Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


28 2019Unternehmen sehen im Frühjahr 2019 positiver in die Zukunft

Straubing, 13. Juni 2019 * In halbjährlichem Rhythmus werden die Unternehmen der Branche der Nachwachsenden Rohstoffe von C.A.R.M.E.N. e.V. nach ihrer wirtschaftlichen Lage befragt. Diese Konjunkturumfrage wird nun bereits im neunten Jahr durchgeführt und die erhobenen Daten evaluiert und veröffentlicht. Unternehmen aus den Teilbranchen feste Biomasse, Biogas, biogene Treibstoffe und stoffliche Nutzung werden dabei berücksichtigt. Die Firmen sollen ihre derzeitige Lage und zukünftige Entwicklung einschätzen. Dabei zeigt sich ein optimistischerer Blick in die Zukunft als noch im Herbst 2018.

Die aktuelle Lage

Die Einschätzung der momentanen Lage ist in der Branche der Nachwachsenden Rohstoffe weiterhin erfreulich positiv, denn wie auch im Herbst 2018 melden 42 % der Unternehmen steigende Umsätze im Vergleich zum Vorjahr. Positiv ist auch die Tatsache, dass sich der Anteil der Unternehmen, welche deutliche Umsatzrückgänge von mehr als 10 % hinnehmen mussten, mit einem Rückgang von 7 % auf 3 %, mehr als halbiert hat. Etwas schwächer, aber dennoch positiv, ist die Lage bei den Investitionen. Wieder haben fast drei Viertel der Betriebe mehr oder genauso viel wie im vergangenen Jahr investiert. Nur 14 % der Unternehmen gaben an, keinerlei Investitionen getätigt zu haben. Dies ist der niedrigste Stand seit Beginn der Umfrage im Jahr 2010. Fast keine Veränderungen ergaben sich bei der Entwicklung des Personalbestandes. Die Quote der Betriebe, welche Personal eingestellt haben, liegt weiterhin deutlich höher als die derjenigen, die Beschäftigte entlassen mussten. Ein negatives Verhältnis zulasten des Personalbestandes gab es zuletzt Anfang 2015.

Ausblick: Zukünftige Entwicklungen

Erwartungen an die zukünftige Entwicklung des Umsatzes sind im Vergleich zur Herbstumfrage leicht eingetrübt. Der Anteil an Firmen, welche fallende Umsätze befürchten, ist von 11 % auf 18 % gestiegen. Ebenso erwarten auch deutlich weniger Unternehmen Umsatzsteigerungen von über 5 %. Dennoch hoffen aber weiterhin drei Viertel der Betriebe auf stabile bis moderat steigende Umsätze. Unverändert positiv ist das Bild bei der Frage nach der Investitionsbereitschaft im kommenden Jahr. Der Anteil der Firmen, welche weniger als im aktuellen Jahr oder gar nicht investieren wollen, ist nochmals auf jetzt 27 % gefallen und war in den vergangenen sieben Jahren nur ein einziges Mal niedriger. Stabil seit drei Jahren ist auch die Tatsache, dass mehr als ein Viertel der Unternehmen das Investitionsniveau steigern wollen. Auch die zukünftige Entwicklung des Personalbestandes zeigt vor allem eines: Stabilität. Drei Viertel wollen diesen konstant halten, was angesichts der allgemein guten Beschäftigungssituation zwar nicht verwunderlich, aber dennoch positiv ist. Nur noch 2 % der Betriebe planen einen Personalabbau. Dieser Wert wurde zuletzt 2011 unterschritten. Einen signifikanten Stimmungsumschwung gab es bei der Einschätzung der politischen Rahmenbedingungen. Erstmals seit Anfang 2012 werden diese wieder von mehr als 10 % der Unternehmen als gut bezeichnet. Der Anteil der Betriebe, welche die Rahmenbedingungen als schlecht bezeichnen, ist mit 41 % so niedrig wie seit Anfang 2013 nicht mehr.

Fazit & Blick auf die einzelnen Branchen

Inwieweit die nun schon langfristig positive Einschätzung durch Unternehmen die allgemein gute Wirtschaftslage widerspiegelt oder tatsächlich durch branchenspezifische Aspekte begründet ist, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Auch über die Ursachen für den merklichen Stimmungsumschwung bei den politischen Rahmenbedingungen, kann nur spekuliert werden. Möglicherweise hofft die Branche, dass durch die aktuell wieder aufgeflammte Klimaschutz-Diskussion die erforderlichen Weichenstellungen bei den gesetzlichen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen positive Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben werden.

Bei der Bewertung der einzelnen Branchen kann man einen deutlichen Rückgang bei der gegenwärtigen Betrachtung im Bereich der stofflichen Nutzung verzeichnen. Allerdings ist sehr erfreulich, dass die zukünftige Entwicklung deutlich besser als die aktuelle Lage eingeschätzt wird. Auch der Bereich der festen Biomasse musste einen leichten Abschwung hinnehmen. Auch hier wird die Zukunft etwas optimistischer eingeschätzt. Die Werte sind seit Anfang 2017 relativ unverändert geblieben, was ebenfalls für eine Stabilität der Branche spricht. Einen deutlichen Aufwärtstrend verzeichnet der Bereich Biogas. Allerdings werden hier die zukünftigen Entwicklungen deutlich schlechter als die aktuelle Lage eingeschätzt.

Circa 4.680 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


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