Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


15 2017Am Montag, den 20. Februar 2017 fand im Schulungs- und Ausstellungszentrum des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing (KoNaRo) eine weitere Veranstaltung im Rahmen der KoNaRo-Vortragsreihe statt. Thema dieses Abends war „Die wirtschaftliche Bedeutung der Bioökonomie in Bayern“.

Nach einer Begrüßung durch Edmund Langer, Geschäftsführer von C.A.R.M.E.N. e.V., präsentierte Sebastian Kehrer, Leiter des Sachverständigenrates Bioökonomie Bayern, die Hintergründe und Leitgedanken der Bioökonomie. Der Sachverständigenrat wurde 2015 durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ins Leben gerufen und hat seinen Sitz am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing, genauer in den Räumlichkeiten von C.A.R.M.E.N. e.V..

Kehrer zeigte zu Beginn zwei Definitionsweisen der Bioökonomie auf. So könne unter Bioökonomie die Prozesskette der Verarbeitung und Nutzung von Rohstoffen aus der Natur verstanden werden. Darunter fallen zum Beispiel die Bereitstellung der Rohstoffe, technische Verfahren und Produktionsanlagen, aber auch Investoren und nicht zuletzt die Verbraucher. Eine weitere Begriffserklärung sei in den Bereich Green Economy einzuordnen, erklärte Kehrer. Dieser beschreibe das Wirtschaften für zukünftige Generationen. Hier sei die Bioökonomie als Teilbereich der Green Economy zu betrachten. Daraus können sich Nachhaltigkeitsziele entwickeln, welche die Bioökonomie umzusetzen versucht. Der Sachverständigenrat Bioökonomie habe eine Vision für die Bioökonomie verfasst, so Kehrer. Diese beinhalte verschiedene Aspekte der Bioökonomie, wie die Wissensvermittlung, das Bereitstellen und die Nutzung biogener Rohstoffe, der Schutz von Ökosystemen und des Klimas sowie die Einbindung der Gesellschaft. „Schon immer wurden Rohstoffe aus der Natur genutzt“, betonte Kehrer. So gesehen sei die Bioökonomie ein alter Hut. Doch könne sie auch als Vision betrachtet werden, als Antwort auf globale Herausforderungen und als Überbegriff für einen Transformationsprozess. Kehrer präsentierte den interessierten Zuhörern Beispiele aus der Praxis, wie die Grünlandnutzung, durch welche Wiesengras in einer Grünen Bioraffinerie ganzheitlich genutzt wird.

In einem weiteren Vortrag ging Prof. Dr. Hubert Röder vom Wissenschaftszentrum Straubing auf die wirtschaftliche Bedeutung der Bioökonomie in Bayern ein. Betrachte man die Gesamtumsätze der Bioökonomie von 2010 bis 2013, sei eine Steigerung von 63 auf 73 Milliarden zu bemerken. „Die Bioökonomie wächst in Bayern“, betonte Röder. Ordne man diese Zahlen in die allgemeine Wirtschaft Bayerns ein, konnte die Bioökonomie ihren Anteil von 11,8 auf 12,2 Prozent steigern. Die Beschäftigtenzahl in dieser Branche blieb nahezu gleich, während ein leichter Rückgang der Unternehmen zu verzeichnen sei. Zusammenfassend könne gesagt werden, dass sich die Bioökonomie in den letzten 10 Jahren sehr positiv entwickelte und der Anteil der Umsätze leicht überproportional zur Gesamtwirtschaft ansteige. Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Zuhörer die Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen. Der nächste Vortrag im Rahmen der KoNaRo-Vortragsreihe findet am 20. März 2017 statt. Mit dem Thema „Alles Bio oder was – wieviel Bio steckt in Biokunststoffen und Co.?“ werden sich Dr. Bettina Fink von C.A.R.M.E.N. e.V. und Jan Turner vom Wissenschaftszentrum Straubing beschäftigen.

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