Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


68 2017Straubing, 26. Oktober 2017 * Knapp 50 Interessierte aus unterschiedlichen Fachrichtungen waren der Einladung von C.A.R.M.E.N. e.V., der Klima- und Energieagentur Bamberg und der Regierung von Oberfranken gefolgt und ins IGZ Bamberg gekommen, um sich der zentralen Frage zu stellen: Ist die Akzeptanz für die Energiewende heute noch ein Thema oder ist sie längst gegeben? 

 

„Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist für eine überwältigende Mehrheit der Deutschen ein wichtiges Anliegen. So bewerten 95 Prozent der Befragten den Ausbau der Erneuerbaren als wichtig bis außerordentlich wichtig“, so Benjamin Dannemann von der Agentur für Erneuerbare Energien Berlin (AEE), die jährlich die Zustimmung der Deutschen zur Energiewende erhebt. Nicht zu vernachlässigen sei jedoch der NIMBY-Effekt („not in my backyard“). Dieser besagt, dass die Energiewende  befürwortet wird, solange Personen nicht vor Ort durch den Bau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) selbst betroffen sind. Gleichzeitig nehme die Akzeptanz bei Vorerfahrungen mit EE-Anlagen zu.

Im Laufe des Tages wurden zahlreiche Konzepte und Strategien erörtert, die zu mehr Akzeptanz (trotz oder gerade wegen persönlicher Betroffenheit) führen können. Eine wichtige Möglichkeit stellt beispielsweise die Beteiligung an Erneuerbare Energien Anlagen dar, wie Micha Klewar von PwC aus juristischer Sicht argumentierte. Anita Kemp da Silva (bayerisches Landesamt für Umwelt) ergänzte die große Bedeutung zielgruppenorientierter Kommunikation, die zum Gelingen von Energieprojekten unabdingbar sei. Ebenso wichtig sei der sinnvoll gewählte Zeitpunkt von Kommunikations-Maßnahmen. Von einem wissenschaftlich-psychologischen Standpunkt betrachtete Elisabeth Dütschke die Leitfrage des Tages. Sie unterschied Akzeptanz in zwei Kategorien – aktive und passive Akzeptanz. Diese Unterscheidung sei sinnvoll, um akzeptanzsteigernde Maßnahmen entsprechend zu konzeptionieren.

Prof. Dr. Sören Schöbel, Landschaftsplaner der TU München, konzentrierte sich in seinem Vortrag auf Möglichkeiten der Umsetzung von Windenergieprojekten mit dem Hintergrund ein attraktives Landschaftsbild zu erhalten bzw. zu gestalten und dadurch Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen. Für manch Anwesenden überraschend war der Standpunkt der Bürger- und Heimatvereine, der durch Ursula Eberhard, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V., vorgetragen wurde. Sie betonte, dass die Bürger- und Heimatpflege für aktives Mitgestalten stehe und die Umsetzung der Energiewende mit dem Erhalt einer lebenswerten Landschaft kombinieren und in Einklang bringen wolle.

Zum Ende hin beeindruckte Robert Martin von der Klimaallianz Bamberg mit der erfolgreichen Umsetzung eines Elektro-Carsharing-Projekts im Landkreis Bamberg. Besonders interessant hinsichtlich des Veranstaltungsthemas war die begleitende Erforschung der Akzeptanz für Elektromobilität durch die Universität Bamberg. 

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Informationsangebote verschiedener Akteure, sowie einer Plakatausstellung des UBiZ Haßberge im Foyer des IGZ.

Aus Sicht der Veranstalter sowie aller Kooperationspartner handelte es sich um eine rundum gelungene Veranstaltung.

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