Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Über 100 Teilnehmer beim C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch in RottersdorfFermenter- und Fahrsilos bauen, instandhalten, sanieren

Straubing, 19. Dezember 2013 * (schu) * Am 11. Dezember 2013 fand in Rottersdorf bei Landau das C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch „Fahrsilo und Fermenter – bauen, instandhalten, sanieren“ statt. Organisiert wurde die mit über 100 Teilnehmern sehr gut besuchte Fachveranstaltung aus dem Bereich Biogas von C.A.R.M.E.N., der bayerischen Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, Erneuerbare Energien und nachhaltige Ressourcennutzung. Angesprochen waren Betreiber von Biogasanlagen, Landwirte, Behörden- und Firmenvertreter sowie alle fachlich Interessierten.

Wer eine Biogasanlage betreiben möchte, wird beim Bau von Fermentern und Fahrsilos mit erheblichen Kosten konfrontiert, die sich langfristig lohnen müssen. Es gilt also, Fehler zu vermeiden. Deshalb sollte beim Bau der aktuelle Stand der Technik eingehalten werden. Eine Instandhaltung und gegebenenfalls eine erforderliche Sanierung sollten außerdem zum richtigen Zeitpunkt und mit der notwendigen Sorgfalt durchgeführt werden. Sonst können erhebliche Folgekosten und auch Gewässerverunreinigungen auftreten; daher ist ein sorgfältiges Betriebsmanagement wichtig.

Rahmenbedingungen

Das C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch gab zunächst einen Überblick über die rechtlichen Anforderungen an Fahrsilos und Fermenter. Nach der Begrüßung durch Robert Wagner, Abteilungsleiter Biogas und Mobilität bei C.A.R.M.E.N., ging Norbert Zitzmann, Technischer Prüfdienst Bayern (TPD), in seinem Vortrag auf das Genehmigungsverfahren für Fermenter und Fahrsilos ein. Außerdem widmete er sich den wasserrechtlichen Anforderungen. Er stellte das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und verschiedene Anlagenverordnungen vor, nach denen nur Fachbetriebe die Anlagen einbauen, aufstellen, instandhalten und reinigen dürfen. Er verwies dabei auf die entsprechenden Kapitel im Biogashandbuch Bayern, die als technische Regeln anerkannt sind (2.2.4 ohne 2.2.4.9, 2.2.4.10) und im Internet abgerufen werden können (http://www.lfu.bayern.de/abfall/biogashandbuch/doc/kap224.pdf).

Anschließend erklärte Thomas Völkl von der BBV-Landsiedlung, dessen Einrichtung ab 2014 für die Bauberatung in der Landwirtschaft zuständig ist, den Ablauf eines Bauvorhabens aus organisatorischer Sicht; dabei habe der Bauherr für die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Vorschriften zu sorgen. Ein Bauprojekt lasse sich in verschiedene Phasen gliedern: Genehmigung, Vergabe und Realisierung. Vor der Angebotseinholung sollten die Einzelpositionen sorgfältig ermittelt, genaue Leistungsbeschreibungen erstellt und der Ausführungszeitraum festgelegt werden. Bei der Ausführung dürfe dann nicht von der genehmigten Planung abgewichen werden. Außerdem empfahl er die Führung eines Bautagebuchs mit Fotos. Auch bei der Bauabnahme gelte es, Vorsicht walten zu lassen, da eine Nutzung bereits als Abnahme gelte. Verjährungsfristen sollten ebenfalls beachtet werden, sinnvoll sei es, das Projekt kurz vor Ablauf der Frist nochmal auf mögliche Mängel zu prüfen.

Daran anschließend ging Martin Peck, Betonmarketing Süd, auf die Grundlagen beim Betonbau ein. Der Einsatz von Beton unterliege in der Landwirtschaft besonderen Anforderungen mit zum Teil extremen chemischen, physikalischen und mechanischen Belastungen, allerdings ausgelegt auf eine kürzere Lebensdauer, wobei es sich als problematisch erweisen könne, dass die üblichen Betonnormungen oft nicht greifen. Auch sollten Betonmengen über einem Kubikmeter nicht mehr selber gemischt werden. Bei Bestellungen sei es wichtig, genau zu wissen, was das Material können müsse und diese Vorgaben mit einem Betontechnologen vorab zu klären. Über Expositionsklassen, Druckfestigkeitsklassen, Gesteinskörnung und Lieferkonsistenz ergebe sich die Betonsorte mit einer eigenen Nummer, die bei Lieferung überprüft und aufbewahrt werden sollte. Auch sollte bei der Anlieferung die maximal verarbeitbare Menge beachtet werden. Der Nachbehandlung gelte ebenfalls ein besonderes Augenmerk, denn Fahrsilos sollten nicht umgehend in Betrieb genommen werden, sondern müssten zunächst feucht gehalten werden, um auszuhärten. Ein Zeitraum von drei Monaten habe sich hierfür als optimal gezeigt. Gleiches gelte auch für Fermenter; sie seien im Betrieb vor allem Säureangriffen im Gasraum ausgesetzt, beheizte, und nicht isolierte Behälter könnten im Winter oft zur Rissbildung neigen.

