Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


28 2018Straubing, 18. Mai 2018 * Am Donnerstag, den 17. Mai 2018 fand im Bildungszentrum Kardinal-Döpfner-Haus in Freising das Fachgespräch „Aus Abwärme Strom erzeugen“ von C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit dem Fachverband Biogas e.V. statt. Rund 90 Teilnehmer hörten verschiedene Vorträge und Erfahrungen aus der Praxis. Mit dem Fachgespräch sollten Abwärmeerzeuger angeregt werden, ihre Abwärme einer Verstromung zuzuführen. Der dadurch erzeugte Strom kann eingespeist werden, betriebsintern oder zur Versorgung von Dritten genutzt werden.

Als erster Redner führte Bernhard Pex von C.A.R.M.E.N. e.V. kurz in die technischen Voraussetzungen für die Verstromung von Abwärme ein. Im Anschluss daran erörterte Rudolf Cirbus von EEB EnergieEffizienzBeratung Cirbus wie ein Abwärmenutzungskonzept im KfW Programm 294/494 erstellt wird. Er ging auf verschiedene Punkte ein, unter anderem wie eine Energieberatung dazu abläuft, welche Formalien erfüllt sein müssen und wie sich die Maßnahme der Abwärmenutzung für die Unternehmen auswirkt. Harald Heinl von der Omnicert Umweltgutachter GmbH beleuchtete die Sicht der Umweltgutachter und ging auf die Stichworte „Stromkennzahl“ und „KWK-Bonus“ ein.

Nach einer kurzen Kaffeepause mit regem Austausch der Teilnehmer untereinander hielt Marcus Kaufmann von der KfW-Bankengruppe einen Vortrag zum Abwärmeprogramm der KfW und seinen Fördervoraussetzungen. Dieses ist gefördert durch das BMWi und unterstützt die „Offensive Abwärmenutzung“ des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) der Bundesregierung. Er ging auf die verschiedenen förderfähigen Maßnahmen ein und welche Erfahrungen die KfW dazu gemacht hat. Falko Stockmann von C.A.R.M.E.N. e.V. erörterte die Frage „Kann Verstromung von Abwärme wirtschaftlich sein?“ und zeigte dabei verschiedene Fallbeispiele für die Vergütung der Nachverstromung auf. Es sei dringend notwendig, die Vergütung im Vorfeld mit dem Netzbetreiber abzuklären. Außerdem erhöhe die Nachverstromung die Höchstbemessungsleistung nicht, so Stockmann. Über juristische Fallstricke, welche bei der Nachverstromung entstehen können und was dabei unbedingt zu beachten ist, informierte Dr. Helmut Loibl von der Kanzlei Pakula Sobola Loibl & Partner in Regensburg. Das wichtigste sei, die Meldepflicht bei der Bundesnetzagentur ernst zu nehmen, da sonst im schlimmsten Fall die Vergütung entfalle. Dr. Loibl verdeutlichte, dass in jedem Fall eine individuelle Beratung notwendig sei, da viele Rahmenbedingungen und Formalitäten beachtet werden müssten. Als letzten Vortrag stellte Thiemo Müller vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) die von ihnen entwickelte Abwärmebörse und den Abwärmerechner vor.

Im anschließenden Praxisteil stellten zuerst Hersteller und Planer von Abwärmeverstromungsanlagen ihre Konzepte vor: Julian Lechner (ORCAN Energy aus München), Jörg Lezuo (AWN GmbH aus Neukirchen) und Olaf Götting (DeVeTec aus Sant Ingbert). Zum Abschluss berichteten Betreiber von ihren Erfahrungen mit der Abwärmeverstromung. Martin Forstner, welcher im Landkreis Kehlheim, eine ORC-Anlage an einer Biogasanlage betreibt und Stephan Haberstetter aus Schwindegg, der seine Biogasabwärme mittels Dampf-Motor verstromt. Als letztes kam ein Praxisbeispiel, wie eine Umsetzung in der Industrie funktionieren kann. Anton Bartinger vom Zementwerk Rohrdorf berichtete von ihren Erfahrungen mit einer Verstromung. Bei den dort gegebenen Leistungsbereichen, ist eine Verstromung in einer Dampf-Turbine realisiert worden. Insgesamt war die Veranstaltung ein voller Erfolg und das Feedback der Teilnehmer zu dieser noch jungen Technik sehr positiv.

Circa 3.600 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.


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