Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


DSC 6596Straubing, 23. März 2018 * Am 21. März veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit dem Institut für neue Energiesysteme der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) ein Fachgespräch zu „Perspektiven der Stromvermarktung – Regional und nachhaltig“. Über 120 Fachpersonen und Interessierte informierten sich im Hörsaal der THI über aktuelle Trends und Entwicklungen in diesem Bereich. Alternative Möglichkeiten der Stromvermarktung wurden vorgestellt und rege diskutiert.

Durch das Programm leitet Gisela Römmelt von C.A.R.M.E.N. e.V. Nach einem Grußwort von Uwe Holzhammer, Professor für Energiesystemtechnik an der THI, erfolgte eine kurze politische Einordnung durch Christian Hahn, Regierungsdirektor beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie. Er betonte die Herausforderungen, die durch die Einspeisung vieler dezentraler Anlagen in die Verteilnetze entstehen und hob die Wichtigkeit von zentralen Kraftwerken sowie dem Netzausbau hervor.

Ulrich Kilburg von C.A.R.M.E.N. e.V. erläuterte in seinem Einführungsvortrag Grundlagen zum Marktprämienmodell und Möglichkeiten der freiwilligen Direktvermarktung. Als zweite Rednerin ging Lisa Conrads von der Energieagentur NRW auf die Anforderungen der sonstigen Direktvermarktung ein. Ein Vorteil hierbei sei insbesondere die Nutzung der grünen Eigenschaft des Stromes für Ökostromprodukte.

Die Rolle der Bürgerenergiegenossenschaften in Bayern beleuchtete Markus Käser als Vorsitzender der Bürgerenergie Bayern e.V. Anschließend stellte Herr Eifertinger, ebenfalls Mitglied im Vorstand der Bürgerenergie Bayern e.V. das Gasspeicher-Projekt „Infinity1“ vor, bei dem über das Power-to-Gas Verfahren aus überschüssigem erneuerbarem Strom Biomethan erzeugt wird.

Nach der Mittagspause informierte Micha Klewar von PwC legal über die Vertragsgestaltung bei Direktvermarktung und -belieferung. Als verbindliches Instrument sollen die Regionalnachweise helfen die Nachfrage nach regionalem Strom transparent und nachvollziehbarer zu decken. Vorgestellt wurde dieses Register von Martin Berelson vom Umweltbundesamt. Welchen Nutzen ein virtuelles Kraftwerk für Anlagenbetreiber hat führte Hans-Joachim Röhl von Next Kraftwerke aus. Insbesondere für Biogasanlagen ließen sich so Zusatzerlöse im Bereich der Regelenergie sowie durch eine flexible Fahrweise generieren.

Sven Buschke und Flynn Werner eröffneten ihren Vortrag zur Blockchain-Technologie mit dem Statement, dass dank der Blockchain nun das Übertragen von Eigentum anstelle einer reinen Datenkopie möglich werde. Dadurch könne auch der Handel mit Strom zwischen Prosumer und Verbraucher vereinfacht werden. Die größten Hürden lägen weiterhin in der Regulierung, den technischen Standards sowie rechtlichen Unsicherheiten. Warum Erneuerbare Energie und die Blockchain-Technologie so gut zusammen passen liegt für Joachim Klaus von den Allgäuer Überlandwerken auf der Hand. Beide haben einen dezentralen Charakter. Um sich für die Zukunft aufzustellen, erproben die Allgäuer deshalb im Projekt „Allgäu Microgird“ ihre Rolle als Dienstleister, mit einer Blockchain basierten Stromhandelsplattform.

Im letzten Fachvortrag stellte Prof. Dr.-Ing. Uwe Holzhammer das Forschungsprojekt „SmartBio“ des Instituts für neue Energie-Systeme vor und beschrieb, wie Netzengpässe damit in Zukunft intelligent verhindert werden könnten.

Abschließend hatten die Teilnehmer die Möglichkeit die Laborbiogasanlage der Technischen Hochschule Ingolstadt zu besichtigen.

 

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