Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


61 2019Straubing, 7. November 2019 * Der Take away-Trend ist ungebrochen. Aber geht das nicht auch nachhaltiger mit weniger oder sogar ohne Plastikverpackungen? Darüber informierte der C.A.R.M.E.N.-Infoabend am 23.10. Restaurants, Caterer, Bäckereien, Imbisse & Co. sowie alle Interessierten ab 19:15 Uhr am Straubinger Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe. Das Interesse an den nachhaltigen Alternativen bei den Anwesenden war groß und wurde begleitet von der Frage, wie man einen Weg aus der Wegwerfgesellschaft finden kann.

Nico Arbeck, C.A.R.M.E.N. e.V., eröffnete den Abend mit einem Impulsvortrag zum Thema Kunststoffe, in dem es vor allem um die Entwicklung des Verbrauchs und die aktuelle Thematik der Entsorgung ging. Darüber hinaus beleuchtete er Aspekte zur Nachhaltigkeit sowie zur Problematik Mikroplastik. Dass der Plastikverbrauch weiterhin zunimmt bestätigen die Zahlen, die Arbeck in seinem Vortrag vorstellte: Knapp die Hälfte allen jemals hergestellten Kunststoffs wurde demnach seit dem Jahr 2000 produziert, mit steigender Tendenz.

Prof. Dr. Horst-Christian Langwoski vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising erörterte anschließend, ob es „DIE“ nachhaltige Verpackung überhaupt gibt. Eine Verpackung habe stets eine Schutzfunktion zu erfüllen, die meist umso besser erfüllt werde, je aufwendiger die Verpackung sei. Eine aufwendige Verpackung bestehe jedoch meist aus verschiedenen Materialien, was wiederum die Recyclingfähigkeit einschränke. Langowski betonte aber auch die Bedeutung von Verpackungen. Diese seien wichtig, da sie die Haltbarkeit von Produkten, insbesondere Lebensmitteln, verlängerten. Dies trage wiederum dazu bei, dass sich die Menge, der vom Verbraucher weggeworfenen Lebensmitteln reduziere.

Eine nachhaltige Verpackung erfülle, laut Langowski, verschiedene Kriterien, wie die ressourceneffiziente Produktion und die Kreislauffähigkeit. Dabei dürfe die Lebensmittelqualität allerdings nicht zu kurz kommen. Eine nachhaltige Verpackung sei daher im Kontext der jeweiligen Anforderungen zu verstehen und bilde stets einen Kompromiss aus verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit.

Jutta Einfeldt von C.A.R.M.E.N. e.V. stellte abschließend die 2021 greifende EU-Vorschrift zum Schutz der Meere vor. Diese verbiete ab 2021 die zehn Einwegprodukte aus Plastik, die 70 Prozent der Meeresverschmutzung ausmachen. Unter das künftige Verbot fallen demnach folgende Einwegprodukte aus Kunststoff: Cateringteller, Besteck, Strohhalme, Rührstäbchen und Lebensmittelboxen aus geschäumtem Polystyrol. Für diese Produkte gebe es bereits jetzt eine große Menge an alternativen Produkten, die „plastikfrei“ eingesetzt werden können. Einfeldt gab einen Überblick über die bestehenden Alternativmaterialien und Verpackungen und erläuterte die Vor- und Nachteile der Produkte. Vom künftigen Verbot ausgenommen seien Einwegbecher aus Kunststoff, für die es nationale Regelungen geben soll, etwa in Form einer kostenpflichtigen Abgabe auf die Becher.

Circa 3.000 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


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