Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


„Die Energiewende ist in aller Munde“

22 2019Straubing, 17. Mai 2019 * Bei der Kooperationsveranstaltung von C.A.R.M.E.N. e.V. mit der Regierung von Schwaben am Dienstag, den 14. Mai 2019 informierte sich eine engagierte Zuhörerschaft im Augsburger Rokokosaal über die Möglichkeiten und Potenziale im Rahmen einer Energie- und Ressourcenwende in der Verwaltung. „Die Energiewende ist in aller Munde“, begrüßte Sabine Beck, Bereichsleiterin für Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr der Regierung von Schwaben, das Auditorium. Es gebe viele große Programme und Ansatzpunkte, aber gleichzeitig sei es wichtig, auch im Kleinen anzufangen. Die Aufgabe öffentlicher Verwaltungen sei es da mit gutem Beispiel voranzugehen, betonte Beck.

Der Beschaffungsprozess der öffentlichen Hand etwa besitze ein riesiges Potenzial, nachhaltige Konzepte umzusetzen. Von Büroartikeln bis hin zu Reinigungsmitteln: Angelika Höß vom Auftragsberatungszentrum Bayern e.V. stellte viele Ansatzpunkte vor, um Sozial- und Umweltkriterien in die Ausschreibungen zu integrieren. Jutta Einfeldt von C.A.R.M.E.N. e.V. zeigte in ihrem Vortrag auf, welche Kriterien und Gütesiegel man dabei beachten sollte und stellte eine Fülle von ressourcenschonenden Produkten vor.

Einen Einblick, wie ein nachhaltiger Beschaffungsprozess in der Praxis umgesetzt werden kann, lieferte Simon Steuer, Klimaschutzmanager im Landkreis Oberallgäu. „Keine Angst vor dem Vergaberecht – dort ist geregelt, wie gekauft wird, aber nicht was“, gab Steuer zu bedenken. Der eigens erstellte Leitfaden des Landkreises gibt Empfehlungen und Hinweise für verschiedene Produktgruppen.

Auch im Bereich städtischer Gemeinschaftsverpflegung spielt Nachhaltigkeit zunehmend eine Rolle. So stellte Astrid Engel vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München das Projekt „Biostadt München“ vor. Indem das Angebot durch ökologisch erzeugte Waren ergänzt wird, könne ein großer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Wichtig sei dabei, alle Projektbeteiligten mitzunehmen und zum Mitmachen zu motivieren.

Um das Mitnehmen und Mitmachen ging es auch im Vortrag von Daniel F. Eisel vom bayerischen Beraternetzwerk LandSchafftEnergie. Unter dem Motto „Energiesparen im Büroalltag – wie sag ich´s den Kollegen?“ zeigte er, dass sich Klimaschutz im Büro langfristig für alle Beteiligten lohnen kann. Hier brauche es allerdings kreative Ansätze, gute Ideen und mitunter Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen.

Einen Blick über den Tellerrand ermöglichte Bernd Schott, Umwelt- und Klimaschutzbeauftragter der baden-württembergischen Universitätsstadt Tübingen. Er stellte das Projekt „Tübingen macht blau“ vor und damit Wege und Möglichkeiten hin zu einem nachhaltigen Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung. Seit 2005 setzt die Stadt Anreize zur verstärkten ÖPNV- und Radnutzung durch verschiedene Maßnahmen. Gleichzeitig wurde sukzessive der städtische Fuhrpark abgeschafft und ein Car-Sharing-System eingerichtet. Umfragen unter den Mitarbeitenden belegten, dass die Belegschaft so nicht nur entspannter zu Arbeit gelange, sondern auch positive Effekte für die Gesundheit einhergingen.

Von positiven Ergebnissen für die Energiewende konnte auch Ute Greve vom Hochbauamt der Stadt Augsburg berichten. Das Kommunale Energiemanagement der Stadt fördere den effizienten Umgang mit den Ressourcen Wasser, Strom und Wärme mithilfe konkreter Energiesparstrategien. So konnten etwa an Schulen teilweise mehr als 50 Prozent der Kosten für die Wärmebereitstellung eingespart werden. Darüber hinaus setze sich die Kommune dafür ein, dass Thema in die Klassenzimmer zu bringen, um eine langfristige Bewusstseinsbildung anzuregen.

Die Anwesenden nutzten das Fachgespräch, um sich rege über Herangehensweisen, Tipps und Kniffe für mehr Nachhaltigkeit in der eigenen Verwaltung auszutauschen. Die motivierenden Beispiele aus der Praxis zeigen, dass es eine Reihe an Möglichkeiten und Erfahrungen gibt, auf die zurückgegriffen werden kann!

Circa 4.000 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.

 


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