Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 21. August 2014 * (cli) * Biokraftstoffe finden in Deutschland ihren Markt vor allem durch die Pflicht zur Beimischung zu Benzin- und Diesel-Kraftstoff. Die Pflichtquote liegt zur Zeit bei 6,25 %. Ausschlaggebend ist der Heizwert des Biokraftstoffes, also der Energiegehalt. Das jetzige System beinhaltet mit der Nachhaltigkeitsverordnung einen Mindeststandart für die Treibhausgasreduzierung und den Schutz von Natur und Umwelt. So sind Rohstoffquellen wie Primärwälder zur Gewinnung tabu. Zusätzlich ist eine Mindesttreibhausgaseinsparung von 35% vorgegeben und es werden gewisse Biokraftstoffe doppelt angerechnet, die aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt werden.

Ab nächstem Jahr gilt nicht mehr eine verpflichtende Biokraftstoffquote von 6,25% (Energie) sondern von 3,5 % Treibhausgasminderung. Entscheidend ist dann nicht der Energiegehalt des Biokraftstoffes, sondern die rechnerisch nachgewiesene Treibhausgaseinsparung. Damit werden Biokraftstoffe mit einer hohen THG-Minderung bessergestellt. Rechnerisch ergeben die 3,5 % Treibhausgasminderung eine energetische Quote von 6,25 %, sobald die Treibhausgasminderung des Biokraftstoffes bei 0,56 also 56% liegt. Dies entspricht auch in etwa der tatsächlichen Treibhausgasminderungsquote.

Durch die Umstellung ist davon auszugehen, dass in Deutschland vermehrt Biokraftstoffe beigemischt werden, die eine hohe Minderungsquote haben. In Deutschland gibt es dann auch keine Doppelanrechnung von z.B. abfallbasierten Biokraftstoffe mehr. Diese werden nun eher in Ländern wie Italien oder Frankreich abwandern, die weiterhin "double counting" betreiben.

Die THG-Quoten werden nach folgendem Stufenplan in den nächsten Jahren nochmals angepasst und betragen dann:

ab 2015: 3,50 Prozent
ab 2017: 4,00 Prozent
ab 2020: 6,00 Prozent

 


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