Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien

(Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG)

Das EEG in der aktuell gültigen Fassung trat am 1. August 2014 in Kraft.

Das Gesetz regelt

  • den vorrangigen Anschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien (Wasserkraft, Deponiegas, Klärgas, Biomasse, Geothermie, Windenergie und solare Strahlungsenergie) und aus Grubengas im Bundesgebiet an die Netze für die allgemeine Versorgung mit Elektrizität,
  • die vorrangige Abnahme, Übertragung, Verteilung, Vermarktung und Vergütung bzw. Förderung dieses Stroms durch die Netzbetreiber sowie
  • den bundesweiten Ausgleich des abgenommenen und vergüteten Stroms.

Förderung

Bei den meisten Erneuerbaren Energien (Ausnahme: Windenergie und Geothermie) sind die Vergütungssätze nach Anlagenart und -größe gestaffelt, d.h. Strom aus großen Kraftwerken wird in der Regel geringer vergütet als Strom aus Kleinanlagen. Der Förderanspruch besteht i.d.R. für eine Dauer von 20 Jahren zuzüglich des Inbetriebnahmejahrs.

Durch die gegenüber vorhergehenden Fassungen des EEG nun für die meisten Neuanlagen verpflichtende Direktvermarktung des erzeugten Stroms sollen Erneuerbare Energieanlagen näher an den Markt herangeführt werden. Die Förderung orientiert sich dabei an dem bisher bestehenden, optionalen Marktprämienmodell, demzufolge die Differenz zwischen dem monatlich an der EPEX-Spotbörse in Paris erzielten, technologiespezifischen Durchschnittspreis und dem zugrunde zu legenden Förderanspruch für die jeweilige Anlagentechnologie über eine als Marktprämie bezeichnete Auszahlung an die Betreiber kompensiert wird.

Von der Direktvermarktungspflicht regulär ausgenommen sind Kleinanlagen unterhalb 500 kW installierter elektrischer Leistung (ab 01. Januar 2016: unter 100 kW): Diese erhalten einen gegenüber dem Förderanspruch um 0,2 Ct/kWh bzw. 0,4 t/kWh verringerten Garantievergütungssatz. Ausnahmsweise von der Direktvermarktungspflicht freigestellte größere Anlagen, die bspw. wegen einer Insolvenz ihres bisherigen Direktvermarkters nicht am Börsengeschehen teilnehmen können, erhalten als Entschädigung lediglich eine Vergütung in Höhe von 80 % des üblichen Förderregelsatzes, was als Ansporn zu verstehen ist, möglichst rasch abermals in die Direktvermarktung zurück zu wechseln.

Weitere wichtige Neuerungen umfassen die Eigenverbrauchsumlage, welche auf jede kWh selbstverbrauchten Stroms eine anteilige Abgabe von aktuell 30 % (35 % ab dem 01. Januar 2016, 40 % ab 01. Januar 2017) auf die aktuelle EEG-Umlage vorsieht, mit Ausnahme von Kleinverbrauchern unter 10 kW installierter Leistung und 10 MWh Jahreseigenverbrauch, darüber hinaus die Erprobung eines neues Vergütungsmodells basierend auf Ausschreibungen von Produktionskapazitäten, die sich zunächst nur auf Freiflächenphotovoltaikanlagen erstrecken wird, um erste Erfahrungen mit diesem rechtlichen Instrument zu sammeln, ehe es mit Inkrafttreten des nächstfolgenden EEG voraussichtlich ab 2017 auch für weitere Technologien Anwendung finden soll.

Des Weiteren sind zukünftig sämtliche Neuanlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu einer Eintragung in das Anlagenregister der Bundesnetzagentur angehalten, wollen sie nicht ihren Förderanspruch einbüßen. Diese Auflage erstreckt sich in eingeschränktem Umfang sogar auf Bestandsanlagen, sofern diese unter einer der nachfolgend aufgeführten Tatbestände fallen:

  •          Änderung des Leistungsvermögens nach dem 01. August 2014,
  •          Ertüchtigungsmaßnahme an einer bestehenden Wasserkraftanlage,
  •          Inanspruchnahme der Flexibilitätsprämie nach § 54 EEG,
  •          erstmalige Umstellung auf einen reinen Biomethan-Betrieb,
  •          Weiterbewilligung der Anfangsvergütung einer Windkraftanlage,
  •          endgültige Stilllegung einer Anlage.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Sonderregelungen für die einzelnen Erneuerbaren, etwa jährliche Zubaukorridore für Windenergie, Biomasse, Photovoltaik und ein Gesamtausbauziel für Photovoltaik ab dessen Überschreitung keine Förderung mehr gewährt werden soll.

EEG-Umlage 

Die Gesamtsumme der EEG-Umlage ergibt sich aus der Differenz zwischen allen an die Betreiber ausgezahlten EEG-Marktprämien sowie Garantievergütungen einer- und den Einnahmen aus dem Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse andererseits. Diese Summe wird auf die gesamte, an Letztverbraucher verkaufte Strommenge umgelegt, wobei die individuelle Höhe der Umlage, die ein Verbraucher je kWh zu entrichten hat, variieren kann, da bspw. strom- und wettbewerbsintensive Unternehmen gemäß der besonderen Ausgleichsregelungen der §§ 63 - 69 EEG teils oder gar vollständig von Zahlungen der EEG-Umlage freigestellt sind. Für das Jahr 2014 beträgt die EEG-Umlage für nicht-privilegierte Verbraucher 6,24 Ct/kWhel.

Umweltgutachter

Die Vergütungsberechtigung ist im Bereich Biomasse teilweise an einen Nachweis durch eine Umweltgutachterin oder einen Umweltgutachter gekoppelt.

Grundsätzlich gilt, dass Umweltgutachter bei der DAU, der Deutschen Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter mbH registriert sein müssen. Allerdings sind nur für einen bestimmten Prüfbereich zugelassene Umweltgutachter berechtigt, die entsprechenden Bescheinigungen auszustellen.

       

Der Weg zum Umweltgutachter

Auf der Webseite der DAU (http://www.dau-bonn-gmbh.de) unter dem Reiter "Umweltgutachter" die Datenbank anwählen

Im Feld "Zulassungsbereich (NACE-Code) 35.11.6 eingeben

Anschließend auf "Suchen" klicken

Vergütungsbeispiele

Biogas Inbetriebnahmejahr 201120122013

C.A.R.M.E.N. e.V. steht Ihnen gerne als kompetenter Ansprechpartner in Sachen EEG zur Verfügung.

Weitere Informationen

EEG 2012

Biomasseverordnung

Managementprämienverordnung

EEG 2009

Rechtsfolgen bei Meldeverstößen