Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


KWKG

Das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz - KWKG) in der aktuell gültigen Fassung trat am 01.01.2016 in Kraft. Ziel des Gesetzes ist die Steigerung der Nettostromerzeugung aus KWK-Anlagen auf 110 Terawattstunden (TWh) bis zum Jahr 2020 und auf 120 TWh bis zum Jahr 2025.

Erreicht werden soll dies durch

  • die Verpflichtung zur vorrangigen Abnahme von KWK-Strom aus KWK-Anlagen durch die Netzbetreiber
  • die Zahlung von Zuschlägen für den KWK-Strom (ausgenommen: Kohle) durch die Netzbetreiber
  • die Förderung des Neu- und Ausbaus von Wärme- bzw. Kältenetzen, in die Wärme bzw. Kälte aus KWK-Anlagen eingespeist wird
  • die Förderung von Wärme- bzw. Kältespeichern, in die Wärme bzw. Kälte aus KWK-Anlagen eingespeist wird

Zuschläge für den KWK-Strom

Der Betreiber einer im Geltungszeitraum des Gesetzes neu in Betrieb gegangenen, modernisierten oder nachgerüsteten Anlage erhält für den ins Netz eingespeisten KWK-Strom einen mit dem Netzbetreiber oder einem Dritten vereinbarten Preis, meist den "üblichen Preis". Bei einer installierten Leistung der Anlage von über 100 kW muss er den Strom direkt vermarkten.

Darüber hinaus steht ihm ein leistungsabhängiger KWK-Zuschlag für den eingespeisten Strom zu, bis zu einer installierten Leistung von 100 kW auch für den eigengenutzten Strom. Gemäß § 61 EEG 2014 muss für eigengenutzten Strom eine anteilige EEG-Umlage i. H. v. derzeit 35 % (ca. 2,2 Cent/kWh), ab 2017 40 % (ca. 2,5 Cent/kWh) gezahlt werden. Generelle Voraussetzung für die Zuschlagszahlung ist, dass die KWK-Anlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle (BAFA) zugelassen worden ist.

Neuanlagen erhalten den Zuschlag bis einschließlich einer installierten Leistung von 50 kW für 60.000 Vollbenutzungsstunden (Vbh), bei einer Leistung über 50 kW für 30.000 Vbh. Seine Höhe ist nach Leistungsanteilen gestaffelt (siehe nachfolgende Tabelle):

Leistungsanteil

≤ 50 kW

≤ 100 kW

≤ 250 kW

≤ 2000 kW

> 2000 kW
Zuschlag für eingespeisten
Strom (Ct/kWh)
8,0 6,0 5,0 4,4 3,1
Zuschlag für eigengenutzten
Strom (Ct/kWh)
4,0 3,0 -- -- --

Modernisierte und nachgerüstete KWK-Anlagen haben Anspruch auf erneute Vergütung (inkl. Zuschlag) mit verkürzter Dauer.

Unter bestimmten Umständen kann auch im europäischen Ausland erzeugter KWK-Strom Anspruch auf den Zuschlag haben. KWK-Strom, der nach dem EEG vergütet wird, fällt nicht in den Anwendungsbereich dieses Gesetzes.

Ausbau und Neubau von Wärme- und Kältenetzen

Der Neu- und ausbau von Wärme- und Kältenetzen, die aus KWK-Anlagen gespeist werden, wird mit einem Zuschlag durch den Stromnetzbetreiber gefördert.

Weitere Informationen 

Neubau von Wärme- und Kältespeichern

Der Neubau von Wärme- bzw. Kältespeichern, die aus KWK-Anlagen gespeist werden, wird mit einem Zuschlag durch den Stromnetzbetreiber gefördert.

Weitere Informationen


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