Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


120 Teilnehmer informieren sich in Gollhofen über Hanf als Winterzwischenfrucht

55 2018 2Straubing, 6. November 2018 * Der Zwischenfruchtanbau ist eine der wichtigsten Agrarumweltmaßnahmen. Neben den ökologischen Vorteilen bieten sich auch ökonomische Potenziale durch die zusätzliche Wertschöpfung von der Fläche. Am 5. November 2018 versammelten sich daher ca. 120 Teilnehmer in der Gaststätte zum Stern in Gollhofen um mehr über das Thema Hanf im Zwischenfruchtanbau zu erfahren. Das Fachgespräch wurde von C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit dem AELF Uffenheim organisiert.

In seinem Grußwort zeigte sich Herr Dr. Ludwig Albrecht, Behördenleiter und Bereichsleiter Forsten des AELF Uffenheim, begeistert vom großen Interesse für das Thema und begrüßte insbesondere 20 Schüler, die derzeit die Winterschule in Uffenheim besuchen. Anschließend führte Nico Arbeck von C.A.R.M.E.N. e.V. aus Straubing durch die Veranstaltung. Den ersten Vortrag des Abends präsentierte Frau Dr. Maendy Fritz vom Technologie und Förderzentrum, ebenfalls aus Straubing. Sie beschrieb sowohl einige botanische Besonderheiten von Hanf als Kulturpflanze und ging vor allem aus rechtlicher Sicht auf die Frage „Wie gehe ich vor, wenn ich Nutzhanf als Zwischenfrucht, also Winterhanf anbauen möchte?“ ein. Im Anschluss zeigte Frau Dr. Bettina Fink von C.A.R.M.E.N. e.V. die Entwicklung des Hanfanbaus und ging auf die Nutzungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Pflanzenbestandteile ein. So werden beispielsweise die Samen für Nahrungsmittel, Futter oder Kosmetik eingesetzt oder das Hanfstroh wird für die Herstellung von Textilien, technischen Textilien oder Dämmstoffen genutzt. Herr Dr. Michael Dickeduisberg vom Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse in NRW wollte mit seinem Vortrag die Landwirte dazu anregen, Hanf anzubauen. Seiner Ansicht nach, könnte es für den Einen oder Anderen durchaus auch wirtschaftlich interessant sein. Er wies darauf hin, dass bei Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen nicht eine Hauptkultur wie Mais als Konkurrenz betrachtet werden muss, sondern eine andere Zwischenfrucht, die im Gegensatz zum Winterhanf meist keinen Beitrag zum Deckungsbeitrag leistet. Herr Dr. Heiko Beckhaus von der NFC GmbH berichtete über die Historie der Fasernutzung von Hanf. Bereits die erste Jeans wurde aus Hanf hergestellt, so Beckhaus. Zudem stellte er Funktionalität, Marktpotenziale, besondere Kennzeichen wie geringer Wasserverbrauch und die Vorteile von Zwischenfrüchten sowie die Wirtschaftlichkeit in den Fokus seines Vortrags.

In einer abschließenden Diskussion wurden Fragen zu Logistik, Qualitätsmerkmalen, Ernte, Konkurrenzkraft, Schädlingen und Düngung behandelt. Insbesondere Herr Klack, ein Landwirt mit 12 Jahren Erfahrung im Hanfanbau, konnte seinen Berufskollegen einige Hinweise aus der Praxis geben und auch auf spezielle Fragen eingehen. Danach nutzten viele Teilnehmer die Möglichkeit, die von Herrn Dr. Beckhaus mitgebrachten Produkte zu begutachten.

Circa 2.900 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


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