Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


18 2019Straubing, 16. April 2019 * Wie kann ich energieeffizient und ökologisch bauen? Welche Lösungen gibt es aus Holz? Gibt es einen nachhaltigen Massivbau? Wo und wie kann ich Naturdämmstoffe einsetzen? Wie kann ich nachhaltig heizen? Und welche Fördermöglichkeiten gibt es? Diese und weitere Fragen beantworteten Fachleute aus Praxis und Beratung beim C.A.R.M.E.N.-Infoabend „Energieeffizient und gesund bauen – Klima schützen, Kosten sparen“ am 10. April 2019 in Straubing.

Zu Beginn der Veranstaltung führte Kathrin Bruhn vom Technologie- und Förderzentrum in Straubing durch die Ausstellung „Biomasseheizungen“. Dort konnten Biomassekessel für Hackschnitzel, Pellets oder Scheitholz besichtigt werden. Die Entwicklungen in diesem Bereich seien in den vergangenen Jahren enorm gewesen, so Bruhn.

Anschließend begrüßte Julia Lehmann von C.A.R.M.E.N. e.V. die rund 30 Besucherinnen und Besucher im Schulungs- und Ausstellungszentrum (SAZ) am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing. Im ersten Vortrag des Abends wurden verschiedene Naturdämmstoffe unter anderem Holz, Hanf, Zellulose aus Altpapier und das „exotische“ Seegras vorgestellt. Dämmstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen haben derzeit einen leicht wachsenden Marktanteil von ca. 7 Prozent.

Zimmerermeister Florian Wick von STEICO SE aus Feldkirchen referierte zum Thema Holzbau. Er zeigte sich erfreut darüber, dass auch in Städten das Bauen mit Holz immer beliebter werde und beispielsweise das Potenzial für Nachverdichtung und Aufstockungen erkannt werde. Ein weiterer Vorteil sei der Beitrag des Holzbaus zum Klimaschutz, durch die Bindung von CO2. Während des Baumwachstums wird in einem Gebäude langfristig CO2 gespeichert. Mit dem STEICO-System könne komplett aus Holz gebaut werden, so Wick. Das Ständerwerk, die Gefachdämmung und selbst die Putzträgerplatten bestehen in diesem Fall aus Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Als Vertreter der Massivbauweise stellte Michael Mayr von der Leipfinger-Bader KG aus Vatersdorf den mit Holzfasern gefüllten Ziegel SILVACOR vor. Mayr räumte mit Vorurteilen des Ziegels auf: So bestehe ein Ziegel zu 100 Prozent aus natürlichen und regionalen Rohstoffen, wie Lehm, Sand und Sägemehl. Lange Transportwege entfallen somit. Der hohe Energiebedarf, der beim Brennen der Ziegel benötigt wird, werde durch den Einsatz von Erneuerbaren Energien ebenfalls umweltfreundlich bereitgestellt. Nach Ende der Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten können Ziegel beispielsweise in zerkleinerter Form im Straßenbau oder bei Dachbegrünungen verwendet werden.

Christian Letalik von C.A.R.M.E.N. e.V. informierte die Besucher über das Heizen mit Biomasse. Er zeigte, dass Biomasseheizungen längst weit verbreitet sind. Biomasse sei noch vor Geothermie und Solarthermie der Spitzenreiter der Erneuerbaren im Wärmesektor. Nach einer Vorstellung verschiedener Biomassekessel machte Letalik außerdem noch einmal auf das richtige Anzünden von Holzfeuern aufmerksam.

Stefan Kreidenweis vom Ökoenergie-Institut Bayern stellte die Ergebnisse der Studie  „Lebenszyklusanalyse von Wohngebäuden“ vor. Hierbei wurden verschiedene Bauweisen und unterschiedliche Heizungssysteme hinsichtlich Ökologie, Ökonomie und Nutzerkomfort verglichen. Unabhängig von der Bauweise, können laut Kreidenweis, die beim Bau eines Passivhauses anfallenden Mehrkosten gegenüber EnEV-Baustandard bereits nach ca. 25 Jahren durch die Heizkostenersparnis relativiert werden. Da die gewöhnliche Nutzungsdauer eines Einfamilienhauses diesen Zeitraum meist deutlich übersteigt, sei es aus ökonomischer und ökologischer Sicht zu empfehlen, ein Passivhaus zu bauen.

Abschließend berichtete Keywan Pour-Sartip über Fördermöglichkeiten bei Neubauten und Sanierungen. Grundsätzlich werde zwischen einer Förderung durch zinsvergünstigte Darlehen oder Zuschüsse unterschieden. Förderungen werden beispielsweise durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) oder das Bayerische 10.000 Häuser-Programm erteilt. Pour-Sartip betonte, dass es unbedingt erforderlich sei, eine Förderung vor Maßnahmenbeginn zu beantragen. Nachträglich sei dies meist nicht mehr möglich.

C.A.R.M.E.N. e.V. berät Sie jederzeit gerne zu den verschiedenen Themen im Bereich Bauen und Sanieren. Sie erreichen uns per Mail () sowie telefonisch (09421 960 300).

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