Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


73 2017Straubing, 27. November 2017 * Am 21. November veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit der Klima- und Energieagentur Bamberg ein Fachgespräch zum Thema Batteriespeicher. Die Veranstaltung fand in der Regnitz Arena der Gemeinde Hirschaid statt, zu der sich insgesamt 110 Personen, überwiegend aus dem kommunalen Bereich, zur Thematik informierten.

Die Veranstaltung gab einen Einblick in die derzeitige Marktsituation für Batteriespeicher, deren Wirtschaftlichkeit, steuerliche Behandlung und Sicherheitsaspekte. Ebenfalls wurden die Teilnehmenden über die Haftungsfragen, Effizienzkriterien und derzeitige Anwendungsmöglichkeiten von Speichersystemen informiert. Während der Veranstaltung konnten auch Speichersysteme von Herstellern besichtigt werden.

Karl Weber von C.A.R.M.E.N. e.V. referierte über die Technik und die wichtigsten Eigenschaften von Batteriespeichersystemen. Insbesondere stellte er Analysen und Kenndaten aus der im Herbst 2017 aktualisierten C.A.R.M.E.N.-Marktübersicht für Batteriespeichersysteme vor. Diese dient Verbrauchern als erste neutrale Orientierungshilfe und soll für mehr Transparenz im Batteriespeichermarkt sorgen.

Hans Jaborek, Geschäftsführer der GSW Erneuerbare Energien Steuerberatungsgesellschaft mbH, erklärte den Zuhörern wie Batteriespeichersysteme steuerlich zu behandeln sind. Dabei gebe es essentielle Unterschiede zwischen der Umsatz- und der Einkommenssteuer. Wertvolle Tipps für den Verbraucher existieren in Form einer Informationsbroschüre des Bayerischen Landesamts für Steuern. Andreas Gissendorf von der Kanzlei Rödl & Partner klärte über mögliche Haftungsfragen bei Vertrieb und Installation auf. Zudem erläuterte er die Rechte und Pflichten von Betreibern und Dienstleistern beim Betrieb von Batteriespeichersystemen.

Michael Mast vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stellte mögliche Sicherheitslücken und Gefährdungen bei Lithium-Speichersystemen anhand eigener Versuche vor. Er verwies auf die neue VDE Anwenderregel E-2510-50, die speziell für stationäre Batteriespeichersysteme entwickelt wurde und präsentierte bereits erste Ergebnisse aus dem Projekt „Safety First“ in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISE und dem Zentrum für Sonnenenergie u. Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (Laufzeit bis Sept. 2018). Im Anschluss daran präsentierte Felix Büchle, ebenfalls vom Karlsruher Institut für Technologie, aktuelle Ergebnisse aus den Vermessungen von Batteriespeichersystemen nach den Effizienzkriterien des in diesem Jahr publizierten Effizienzleitfaden des BVES e.V. und BSW Solar e.V. Laut Büchle stehe fest, dass die System- ebenso wie die Batteriewirkungsgrade der insgesamt 18 geprüften Systeme stark variieren.

Abschließend lag der Fokus der Vorträge auf der Praxis. Thomas Neumann von der Q3 ENERGIE GmbH präsentierte den Teilnehmern Kombinationsmöglichkeiten diverser Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten mit Batteriespeichersystemen. Mit einer intelligenten Verschaltung sei fast alles möglich. Marco Schmidt von der Firma Pfenning Elektroanlagen rundete die Veranstaltung mit der Darstellung vieler umgesetzter Anwendungsbeispiele von größeren Batteriespeichersystemen ab. Hierbei zeigte er individuelle Lösungen in den Bereichen Eigenverbrauch, Notstrom, Inselsysteme und Regelenergie auf.

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