Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


27 2018 2 KopieStraubing, 17. Mai 2018 * Rund 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen kamen am Dienstag, den 15. Mai 2018 in den Windstützpunkt Uffenheim, um sich über Perspektiven für Kommunen im Bereich Windenergie zu informieren. Die C.A.R.M.E.N.-Veranstaltung erfolgte in Kooperation mit der Stadt Uffenheim sowie der Fachagentur Windenergie an Land e.V. Das Informationszentrum bot dabei einen passenden Rahmen für konstruktive Diskussionen und regen fachlichen Austausch.

Windenergie in Bayern – das verbinden die meisten heute vor allem mit „Gegenwind“. Dass das Thema immer noch aktuell ist zeigten nicht nur die vollen Reihen beim Windfachgespräch, sondern auch die vorgestellten Beispiele aus der Region Mittelfranken. Bruno Thürauf, Bürgermeister von Neuhof a.d.Zenn und Stefan Paulus von der Wust – Wind & Sonne GmbH aus Markt Erlbach präsentierten, wie eine Gemeinde unter Berücksichtigung der 10H-Regelung ein Windenergievorhaben realisieren konnte. Selbiges gilt für das Engagement der Stadt Uffenheim mit ihrem offiziellen bayerischen Windstützpunkt. „The winds of change – die Zukunft liegt in der Luft“ so steht es an der Wand des Ausstellungsraumes und dies wurde ebenso im Vortrag des Uffenheimer Bürgermeisters Wolfgang Lampe deutlich. Trotz einiger Hemmnisse beim Ausbau leiste die Windenergie bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Um wirklich nachhaltig zu sein müsse der Zubau allerdings mit Um- und Weitsicht passieren. Dieses gelang beiden Gemeinden, die heute von der regionalen Wertschöpfung der Windenergieprojekte profitieren.

27 2018 2Warum Windenergieprojekte in der Bevölkerung häufig auf Ablehnung stoßen, wurde im Vortrag von Landschaftsplaner Prof. Dr. Sören Schöbel-Rutschmann von der TU München deutlich. Mit dem Ziel die landschaftliche Schönheit zu schützen würden Windenergieanlagen häufig in ohnehin optisch „benachteiligten“ Gebieten und ohne Berücksichtigung der Landschaftsformen geplant. Ein Projekt die Akzeptanz des Windenergieausbaus zu erhöhen stellte Ramona Notroff von der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) aus Erfurt vor. Mit Vergabe des Siegels „Faire Windenergie Thüringen“ verpflichten sich Projektierer, die von der ThEGA entwickelten Leitlinien einzuhalten. Dazu zähle unter anderem die direkte finanzielle Beteiligungsmöglichkeit von Bürgern, Unternehmen und Kommunen.

Das sich häufig ändernde Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) thematisierte Jürgen Quentin von der Fachagentur Windenergie an Land e.V. aus Berlin. Eine Zwischenbilanz für das erste Jahr der Ausschreibungen von Windenergie an Land zeige, dass sich nach vier Ausschreibungsrunden lediglich 7 % der bezuschlagten Anlagen südlich der sogenannten Mainlinie befinden: ein regionales Ungleichgewicht, das es zukünftig zu beheben gelte. Fabian Dietl von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus München beleuchtete die Bauleitplanung. Die 10 H-Regelung bedeute kein Aus für die Windenergie in Bayern. Sie zwinge die Kommunen allerdings, anders zu planen. Im Außenbereich besäßen diese durch die Erstellung von Bebauungsplänen eine Steuerungsmöglichkeit, mit der auch geringere Abstandsflächen zur Wohnbebauung gewählt werden können.

Die Referenten waren sich einig, dass die Windenergie weiterhin ein wichtiger Baustein zum Erreichen der politischen Klimaschutzziele ist. Erfolgen kommunale Windenergieprojekte wie in Uffenheim oder Neuhof a.d.Zenn unter Berücksichtigung und Einbeziehung der lokalen Interessengruppen, können Gemeinden langfristig davon profitieren.

 

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