Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


57 2018 2Straubing, 27. November 2018 * „Für eine erfolgreiche Energiewende braucht es alle Möglichkeiten, auch Power to Gas“ – so lautete das abschließende Fazit des C.A.R.M.E.N.-Fachgesprächs „Power to Gas in der Praxis – Potenzial und Erfahrungsbericht“. Die Veranstaltung mit Exkursion fand in Kooperation mit Bayern Innovativ am 20. November 2018 in Haßfurt statt. 50 Interessierte nutzten den Dienstagnachmittag, um sich über die Zukunftstechnologie zu informieren und auszutauschen.

Im ersten Vortrag des Tages erläuterte Ilona Dickschas von der Siemens AG das Grundprinzip der Elektrolyse sowie die verschiedenen Einsatzgebiete von Wasserstoff. Der Industriesektor weise aktuell die größte Nachfrage nach Wasserstoff auf. Im Verkehrssektor werde Wasserstoff als Kraftstoff voraussichtlich vor allem bei großen Fahrzeugen eine Rolle spielen. Bei PKW und Kleintransportern sei die Batterie der Brennstoffzelle dagegen aktuell noch überlegen.

Der Einsatz von erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor durch Power-to-liquid und Biomass-to-liquid wurden anschließend vertiefend von Franziska Müller-Langer vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) diskutiert. In ihrem Vortrag betonte sie, dass für eine ambitionierte Treibhausgasminderung im Verkehrsbereich alle Optionen einer CO2-freien Mobilität weiterverfolgt und Synergien genutzt werden müssen.


Deutschland im internationalen Vergleich vorne

57 2018 1Jeanette Uhlig erläuterte den Anwesenden die Arbeiten der dena-Strategieplattform Power to Gas. In den dena-Prognosen wird davon ausgegangen, dass Power to Gas wirtschaftlich erst mittelfristig eine Rolle spielen wird. In der Erforschung der Technologie ist Deutschland im internationalen Vergleich Vorreiter mit aktuell mehr als 35 Pilot- und Demonstrationsprojekten mit steigender Anlagenkapazität.

Eines der 35 Pilotprojekte steht in Haßfurt und wurde im November mit dem Bayerischen Energiepreis 2018 in der Kategorie „Energieverteilung und -speicherung ausgezeichnet. Norbert Zösch von den Stadtwerken Haßfurt stellte die Power to Gas Anlage im Rahmen des letzten Vortrags vor. Der Strom für die 1,25 MW Anlage komme aus den eigenen Windrädern vor Ort und zwar immer nur dann, wenn Stromüberschuss im Netz vorhanden sei. Der erzeugte Wasserstoff werde zum einen für das Erdgas-BHKW in der benachbarten Mälzerei genutzt, zum anderen mit fünf Prozent in einen Teil des lokalen Erdgasnetzes eingespeist. Finanziert werde die Anlage über den Windgastarif von Greenpeace Energy. Der „virtuelle Kraftwerksbetreiber“ NEXT Kraftwerke steuert die Anlage, um eine Teilnahme am Regelenergiemarkt zu ermöglichen.

Nach der Theorie folgte für die Teilnehmenden die Praxis mit einer Exkursion zu dem Pilotprojekt in Haßfurt. Direkt neben der Mälzerei konnten sie einen prüfenden Blick auf die Anlage werfen und sich genauer über das Zusammenspiel der Anlagenkomponenten informieren.

Weitere Informationen zum Thema Power to Gas finden Sie auf unserer Webseite.

Circa 2.760 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok