Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


48 2017C.A.R.M.E.N. e.V. Konjunkturumfrage Nachwachsende Rohstoffe Frühjahr 2017

Straubing, 21. August 2017 * C.A.R.M.E.N. e.V. befragt seit 2010 in regelmäßigen Abständen die Branche der Nachwachsenden Rohstoffe nach ihrer wirtschaftlichen Lage. Unternehmen aus den Teilbranchen feste Biomasse, Biogas, biogene Treibstoffe und stoffliche Nutzung geben ihre Einschätzung zur aktuellen Lage und zur zukünftigen Entwicklung ab. Die erhobenen Daten werden von C.A.R.M.E.N. e.V. evaluiert und veröffentlicht.

Generell positives Klima

Die Branche sieht sich im Aufwärtstrend und blickt optimistisch in die Zukunft. Dieses Fazit lässt sich insbesondere aus zwei Aspekten ziehen: Der Anstieg beider Indexwerte (aktuelle Lage & zukünftige Entwicklung) um über fünf Punkte war der höchste Sprung nach oben seit Beginn der Umfrage. Außerdem wurden Werte von über 55 Indexpunkten zuletzt Ende 2011 erzielt und liegen nicht mehr weit von den absoluten Höchstwerten. Die zukünftige Entwicklung wird sogar noch etwas besser als die aktuelle Lage eingeschätzt.

Beurteilung der aktuellen Lage

Nach einer leichten Verschlechterung im vergangenen Halbjahr schätzen die Unternehmen ihre aktuelle Lage wieder deutlich besser ein. Deutlich mehr als die Hälfte (56 %) hat im Vergleich zum Vorjahr steigende Umsätze erwirtschaftet. Dieser Wert lag zuletzt Ende 2011 höher. Der Anteil der Unternehmen, die im Vergleich zum Vorjahr Umsatzverluste hinnehmen mussten, ist mit 18 % so gering wie seit Anfang 2014 nicht mehr. Ein ähnlich erfreuliches Bild zeigt sich auch beim Blick auf die Investitionen im vergangenen Jahr.
Nahezu uneingeschränkt positiv zeigt sich die Lage auf dem Personalsektor. Nur acht Prozent der Betriebe mussten Entlassungen vornehmen – ein Wert, der zuletzt 2011 niedriger lag. Auch die Tatsache, dass dreimal mehr Betriebe ihren Mitarbeiterbestand aufgestockt haben, spricht für eine Aufbruchsstimmung in der Branche.

Beurteilung des Trends

Dass die derzeit gute Lage trotz in der Vergangenheit häufig auftretender Schwankungen in der Branche nicht als Strohfeuer angesehen wird, zeigen die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung. Nur noch 11 % der Unternehmen befürchten im kommenden Jahr fallende Umsätze. In der Vergangenheit lag dieser Wert zeitweise mehr als dreimal so hoch. Ebenso erfreulich: Seit Ende 2010, also fast seit Beginn der Umfrage, haben mit knapp drei Viertel noch nie so viele Unternehmen mit Umsatzsteigerungen in den folgenden 12 Monaten gerechnet.
Positive Einschätzung der aktuellen Lage, noch optimistischerer Blick in die Zukunft, was die Umsätze angeht: da verwundert es nicht, dass auch die Investitionsbereitschaft deutlich angestiegen ist.
Das insgesamt erfreuliche Bild wird abgerundet beim Blick auf die zukünftige Entwicklung des Personalbestandes. Fast kein Unternehmen mehr rechnet mit Arbeitsplatzabbau in den kommenden 12 Monaten, und gleichzeitig will mehr als ein Viertel (28 %) zusätzliches Personal einstellen. Beides sind Werte, die an die Hochzeiten der Branche zu Beginn der Umfrage in den Jahren 2010 und 2011 erinnern.

Bewertung der politischen Rahmenbedingungen

Der Aufschwung und die positiven Erwartungen an die Zukunft gehen wie auch bei den vergangenen Umfragen nicht mit einer entsprechenden Einschätzung der politischen Rahmenbedingungen einher. Nahezu kein Unternehmen (4 %) schätzt diese positiv ein, im Gegenteil, dieser Wert hat sich im Vergleich zum vergangenen Halbjahr nochmals halbiert. Positiv bleibt immerhin anzumerken, dass erstmals seit Ende 2013 wieder weniger als die Hälfte der Betriebe (42 %) die Rahmenbedingungen als schlecht betrachtet.

Bewertung von Lage und Trend nach Branchen

Die Branche der stofflichen Nutzung hat sich mittlerweile bei einem Niveau von rund 55 Indexpunkten mit einer leichten Tendenz nach oben stabilisiert. Für die Zuversicht der Unternehmen spricht insbesondere, dass mittlerweile die zukünftige Entwicklung um vier Punkte höher und damit deutlich besser als die aktuelle Lage eingeschätzt wird.

Der Abwärtstrend, den der Bereich der festen Biomasse im Jahr 2016 hinnehmen musste, ist nicht nur gestoppt, sondern mit Indexwerten von knapp unter („aktuelle Lage“) und deutlich über („zukünftige Entwicklung“) 55 Punkten wurde ein Niveau erreicht, dass zuletzt 2011 übertroffen wurde.

Der Bereich Biogas hat zwar im Vergleich nur den schlechtesten kumulierten Indexwert der vier Branchen erreicht, mit 54 Punkten liegt der Wert aber dennoch auf einem Niveau, das in den letzten fünf Jahren nur einmal übertroffen wurde. Unerfreulich ist lediglich, dass im Gegensatz zu den anderen Branchen die zukünftige Entwicklung deutlich schlechter als die aktuelle Lage eingeschätzt wird.