Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


69 2020Straubing, 18. November 2020 * Am 1. November 2020 trat ein lange und mit Spannung erwartetes Gesetz in Kraft, das GebäudeEnergieGesetz (GEG). Es fasst drei bisher bestehende rechtliche Grundlagen im Gebäudebereich zusammen: Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).

Im GEG wird geregelt, welche Anforderungen Gebäude hinsichtlich ihrer Energieeffizienz einhalten müssen, welche Erneuerbaren Energien in welchem Umfang zum Einsatz kommen müssen und wie die Erstellung von Energieausweisen erfolgt. Hintergrund für das GEG bildet die EU-Gebäuderichtlinie, die bis 2050 einen weitestgehend klimaneutralen Gebäudebestand fordert.

So kann beispielsweise ein neu gebautes Wohngebäude die gesetzlichen Anforderungen über verschieden Möglichkeiten erfüllen. Sollen etwa zur Beheizung ausschließlich Erneuerbare Energien zum Einsatz kommen, gelten etwas geringere Anforderungen bzgl. der zulässigen Wärmeverluste der Gebäudehülle. Neu ist, dass gebäudenah erzeugter Strom aus Erneuerbaren Energien - zum Beispiel durch Photovoltaik - besser angerechnet werden kann. Welche Werte ein neues Gebäude einhalten muss, kann jetzt auch über das sogenannte Modellgebäudeverfahren etwas vereinfacht bestimmt werden. Insgesamt haben sich durch Inkrafttreten des GEG die Anforderungen im Vergleich zu den bisher gültigen Regelwerken nicht verschärft, allerdings sollen bis 2023 neue Standards festgelegt werden. Zwar bestehen Ausnahmen, aber insgesamt besteht eine Art Verbot für den Einbau von Öl- und Kohleheizungen. Für zukünftige Bauherren besteht zudem eine Pflicht zur Nutzung mindestens einer Form von Erneuerbaren Energien, sei es durch Solaranlagen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen), erneuerbarer Fernwärme oder Abwärme.

Auch Biogas kann in einem Brennwertkessel oder in einer KWK-Anlage eingesetzt werden und hat im Vergleich zu Erdgas einen deutlich besseren Primärenegiefaktor. Dabei kann es sich sowohl um Biomethan handeln, das aus dem Erdgasnetz entnommen wird als auch um Biogas, das in räumlicher Nähe erzeugt wird. Wie vorteilhaft dieser Einsatz bewertet wird, hängt letztlich von den festgelegten Primärenergiefaktoren ab. Der Primärenergiefaktor berücksichtigt, allgemein formuliert, wie viel Energie aufgewendet werden muss, um eine Einheit Nutzenergie bereit zu stellen. Es wird also auch angerechnet, dass ein Energieträger, beispielsweise Erdöl, zuerst gefördert und anschließend transportiert werden muss. Dieser Anteil fällt im Falle der Erneuerbaren Energien deutlich geringer aus oder sogar ganz weg, somit können hier auch Primärenergiefaktoren von unter 1 angesetzt werden.

Für den Brennstoff Holz bedeutet dies beispielsweise, dass für den eigentlichen Brennstoff 0 angesetzt werden kann, da ja zeitgleich zur Nutzung wieder Holz nachwächst. Nur die Vorkettenaufwendung für die Bereitstellung muss daher angerechnet werden.

Die Vorteile erneuerbarer Energieträger und Nachwachsender Rohstoffe kommen dabei voll zur Geltung, da Biomasse, Sonne, Wind und Umgebungswärme direkt und lokal hergestellt und genutzt werden können.

C.A.R.M.E.N. bietet eine umfassende und neutrale Beratung zur Energieeinsparung, der Nutzung Erneuerbarer Energien und zu aktuellen Fördermöglichkeiten. Darüber hinaus kann eine Berechnung des Primärenergiefaktors und der Treibhausgasbilanz von Wärmenetzen erstellt werden.

Circa 3.360 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


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