Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


39 2019Straubing, 31. Juli 2019 * Erfolgreich durchgeführte Veranstaltungen von C.A.R.M.E.N. e.V. im Jahr 2017 und 2018 zum Thema „Biogas im Ökologischen Landbau“ veranlassten Vertreter der Ökoanbauverbände Naturland, Bioland und Biokreis, des Bayerischen Bauernverbands, dem Fachverband Biogas e.V., der Landesanstalt für Landwirtschaft, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und C.A.R.M.E.N. e.V. sich zu einem Sondierungsgespräch bezüglich der Gründung eines Arbeitskreises „Biogas im Ökolandbau“ am 09. Januar 2019 in Straubing zu treffen. Nach der erfolgreichen Gründung des Arbeitskreises im Januar 2019, kamen die Mitglieder am 25.06.2019 in Ingolstadt erneut zu einer Gesprächsrunde zusammen.

Im Anschluss an eine kurze Begrüßungsrunde, wurde durch Vertreter der Ökoverbände dazu Stellung genommen, dass man künftig den konventionellen Anteil in Ökobiogasanlagen weiter verringern möchte und das Ziel hat, auf 100% ökologischem Input bei Ökobiogasanlagen zu kommen. Dieses Ziel lässt sich vor allem mit Kleegras und Mist umsetzen.

 Dabei wurde auch erörtert, dass – belegt durch hinreichend Literaturquellen – der Einsatz von Kleegras und Mist sich nicht nur positiv auf den Ertrag, die Qualität und den Humusgehalt auswirkt, sondern durch den steigenden Humusgehalt auch eine positive Wirkung auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, Festlegung von CO2, Wasser, Lufthalte- und Infiltrierfähigkeit und eine nachhaltige Steigerung der Fruchtbarkeit des Ackerbodens, hat. Würde die Nutzung von Gras-, Klee- und Luzernegras in Biogasanlagen das zum Teil noch übliche Mulchen ersetzen, hätte dies zusätzlich vorteilhafte Effekte auf Klimagasreduktionen, den Wiederaufwuchs des Pflanzenbestandes und die N-Fixierleistung der Knöllchenbakterien. Analog zu den Güllekleinanlagen, die einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, trägt die Abfuhr des Kleegrasaufwuchses ebenfalls dazu bei klimaschädliche Gase zu minimieren.

Ferner wurde darüber diskutiert, ob durch den Anbau von ökologisch wertvollen Substraten ein wichtiger, umweltrelevanter Beitrag zum Arten- und Gewässerschutz, zur Biodiversität und der Einsparung von Ressourcen geleistet werden kann. Hierbei erachteten die Vertreter der Ökoverbände die Verwertung vor allem von Blühpflanzen in Biogasanlagen als nur bedingt zielführend. Generell wird der Anbau von ökologisch wertvollen Energiepflanzen aber unterstützt.

Aus den Diskussionspunkten wurde abgeleitet, dass Umweltleistungen honoriert werden müssten, da sie zusätzlich einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag leisten. Dies würde auch den Einstieg von Ökolandwirten in die Biogasbrache sowie von konventionellen Landwirten, die auf Ökolandbau umstellen wollen, fördern. Beide Anliegen sollen in einer Forderung an den Gesetzgeber hinsichtlich Honorierung münden.

Als nächster Punkt wurde über die inhaltliche Ausgestaltung der nächsten Informationsveranstaltung zu Biogas im Ökologischen Landbau gesprochen. Es ist vorgesehen am 15. Januar 2020 die dritte Veranstaltung zu dem Thema durchzuführen. Im Schwerpunkt soll dabei auf die sog. Umsteller, die von konventioneller Landwirtschaft auf ökologische Anbauweise umstellen, eingegangen werden.

Auch das Thema individuelle Förderprogramme zur Artenvielfalt z. B. über Blühflächen wurde in die Runde eingebracht und diskutiert. Dabei war ein wichtiger Punkt, dass Blühflächen grundsätzlich positiv gesehen werden. Die Vertreter der Ökoverbände machten aber deutlich, dass es zur Biodiversitätsverbesserung über die Blühflächen und -streifen hinaus mehr braucht wie z.B. eine Biotopvernetzung, besondere Anbaumethoden und vielfältige Fruchtfolgen, um dieses Problem ernsthaft anzugehen. Als letztes Thema besprachen die Teilnehmer, dass der Arbeitskreis zwar im süddeutschen Raum verortet ist, er aber deutschlandweit angelegt ist und agieren soll.

Folgende Teilnehmer waren beim Gründungstreffen und beim 2. Treffen vor Ort:

Naturland:

Eberhard Räder: Präsidiumsmitglied, Sprecher für Biogas, Bio-Biogasanlagen Betreiber

Hans Holland: Bio-Biogasanlagenbetreiber

Bioland:

Lothar Braun-Keller: Fachausschusssprecher Biogas, Bio-Biogasanlagenbetreiber

Biokreis:

Hans Schiefereder: Geschäftsführer Erzeugerring Bayern e.V.

Karl-Heinz Geiß: Mitglied Biokreis

Bayerischer Bauernverband:

Anton Kreitmair: BBV Bezirkspräsident Oberbayern, Vorsitzender der BBV Fachausschüsse Nachwachsende Rohstoffe und Ökolandbau

Daniela Gehler: Referentin ökologischer Landbau

Carolin Langwieser: Referentin Nachwachsende Rohstoffe, Futtermittel und Qualitätssicherung

Fachverband Biogas e.V.:

Dr. Stefan Rauh: Geschäftsführer und Leiter Referat Landwirtschaft

Markus Bäuml: Regionalreferent Regionalbüro Süd-Ost

Landesanstalt für Landwirtschaft Märkte:

Martina Zengel: Mitarbeiterin am Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM)

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:

Georg Stöckl: Leiter Fachzentrum Ökologischer Landbau am AELF Neumarkt i.d.Opf

Josef Schmidt: Landtechnik Berater am AELF Ingolstadt, Betreuer Bio-Biogasanlage Kloster Plankstetten

C.A.R.M.E.N. e. V.:

Robert Wagner: Leiter Abteilung Biogas und Mobilität

Falko Stockmann: Mitarbeiter Abteilung Biogas und Mobilität

Circa 5.700 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


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