diese betrachtet Szenarien zum möglichen Beitrag des elektrischen Verkehrs zum langfristigen Klimaschutz. Das Vorhaben wurde mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Zeitraum 2011 bis 2013 durchgeführt. Der Klimaschutz erfordert bis 2050 eine Minderung der globalen Treibhausgasemissionen. Damit diese Ziele erreicht werden, müssen in Deutschland vor allem die Emissionen um 80 bis 95 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Dies ist im Verkehrssektor nur bei einem starken Einsatz von alternativen Antrieben und Kraftstoffen realisierbar. Elektromobilität ist dabei von besonderer Bedeutung. Die zunehmende Elektrifizierung hat aber auch Auswirkungen auf die Stromnachfrage und somit den Energiesektor. Bis 2030 ist mit einer hohen Bedeutung der E-Mobilität zu rechnen. Die Studie eMobil 2050 untersucht nun die möglichen Auswirkungen einer zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrs auf die Klimaschutzziele bis 2050.

Es werden zwei Szenarien angenommen: Bei „Grenzenlos eMobil“ wächst die Verkehrsnachfrage und die Treibhausgasminderung wird durch einen Technologiewandel bewirkt. In „Regional eMobil“ gibt es stärkere Änderungen im Verkehrsverhalten und das Ziel wird durch eine Reduktion der Verkehrsleistung erreicht.

Zentrale Ergebnisse der Studie sind:

• Während der elektrische Verkehr bis 2030 mengenmäßig noch moderate Auswirkungen auf den Strommarkt hat, wird der Verkehr bis zum Jahr 2050 zu einem zentralen Stromnachfrager

• Die direkten Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors können bei einem hohen Anteil elektrischer Fahrzeuge bis zum Jahr 2050 um über 80 % reduziert werden. Ohne den zusätzlichen Ausbau Erneuerbarer Energien entstehen jedoch zusätzliche Emissionen bei der Stromerzeugung

• Der zusätzliche Bedarf an Erneuerbare Energien-Kapazitäten für die Stromnachfrage des Verkehrs geht über gängige Erneuerbare Energien-Ausbauszenarien deutlich hinaus. Nicht genutzte EE-Überschüsse können die zusätzliche Nachfrage nur sehr begrenzt befriedigen.

• Die gesamten Treibhausgasemissionen von Verkehrs- und Stromsektor können bei einer Bereitstellung zusätzlicher EE-Kapazitäten gegenüber 1990 um über 90% bis 2050 gesenkt werden. Ohne zusätzlichen EE-Ausbau sinkt die Minderungsleistung beider Sektoren auf etwa 85%

• Verbleibende, durch elektrische Fahrzeuge nicht integrierbare, erneuerbare Energien könnten durch die flexible Produktion von strombasierten Kraftstoffen genutzt werden

• Eine starke Elektrifizierung kann den Endenergiebedarf des Verkehrs bis zum Jahr 2050 deutlich über die bestehende Zielsetzung der Bundesregierung von 40% hinaus reduzieren.

• Die verstärkte Fokussierung auf Verkehrsvermeidung und -verlagerung ermöglicht eine stärkere Minderung des Endenergiebedarfs und würde somit den Ausbaubedarf für Erneuerbare Energien reduzieren.

Weitere Informationen und die Studie selbst finden Sie unter: http://www.oeko.de/oekodoc/2114/2014-670-de.pdf


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