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09 2016Bayerische Biogasanlagenbetreiber blicken eher skeptisch in die Zukunft

Straubing, 17. März 2016 C.A.R.M.E.N. e.V. führte Anfang des Jahres zum wiederholten Mal eine Konjunkturumfrage unter den Biogasanlagenbetreibern in Bayern durch. Zu diesem Zweck konnten 211 Fragebögen ausgewertet werden. Knapp die Hälfte der Anlagenbetreiber schätzt das abgelaufene Kalender- bzw. Geschäftsjahr als „mittel“ ein. Immerhin 38 Prozent der Befragten beurteilen das letzte Jahr als „gut“ und 4 Prozent sogar als „sehr gut“. Bei 62 Prozent der Betreiber entspricht die wirtschaftliche Lage tatsächlich dem, was sie erwartet hatten. Die Betreiber, bei denen die wirtschaftliche Lage nicht den Erwartungen entspricht, schätzen ihre Lage als „mittel“ oder „schlecht“ ein.

Insgesamt ergibt sich für das kommende Geschäftsjahr ein sehr ähnliches Bild wie 2015. Insbesondere eine „mittlere“ wirtschaftliche Entwicklung wird auch für das Jahr 2016 von knapp der Hälfte der Betreiber erwartet. Dabei gehen die einzelnen Betriebe überwiegend davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage zukünftig nicht verändern wird. Von 68 Prozent der Betreiber wird ein gleichbleibendes wirtschaftliches Ergebnis, in Bezug auf 2015, erwartet. Lediglich 12 Prozent gehen von einem besseren Resultat aus. Im Vergleich dazu vermuten 20 Prozent schlechtere Zahlen als 2015. Ein Zusammenhang zwischen der Größe der Biogasanlagen und der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage konnte nicht festgestellt werden.

Bei 61 Prozent der Anlagen spielten die Substratkosten eine Rolle, dies ist insbesondere bei den Anlagen mit „mittlerem“ oder „schlechtem“ wirtschaftlichen Ergebnis der Fall. Aber auch Betreiber, die ihre Lage als „gut“ oder „sehr gut“ einschätzten nannten Substratkosten als Grund, beispielsweise im Zusammen-hang mit einem hohen Gülleanteil.

Ebenso wie hohe Pachtpreise wirkte sich für einige Anlagenbetreiber die Trockenheit des letzten Jahres negativ aus. Außerplanmäßige Investitionen und technische Probleme wurden von 75 Prozent der Anlagenbetreiber mit „schlechter“ und von 56 Prozent der Anlagenbetreiber mit „mittlerer“ Einschätzung der wirtschaftlichen Lage genannt. Weitere wichtige Gründe für schlechte und mittlere Betriebsergebnisse sind neue Anforderungen und Auflagen durch Behörden, Rückforderungen von Boni und hohe Kosten für Gutachter.

Die Frage, wie es nach dem EEG weitergeht und wie sich die politische Stimmung gegenüber Biogas entwickeln wird, ist für die Betreiber von großer Bedeutung. Auch Anlagen mit derzeit guter wirtschaftlicher Lage blicken sorgenvoll auf die aktuelle Diskussion zur Zukunft von Biogas.

Weitere Informationen:

C.A.R.M.E.N. e.V.
Schulgasse 18
94315 Straubing
Tel. 09421/960-300
Fax: 09421/960-333
E-Mail:
www.carmen-ev.de

 

 


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