Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


56 2019Straubing, 21. Oktober 2019 * Die Einbindung der Solarenergie ist in modernen Wohngebäuden unerlässlich, um die gesetzlichen Anforderungen einzuhalten und spielt ebenso in der Architektur der Gebäude eine maßgebliche Rolle. Aus diesem Grund veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit dem Landratsamt Starnberg am 8. Oktober 2019 das Fachgespräch „Solarenergie im Wohnungsbau“ in Starnberg. Bei der ganztägigen Veranstaltung im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes Starnberg wurden von den Vortragenden die verschiedensten Themenbereiche rund um die Nutzung von Solarenergie in Wohngebäuden beleuchtet.

Der stellvertretende Landrat Georg Scheitz begrüßte die rund 75 Teilnehmenden zu Beginn der Veranstaltung und verdeutlichte mit dem Slogan „Oben ohne geht nicht!“, dass bei bestehenden und neuen Gebäuden eine Planung mit PV-Dachanlagen alternativlos ist. Martin Lehmann-Dannert, Energieberater, zeigte in seinem Einführungsvortrag verschiedene Möglichkeiten auf, um den Eigenverbrauch von Solarstrom zu erhöhen. Eine Voraussetzung dafür ist eine energieeffizienz-optimierte Bauleitplanung, erläuterte Mirjam Heuer vom Bauamt Pöcking in ihrem Vortrag.

Bernhard Kerscher vom Sonnenhaus-Institut e.V. schilderte anhand von Praxisbeispielen welche technischen Rahmenbedingungen bei der Auslegung von Solarthermieanlagen und der Einbindung in das Heizungssystem eines Sonnenhauses zu beachten sind. Im zweiten Teil seines Vortrags stellte er ein kürzlich in Starnberg realisiertes Holzhaus vor, welches nach Ende der Vorträge besichtigt werden konnte. Fördermöglichkeiten und Voraussetzungen für Häuser im KfW- und EnEV-Standard stellte Arne Kruft von der EKG Energie vor. Im Unterschied zum KfW-Standard, untersuchte Stefan Kreidenweis, Bayerisches Landesamt für Umwelt, in der Lebenszyklusanalyse von Wohngebäuden verschiedene Gebäudestandards auf deren Primärenergiebedarf und Treibhausgaspotenzial bei Herstellung und Betrieb.

Neben einer energieeffizienten Bauweise zählt künftig auch die Einbindung der Elektromobilität zu den Voraussetzungen eines fortschrittlichen Gebäudes. Matthias Suttner von The Mobility House zeigte in seinem Vortrag was beim Lademanagement und der Abrechnung von Ladevorgängen in Mehrfamilienhäusern zu beachten ist und wie dies in der Praxis umgesetzt werden kann. Die gesetzeskonforme Ausgestaltung von Mieterstrommodellen und die Kombination von Dachbegrünung und PV-Anlagen im städtischen Bereich sowie ein Ausblick auf das aktuelle Klimapaket gab Dr. Andreas Horn, Sonnenkraft Freising e.V. Einen ausführlichen Überblick zu den gestalterischen Möglichkeiten zur Einbindung von PV-Anlagen in die Gebäudehülle gab Prof. Dr. Roland Krippner von der Technischen Hochschule Nürnberg.

Im Schlussvortrag zeigte Michael Hövel vom Ingenieurbüro Exergenion seine Erfahrungen mit dem selbst geplanten und bewohnten, autarken Sonnenhaus auf. Im Anschluss wurde von etwa 30 Personen das Angebot genutzt, das neu errichtete Sonnenhaus in Starnberg, geplant von Bernhard Kerscher, zu besuchen.

Am C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch nahmen insbesondere Planungsbüros, Architekten, Energieberater und Vertreter öffentlicher Einrichtungen teil.

Circa 3.200 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


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