Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


45 2015Ergebnisse der C.A.R.M.E.N. e.V. Konjunkturumfrage Nachwachsende Rohstoffe Herbst 2015

Straubing, 17. Dezember 2015 * (cli) * Im halbjährlichem Rhythmus werden die Unternehmen der Branche der Nachwachsenden Rohstoffe von C.A.R.M.E.N. e.V. nach ihrer wirtschaftlichen Lage befragt. Diese Konjunkturumfrage wird nun bereits im fünften Jahr durchgeführt und die erhobenen Daten evaluiert und veröffentlicht. Unternehmen aus den Teilbranchen feste Biomasse, Biogas, Biogene Treibstoffe und stoffliche Nutzung werden dabei berücksichtigt. Die Firmen sollen ihre aktuelle Lage und zukünftige Entwicklung einschätzen.

 

Bei der Beurteilung der aktuellen Lage zeigt sich ein erkennbarer Aufwärtstrend. Bei der Umsatzentwicklung verzeichnet ein gutes Drittel der Unternehmen im Vergleich zum vergangenen Jahr steigende Umsätze, während dies im Frühjahr nur 24% waren. Mehr als verdoppelt hat sich der Anteil an Unternehmen, welche eine Umsatzsteigerung von mehr als 10% vermelden. Aber weiterhin müssen sich auch 40% der Unternehmen mit fallenden Umsätzen abfinden. Dabei ist aber die Anzahl an Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von über 10% im Vergleich zu den 24% vom Frühjahr wieder deutlich gesunken. Nach den katastrophalen Ergebnissen im Frühjahr zeigt sich auch bei den getätigten Investitionen ein erfreulicheres Bild. Über ein Viertel der Unternehmen hat das Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr erhöht und weniger als die Hälfte haben die Investitionen zurückgefahren und gar nicht investiert. Hier muss man aber berücksichtigen, dass 2014 insgesamt ein sehr zurückhaltendes Investitionsklima herrschte und die jetzigen positiven Tendenzen von einem niedrigen Ausgangsniveau ausgehen. Ein Licht am Ende des Tunnels zeigt sich auch bei den Arbeitsplätzen, denn 23% haben ihr Personal aufgestockt. Dieser Wert lag zuletzt Ende 2013 höher. Leider musste noch jedes sechste Unternehmen Entlassungen vornehmen. Insgesamt müsste der Personalbestand der Branche aber leicht gewachsen sein. Ursache für diese leichte Trendwende könnte die positive Entwicklung des Auftragsbestandes sein. 25% der Unternehmen berichten über ein gutes Auftragspolster. Dieser Wert war zuletzt vor zwei Jahren besser. Bei gut der Hälfte der Unternehmen ist wie bei den vorherigen Umfragen der Auftragsbestand gleichbleibend. Ein Viertel der Unternehmen haben leider noch eine schlechte Auftragslage. Insgesamt betrachtet deutet der positive Trend bei der Auftragsentwicklung auf in Zukunft steigende Umsätze und Gewinne hin.

Auch das Bild bei der Prognose der zukünftigen Trends hat sich gebessert. Knapp über 50% der Unternehmen erwarten im kommenden Jahr steigende Umsätze, währendnur rund ein Viertel mit sinkenden Zahlen rechnet. Diese Werte waren zuletzt Ende 2013 besser. Der Anteil der Betriebe, welche mit einem mehr als 10%-igen Umsatzrückgang rechnen, ist sogar so niedrig wie zuletzt Anfang 2013. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass das Umsatzniveau deutlich niedriger ist als vor zwei oder drei Jahren. Steigende Umsätze ermöglichen auch steigende Investitionen. Der Anteil an Unternehmen, welche mehr investieren wollen, hat sich daher gegenüber dem Frühjahr von 13% auf 26% verdoppelt. Die Zahl der Unternehmen, die weniger oder gar keine Investitionen planen, sinkt erstmals seit dem ersten Quartal 2014 unter die 50%. Andererseits plant mehr als jeder vierte Betrieb keinerlei Investitionen im kommenden Jahr. Sehr erfreulich ist das Ergebnis bei der Frage nach der geplanten Entwicklung des Personalbestands. Erstmals seit Herbst 2011 wollen mehr als ein Viertel der Unternehmen Personal einstellen. Der relative Unterschied zwischen den Betrieben mit geplanten zunehmenden und abnehmenden Beschäftigungszahlen beträgt 17% und war zuletzt im zweiten Quartal 2013 höher.

Das Vertrauen der Branche der Nachwachsenden Rohstoffe in die Politik bleibt weiterhin niedrig. Nur 7% der Unternehmen schätzen die politischen Rahmenbedingungen als gut ein, und dieser Wert bewegt sich seit Mitte 2012 im einstelligen Prozentbereich. Mehr als jeder zweite Betrieb beurteilt sie als schlecht.

Bei der Gesamtbewertung sind alle drei Indexwerte nach dem Allzeittief im Frühjahr wieder deutlich angestiegen. Ein nicht ganz so steiler Anstieg war auch bereits im vergangenen Jahr zu beobachten, allerdings ging es dann im Jahr 2015 wieder abwärts. Die Ausschläge werden größer und dies könnte man als Indiz dafür sehen, dass die Branche der Nachwachsenden Rohstoffe seit längerem keine stabilen Rahmenbedingungen mehr vorfindet. Die Branche der stofflichen Nutzung hat sich vom Einbruch aus dem Frühjahr wieder einigermaßen erholt. Die Einschätzung der Trends ist deutlich besser als die der aktuellen Lage. Der Bereich der festen Biomasse hat erstmals seit dem ersten Quartal 2014 die 50-Punkte-Schwelle überschritten. Die Zukunft wird hier allerdings leicht pessimistischer eingeschätzt als die aktuelle Lage. Die Lage der Branche der biogenen Treibstoffe wird am besten von allen vier Branchen eingeschätzt, und der Gesamtindex liegt mit knapp über 50 so hoch wie noch nie seit Beginn der Umfrage 2010. Der Bereich Biogas hat sich nach dem Einbruch im Frühjahr wieder etwas erholt, bildet aber immer noch das deutliche Schlusslicht. Die Zukunftsaussichten sind deutlich besser als die aktuelle Lage.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail:  (www.carmen-ev.de).

Circa 4.700 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.
Presseanfragen an C.A.R.M.E.N. e.V., Tel.: 09421/960-300

 


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