Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch informierte in Weiden i.d.Opf. über vielversprechende Technologie

16 2019Straubing, 11. April 2019 * Am 3. April 2019 trafen sich über 70 Teilnehmende in Weiden i.d.Opf., um sich zu aktuellen Themen im Bereich der Wärmepumpentechnologie auszutauschen. Das von C.A.R.M.E.N. e.V. organisierte und ausgebuchte Fachgespräch „Wärmepumpe für Neubau und Bestand – so geht´s!“ fand in Kooperation mit dem Energie-Technologischen Zentrum (etz) Nordoberpfalz GmbH in der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden statt.

Die Anzahl der installierten Wärmepumpen wachse kontinuierlich, stellte Matthias Rösch, etz Nordoberpfalz, in seiner Anmoderation fest. Mittlerweile seien die effizienten Heizungen nicht nur für den Neubau interessant, sondern können auch im Altbau installiert werden.

Dies zeigte auch Gisela Römmelt, C.A.R.M.E.N. e.V., in ihrem Vortrag. So gebe es insbesondere für Bestandsgebäude attraktive Fördersätze aber auch im Neubau erhalte man für den Einbau von effizienten Wärmepumpen noch hohe Zuschüsse. Den Prozess von der Planung eines oberflächennahen Geothermieprojekts bis zur Umsetzung beschrieb anschließend Thomas Popp, Erdwärme Gemeinschaft Bayern e.V. und gab dabei wertvolle Tipps für die Praxis.

Im Rahmen der Veranstaltung stellten Expertinnen und Experten darüber hinaus wichtige Aspekte aus dem Bereich Planung und Genehmigung vor. Eine Besonderheit in Bayern stellen in diesem Kontext die „Privaten Sachverständigen der Wasserwirtschaft“ dar. Diese seien, laut Klaus Bücherl, tewag (Technologie – Erdwärmeanlagen – Umweltschutz GmbH), zuständig für die Gutachten im wasserrechtlichen Verfahren für die Genehmigung von Erdwärmesonden sowie die Prüfung der Bauabnahme. Eine erste Einschätzung zur Umsetzbarkeit der verschiedenen Systeme biete zudem das interaktive Kartentool „UmweltAtlas Bayern“ des Landesamts für Umwelt.

Darüber hinaus widmeten sich die Referentinnen und Referenten technischen Details wie der Verfüllung von Erdwärmesonden, der Invertertechnologie oder dem hydraulischen Abgleich. Eine drehzahlgeregelte Wärmepumpe biete, so Michael Westermaier, Ratiotherm Heizung + Solartechnik GmbH & Co. KG, einige Vorteile. Zu diesen zählen unter anderem eine geringere Vereisung im Winter und eine bessere Einbindung von vor Ort erzeugtem PV-Strom. Auch eine Anpassung der Laufzeiten an die aktuellen Strompreise sei theoretisch darstellbar. Eine Optimierung des Laufverhaltens sowie bestenfalls niedrigere Vorlauftemperaturen könne durch den hydraulischen Abgleich erzielt werden. Diesen griff Bernhard Pex, C.A.R.M.E.N. e.V., in seinem Vortrag auf. Mit effizienter arbeitenden Umwälzpumpen könnten in Deutschland knapp 80 Prozent des hierfür benötigten Stroms eingespart werden.

Neben den klassischen Konzepten stellte Simeon Siegele, Viessmann Eis-Energiespeicher, Eisspeicher als mögliche Wärme- und Kältequelle für Wärmepumpensysteme vor. Nicht nur bei größeren Projekten sondern auch im Einfamilienhaus könne ein solches System zum Einsatz kommen. Die richtige Dimensionierung und Regelung der einzelnen Technikkomponenten spiele dabei eine wichtige Rolle.

Durch erfolgreich umgesetzte Praxisbeispiele stellten die Vortragenden die Machbarkeit der verschiedenen Systeme unter Beweis. Während Peter Gebhardt, Carnotherm Wärmelogistik GmbH & Co. KG, in seinem Vortrag u. a. Sanierungsprojekte mit wärmepumpenbasierten Heizkonzepten zeigte, stellte Thomas Eichenseher das Potenzial von Wärmepumpen für die Straubinger Karmeliten Brauerei Karl Sturm GmbH & Co. KG vor.

Die Fachvorträge machten die Vielzahl an Möglichkeiten sichtbar, Wärmepumpen als wirtschaftliche Heizsysteme zu realisieren. Die Technik kann bei richtiger Auslegung und intelligenter Kombination mit weiteren technischen Komponenten mittlerweile auch in Bestandsgebäuden effizient zum Einsatz kommen.

Circa 3.850 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


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