Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


60 2017 origStraubing, 29. September 2017 * Am 27. September 2017 trafen sich die Teilnehmer des Energieeffizienznetzwerkes Niederbayern EN² zum ersten thematischen Netzwerktreffen bei der JP Industrieanlagen GmbH im Industriegebiet Straubing. Ziel der mitwirkenden Unternehmen ist es, die Produktionsprozesse innerhalb der nächsten zwei Jahre energetisch zu optimieren.

Die JP Industrieanlagen GmbH mit Sitz in Straubing ist neben der Bischof + Klein SE & Co. KG, der gabo Systemtechnik GmbH, der Stadtwerke Straubing GmbH, der Tanne Kunststofftechnik GmbH sowie der Wallstabe & Schneider GmbH & Co. KG eines der sechs teilnehmenden Unternehmen.

Das Unternehmen ist ein kompetenter Partner im Sondermaschinenbau, in der Automatisierungstechnik und in der Auftragsfertigung. Das 51-köpfige Team um Geschäftsführer Johann Paulus ist seit über 15 Jahren darauf spezialisiert, die ausgefallensten Wünsche der Kunden aus der Automobil-, Lebensmittel- sowie der Glas- und Kunststoffindustrie umzusetzen. Ein Tochterunternehmen der JP Industrieanlagen GmbH fertigt darüber hinaus additive Bauteile aus Metall mit einem speziellen 3D-Druckverfahren.

Bereits heute nutzt das Unternehmen die Abwärme eines Druckluftkompressors. Zukünftig sind Investitionen in eine effiziente LED-Beleuchtung beabsichtigt, die sich bereits nach 3 Jahren amortisieren werden. Darüber hinaus plant das Unternehmen ein neues Hallendach zu errichten, um die energetischen Eigenschaften der Produktionsanlage weiter zu verbessern und die Heizkosten zu senken.

Nach einer gemeinsamen Betriebsbesichtigung stand für die Teilnehmer des Netzwerktreffens das Thema Abwärme im Mittelpunkt. Die anwesenden Experten des Ökoenergie-Instituts Bayern (ÖIB), des Zentrums für angewandte Energieforschung Bayern (ZAE), und der eta Energieberatung GmbH betonten, dass die erste Maßnahme stets die Vermeidung unnötiger Wärmeverluste ist. Um unnötige Einbußen zu minimieren, müssen bestehende Schwachstellen analysiert und beispielsweise durch Isolierung optimiert werden. Fällt die Abwärme unvermeidlich an, kann diese wenn möglich in den Prozess rückgeführt werden, um den Prozesswirkungsgrad zu erhöhen, oder an anderer Stelle im Unternehmen genutzt werden. Sind intern alle Potentiale ausgeschöpft, kann die Wärme betriebsextern zum Einsatz kommen und zum Beispiel ein Nahwärmenetz speisen.

Die Unternehmen konnten viele Tipps und Anregungen aus der eintägigen Veranstaltungen mitnehmen und wurden weiter in ihrem Bestreben bestärkt, die Energieverbräuche zu senken. Alle Teilnehmer waren sich darüber hinaus einig, dass die Regionalität ein großer Vorteil dieses Energieeffizienznetzwerkes ist. Die Wege für den Austausch sind kurz, man spricht die gleiche Sprache und auch die Gegebenheiten vor Ort sind für alle dieselben.

Das Energieeffizienznetzwerk Niederbayern EN² wurde im Mai 2017 auf Initiative des C.A.R.M.E.N. e.V. gegründet. Sechs Unternehmen aus der Region um Straubing sind die Hauptakteure dieses Netzwerkes. Ziel ist die Steigerung der Energieeffizienz in den beteiligten Unternehmen – kurz: weniger Energieverbrauch, weniger Umweltbelastung, weniger Kosten! Dazu vereinbaren die Unternehmen im Laufe des ersten Jahres ein gemeinsames Energieeinsparziel und treffen sich während der zweijährigen Netzwerklaufzeit viermal pro Jahr. Die Treffen finden jeweils bei den teilnehmenden Unternehmen statt und gliedern sich in einen Betriebsbesichtigung mit Präsentation der bisher umgesetzten und geplanten Energieeffizienzmaßnahmen sowie einen von den Unternehmen gewählten thematischen Teil. Der nächste Erfahrungs- und Wissenstransfer der Netzwerkteilnehmer findet im Dezember statt.


Interessierte Unternehmen aus der Region können sich unter www.been-i.de oder bei C.A.R.M.E.N. e.V. informieren.

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