Firmenpräsentationen zu Instandsetzung und Sanierung

Nach der Mittagspause zeigten verschiedene Firmen ihre Angebote im Bereich der Schutzanstriche für Fahrsilos und Fermenter sowie Sanierungsmöglichkeiten. Dabei präsentierten sich im Einzelnen folgende Firmen:

Den Betonschutzanstrich bei Fahrsilos erläuterte Joachim Reith von der PolySafe GmbH, Rehling. Den Schutzanstrichen für Fermenter widmete sich Friedrich Ströhlein von der Green Protection GmbH aus Ansbach. Sabina Winckelmann von der Sika Deutschland GmbH aus Illertissen erläuterte die Fugenabdichtung von Betonbehältern.

Norbert Weiss, Remmers Baustofftechnik GmbH, Löningen widmete sich der Sanierung von Fahrsilos mit Beton. Gärbehälter-Sanierungen stellte die Wolf-System GmbH, Osterhofen, vertreten durch Christoph Roßberger vor. Abschließend wurde als Beitrag zum wirtschaftlichen Biogasanlagenbetrieb die PV-Überdachung von Fahrsilos durch Walter Danner von der Snow Leopard Projects GmbH aus Reisbach thematisiert.

Da es sich bei den im Fachgespräch vorgestellten Firmen nur um eine kleine Auswahl handeln konnte, wurde auch auf die Branchenadresslisten des C.A.R.M.E.N. e.V. verwiesen, die über die Internetseite www.carmen-ev.de (Infothek -> Branchenadressen) aufgerufen werden können.

Was es grundsätzlich zu beachten gilt

Folgende Empfehlungen ergaben sich aus den Präsentationen beim Fachgespräch:

Grundsätzlich gehört eine Rissbildung zum Betonbau dazu, wobei sich kleinere Risse mit Sinter (Gestein, das durch eine allmähliche mineralische Ablagerung von in Wasser gelösten Mineralen entsteht) weitestgehend selber verfüllen können, solange ausreichend Zeit und Wasser im Behälter vorhanden ist. Bei Fermentern und Fahrsilos sind Schutzanstriche eine wichtige Maßnahme gegen Säureangriffe. Ein trockener Untergrund und das vorherige Verfüllen von Lunkern (Hohlräume im Beton, die bei der Aushärtung auftreten können) sind für eine erfolgreiche Durchführung wichtige Voraussetzungen, ebenso die Beachtung der Verarbeitungshinweise und ein regelmäßiges Nachbessern. Alternativ sind auch Auskleidungen z. B. mit Folie möglich. Allerdings sollte unbedingt beachtet werden, dass die eingesetzten Stoffe und Maßnahmen untereinander verträglich sind.

Bei Fahrsilos ergibt sich zwischen Seitenwänden und Bodenplatte ein schwieriger Übergang und in großen Fahrsilos kann dort ein hoher Druck entstehen. Grundsätzlich ist aber auch die Sanierung von Fugen möglich.

Für die Sanierung von Silos und Fermentern kann neben Betonersatz oder Spritzbeton auch eine Auskleidung oder Beschichtung zum Einsatz kommen. Die Tiefe des Angriffs sollte zuvor geprüft und beschädigte Schichten abgetragen werden. Nur wenn der Restquerschnitt der Bewehrung ausreicht, kann saniert werden, andernfalls ist ein Rückbau angezeigt. Wichtig ist auch hier die Beachtung von Produktbeschreibungen und Verarbeitungshinweisen.

Viele Firmen bieten einen Komplettservice an, wobei bis zu einem gewissen Grad auch Eigenleistung möglich sein kann.

Die Vorträge des Fachgesprächs stehen für die Fachgesprächsteilnehmer im Internet unter www.carmen-ev.de (Infothek -> Downloads -> Vorträge) bereit, ein Zugangscode wird zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: (www.carmen-ev.de).

Circa 6.500 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.
Presseanfragen an Ursula Schulte, Tel.: 09421/960-349


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