Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


26 2018Straubing, 9. Mai 2018 *. Am Dienstag, den 8. Mai 2018, fand in Oberindling bei Pocking der mittlerweile 40. Biogas-Praxistag der Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbands Biogas e.V. statt. 25 Teilnehmer besuchten die Biogasanlage von Gerhard Zöls, der von ersten Praxiserfahrungen beim Einsatz von Körnermaisstroh berichtete, und hörten einen Vortrag zu „Erneuerbares Methan aus Strom & Gas“ und die Vorstellung der Imagekampagne „Unsere bayerischen Bauern“.

 

Robert Wagner begrüßte als Stellvertreter für den verhinderten Regionalgruppensprecher Franz Winkler die Teilnehmer. Im Anschluss stellte Gerhard Zöls seine Biogasanlage vor, die er an zwei verschiedenen Standorten mit einer installierten Leistung von 1,7 MW betreibt. In Oberindling versorgt er eine Getreidetrocknungsanlage und rund 50 Hausanschlüsse mit Wärme - am Standort Pocking hauptsächlich das Schulzentrum mit Grund- und Mittelschule, Gymnasium und drei Turnhallen, das Hallenbad sowie eine Seniorenwohnanlage. Neben der betriebseigenen Gülle von 2.000 Schweinen und zugekauftem Hühnermist setzte er bislang überwiegend Energiepflanzen (Silomais, Getreide-GPS, Sudangras) ein. Anders im vergangenen Jahr: Damals baute er auf 170 Hektar Körnermais an und erntete als Zweitnutzung erstmals das gleichzeitig anfallende Maisstroh, um es in der Biogasanlage einzusetzen. Hierfür waren umfangreiche technische und organisatorische Umstellungen erforderlich – unter anderem benötigte er einen Pflückvorsatz für den Mähdrescher und eine mechanische Zerkleinerungs- und Aufbereitungstechnik. Mit der Technik und der Energiebilanz in der Biogasanlage ist Zöls zufrieden – unterschätzt hatte er allerdings den hohen Arbeitsaufwand für Bergung und Einsilierung des Strohs. Als großen Vorteil beim Einsatz von Körnermaisstroh sieht er, dass keine zusätzliche Anbaufläche erforderlich ist und die in der Öffentlichkeit immer noch geführte Teller-Tank-Diskussion entschärft werden kann. Für Betreiber, die zukünftig sich an Ausschreibungen beteiligen müssen, betonte er, dass das Maisstroh nicht auf den sogenannten Maisdeckel angerechnet werde.

Nach der Besichtigung sammelten sich die Teilnehmer im ortsansässigen Wirtshaus, um zwei Vorträge zu hören. Markus Bäuml, Referent des Regionalbüros Süd-Ost des Fachverbands Biogas e.V., moderierte den Abend. Zunächst ging Karsten Seebauer, Technischer Leiter von Micro-Pyros GmbH auf das Thema „Power to Gas – Erneuerbares Methan aus Strom und Biogas“ ein. Die in Straubing ansässige Firma hat ein biologisches Verfahren entwickelt, bei dem durch Elektrolyse gewonnener Wasserstoff mit CO2, das beispielsweise aus Biogasanlagen stammen kann, zu Methan umgesetzt wird, das dann zur Strom- und Wärmegewinnung oder in der Mobilität eingesetzt werden kann. Nach umfangreichen Forschungen im Labor- und Technikumsmaßstab wird derzeit an der Abfallvergärungsanlage im oberbayerischen Schongau eine erste Demonstrationsanlage aufgebaut. Als Energiequelle für den Elektrolyseur sollen vorrangig überschüssige Strommengen aus der Windkraft- und Photovoltaikanlagen eingesetzt werden.

Den zweiten Vortrag hielt Frau Eva-Maria Haas von „Unsere bayerischen Bauern e.V.“, die den Anwesenden den 2016 gegründeten Förderer- und Fürsprecher-Verein der bayerischen Landwirte vorstellte. Ziel ist es, die „… Wertschätzung und Akzeptanz der Verbraucher für die bayerische Erzeugung zu verbessern.“ Die Imagekampagne umfasse deshalb alle Bereiche der bayerischen Landwirtschaft, so Frau Haas. Welche Aktivitäten umgesetzt werden, welche Reichweite diese erzielten und welche Zielgruppen vorrangig angesprochen werden sollen, wurde den Zuhörern ebenfalls in einer umfangreichen Präsentation gezeigt.

Circa 3.800 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.

Über C.A.R.M.E.N. e.V.

C.A.R.M.E.N. e.V., das Centrale Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk, wurde 1992 gegründet undist die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, Erneuerbare Energien und nachhaltige Ressourcennutzung. Seit 2001 bildet C.A.R.M.E.N. e.V. eine der drei tragenden Säulen des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe mit Sitz in Straubing. C.A.R.M.E.N. e.V. wird getragen von seinen mehr als 70 Mitgliedern aus allen Teilen der Wertschöpfungskette Nachwachsender Rohstoffe und Erneuerbarer Energien, darunter das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie sowie das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.


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