Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Abbildung: Brennstofffraktionen am gesamten Biomasseinput im Jahr 2015 (N=108)Straubing, 08. Juni 2017 * Der Freistaat Bayern fördert seit Anfang der 1990er Jahre den Bau von Biomasseheizwerken, um die Erreichung der Ziele einer regenerativen Energieversorgung, der Versorgungssicherheit und des Klimaschutzes konsequent voranzutreiben. Über bundesweite Förderprogramme hinaus werden Haushaltsmittel des bayerischen Wirtschaftsministeriums im Rahmen des Förderprogramms BioKlima insbesondere an die Projekte ausgereicht, die gemessen an anspruchsvollen Förderkriterien eine umweltfreundliche und effiziente Wärmebereitstellung durch die Verfeuerung von fester Biomasse erwarten lassen.

Im Förderabschnitt 2009 bis 2014 konnten über BioKlima 130 Biomasseheizwerke bezuschusst werden, die eine jährliche CO2-Einsparung von rund 59.500 Tonnen ermöglichen. Mit einem durchschnittlichen Fördermitteleinsatz von etwa 10 Prozent der zuwendungsfähigen Investitionskosten wurde dabei ein Investitionsvolumen von über 73 Mio. Euro ausgelöst.

C.A.R.M.E.N. e.V. begleitete im Auftrag der Bewilligungsstelle, dem Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing, die Förderprojekte von einer ersten Projektbesprechung über eine Stellungnahme zum Förderantrag bis hin zu einer Evaluierung in der Betriebsphase.

Um den derzeitigen Stand der Biomasseheizwerke sowohl in technischen als auch betriebswirtschaftlichen Bereichen aufzuzeigen, wurden für das Jahr 2015 Betriebsdaten der geförderten Heizwerke im Förderabschnitt 2009 bis 2014 erhoben. In die Auswertung konnte C.A.R.M.E.N. e.V. letztendlich 108 Biomasseheizwerke aufnehmen, die 2015 mindestens schon ein volles Jahr in Betrieb waren.

Dabei zeigte sich, dass mit einem Holzbrennstoff-Einsatz von rund 40.000 Tonnen atro die prognostizierte CO2-Einsparung gut erreicht wurde. Die Bandbreite der Wärmeerzeuger ist groß: Sie reicht von der monovalenten 100 kW Pelletanlage zur Beheizung einer Schule über einen holzbefeuerten Warmlufterzeuger mit 750 kW zur Trocknung landwirtschaftlicher Güter bis hin zum Heizwerk mit einer installierten Leistung von 6 MW, das kommunale wie gewerbliche Liegenschaften über ein ausgedehntes Wärmenetz versorgt. Die in Summe installierte Biomassekesselleistung von rund 58 MW lief 2015 im Schnitt 2.700 theoretische Volllaststunden bei einem durchschnittlichen Jahresnutzungsgrad von 84 Prozent.

Wie die Abbildung zeigt, war Waldhackgut mit einem Anteil von 74 Prozent am Biomasseenergieinput der Hauptenergieträger unter den Holzbrennstoffen. 33 Heizwerke feuerten mit Holzpellets; auf den Energieinhalt bezogen machten diese etwa 16 Prozent der insgesamt eingesetzten Brennstoffenergie des Anlagenpools aus. Energieholz aus Kurzumtriebsplantagen spielte hingegen keine Rolle. Aufgrund des hohen Anteils an Pelletfeuerungen im kleinen Leistungsbereich lagen die mittleren Wärmegestehungskosten über alle 108 betrachteten Heizwerke bei rund 100 Euro pro Megawattstunde, wobei die bedarfsgebundenen Kosten, bestehend aus den Brennstoffkosten, den Fremdenergiekosten (Strom), den Ascheentsorgungskosten und den Kosten für sonstige Betriebsstoffe, etwa 49 Prozent betrugen. Die kapitalgebundenen Kosten schlugen durchschnittlich mit 38 Prozent zu Buche und die betriebsgebundenen sowie sonstigen Kosten machten 13 Prozent aus. Das Spektrum der Wärmegestehungskosten ist auf Grund verschiedener Anlagengrößen und der Unterschiedlichkeit bei den eingesetzten Brennstoffkontingenten sehr breit. Die Kosten pro Megawattstunde können sich von 130 Euro für kleine Pelletheizungen bis hin zu 65 Euro für größere Hackschnitzelheizwerke erstrecken.

Weitere Erkenntnisse, etwa zu den erzielten Wärme- und Brennstoffpreisen oder der Akzeptanz der nachhaltigen Wärmeversorgungsprojekte in der Bevölkerung sind dem Evaluierungsbericht zu entnehmen, der im Internet als Download verfügbar ist:

https://www.carmen-ev.de/files/festbrennstoffe/Biomasseheizwerke/Eval_BioKlima_2015.pdf

Was fördert BioKlima aktuell?

Einen Antrag auf Zuschuss im Rahmen von BioKlima kann derzeit der Bauherr stellen, der nachweisen kann, dass mit der geplanten Biomassefeuerung mehr als 600 Tonnen Kohlendioxid in 8 Jahren vermieden werden. Konkret bedeutet dies, dass die Holz- oder Strohfeuerung mindestens einen Wärmebedarf von 250 Megawattstunden im Jahr decken muss, was einem Heizöl-Äquivalent von 25.000 Liter entspricht. Der Zuschuss in Form einer Festbetragsfinanzierung beträgt 33 Euro pro Jahrestonne kalkulatorisch eingespartes CO2 bzw. bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Investitionsmehrkosten im Vergleich zu einer fossilen Wärmeversorgung. Das TFZ stellt als Antrags- und Bewilligungsstelle auf der Internetseite (www.tfz.bayern.de) alle wichtigen Informationen zu BioKlima bereit. Auch telefonische Rückfragen können an das TFZ oder C.A.R.M.E.N. e.V. gerichtet werden. Das bayerische BioKlima ist übrigens mit dem bundesweiten Förderprogramm der KfW „Erneuerbare Energien Premium" kombinierbar.

Circa 4.800 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.

Abbildung: Brennstofffraktionen am gesamten Biomasseinput im Jahr 2015 (N=108)