Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


67 2019Straubing, 12. Dezember 2019 * Am Mittwoch, den 4. Dezember veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit dem Landkreis Aschaffenburg sowie der Energieagentur Bayerischer Untermain das Fachgespräch „Quartierskonzepte – Fokus Wärme“. Rund 70 Teilnehmende informierten sich im Rahmen der Veranstaltung unter anderem über die theoretischen Hintergründe, die planerische Praxis sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Quartierswärmeversorgung. Insbesondere Planungsunternehmen, Berater, aber auch kommunale Akteure nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

Klimaschutzmanager des Landkreises Aschaffenburg, Andreas Hoos, begrüßte die Anwesenden mit der Vorstellung eines Praxisbeispiels. Anschließend leitete Tobias Doblinger, C.A.R.M.E.N. e.V. durch die Veranstaltung und übergab das Wort an den ersten Referenten Gerhard Stryi-Hipp vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.

Stryi-Hipp verdeutlichte mit seinem Vortrag die Notwendigkeit einer nachhaltigen Wärmewende im Kontext des Klimawandels. Quartierskonzepte stellen ein zentrales Element für ein nachhaltiges Energiesystem dar. Er verwies allerdings auch auf derzeitige Herausforderungen beim Design von Quartierswärmeversorgungen, wie die Entwicklung fossiler Energiepreise sowie begrenzte Potenziale von Energieträgern, etwa Biomasse, oder Energiequellen wie Geo- und Solarthermie.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Quartiersentwicklung beleuchtete Micha Klewar von der Becker Büttner Held Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater PartGmbB. Er erläuterte Näheres zu Wärmelieferverträgen, der Förderung nach KWKG sowie Steuerungsmöglichkeiten von Gemeinden durch die Bauleitplanung.

Für einen regen Austausch in der Mittagspause sorgten vier Kurzvorstellungen der C.A.R.M.E.N.-Mitglieder Bayernwerk Natur GmbH, Energieagentur Unterfranken e.V., GP JOULE GmbH sowie Viessmann Werke GmbH & Co. KG. Diese stellten in kurzen „Pitches“ ihr Know-How auf dem Gebiet der Quartierswärmeversorgung vor.

Im nächsten thematischen Block nahmen Expertinnen und Experten die Geothermie bzw. Bauökologie unter die Lupe. Dr. Markus Kübert von der tewag Technologie – Erdwärmeanlagen – Umweltschutz GmbH erläuterte den Anwesenden die Möglichkeiten und Grenzen der oberflächennahmen Geothermie in der Quartierswärmeversorgung. Anhand von Best-Practice-Beispiele zeigte er anschaulich die Chancen und Grenzen der verschiedenen Technologien.

Julia Lehmann, C.A.R.M.E.N. e.V., verwies in ihrem Vortrag auf die Wichtigkeit der energetischen Gebäudehülle. Diese spiele für die Quartierswärmeversorgung eine entscheidende Rolle. In ihrem Vortrag bot sie dem Auditorium einen Überblick über die Möglichkeiten einer ökologischen Dämmung und gab Impulse zur Anwendung alternativer Materialien auf kommunaler Ebene.
Abschließend legten Florian Wendorf von der KfW Bankengruppe und Stefan Raab vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie den Fokus auf Fördermöglichkeiten. Wendorf informierte die Anwesenden über die KfW-Programme 432 & 201, welche die Förderung von Quartierskonzepten und energetischer Quartiersversorgung zum Inhalt haben.

Stefan Raab vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie stellte abschließend die Förderung von Energiekonzepten und Kommunalen Energienutzungsplänen durch den Freistaat Bayern vor. Als Musterbeispiele präsentierte er die digitalisierten Energienutzungspläne der Stadt München sowie des Landkreises Berchtesgadener Land und gab eine Einführung in das Online-Tool ENPonline. Dieses erleichtere interessierten Gemeinden den Ausschreibungsprozess und liefere den Verantwortlichen ein fertiges Dokument, mit dem benötigte Angebote eingeholt werden können.

Die Expertinnen und Experten waren sich einig, dass die Betrachtung ganzer Quartiere für die Energiewende von großer Bedeutung ist – insbesondere wenn weitere Sektoren, wie Strom und Mobilität von Beginn an gleichermaßen mitgedacht werden. Hierzu bestehe noch weiterer Informationsbedarf. Das Fachgespräch zeigte den Anwesenden vielfältige Möglichkeit auf, wie zukunftsfähige Quartierswärmekonzepte aussehen können.

Circa 4.200 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.