Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


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Straubing, 24. Mai 2017 * Am Montag, den 22.05.2017 veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit der Energie- und Umweltzentrum Allgäu gGmbH (eza!) das Statusseminar Batteriespeicher in der Kolping Akademie Lindau. Rund 90 Teilnehmer kamen zusammen, um sich über aktuelle und zukünftige Technik der Batteriespeichersysteme sowie rechtliche und steuerliche Aspekte zu informieren.

Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet mit einem Zuwachs von 50.000 installierten Stromspeichern innerhalb der nächsten zwei Jahre. Dementsprechend dynamisch gestaltet sich der Markt. Ziel der Veranstaltung war es daher, verschiedene Systeme vorzustellen sowie aktuelle und relevante Themen in diesem Zusammenhang zu beleuchten.

Durch den Tag leitete Franziska Materne, von C.A.R.M.E.N. e.V. Sebastian Hartmann vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) gestaltete mit seinem Grußwort den Auftakt der Veranstaltung. Dabei betonte er vor allem die Bedeutung von Energiespeichern im Kontext des Ausbaus Erneuerbarer Energien. Karl Weber, Mitarbeiter bei C.A.R.M.E.N. e.V. gab in seinem Vortrag einen umfassenden Einblick in Kosten, Förderung und Eigenschaften von Batteriespeichersystemen. Für viele Nutzer ergeben sich nicht nur Fragen hinsichtlich technischer Neuerungen. In gleicher Weise kann die steuerliche und betriebswirtschaftliche Situation eine Herausforderung darstellen. Zu diesen Rahmenbedingungen referierte Dr. Hansjörg Reichert von reichert & reichert, steuerberater & rechtsanwaltskanzlei, Singen und Konstanz.

Anschließend wurden verschiedene Speichersysteme von diversen Herstellern vorgestellt, wobei ein Fokus u. a. auf den Möglichkeiten der Notstromversorgung lag. So referierte Georg Stangl von Fronius International GmbH über ein System mit 3 Phasen und deren Notstromfunktion. Mathias Zdzieblowski von TESVOLT GmbH beleuchtete in seinem Vortrag die konkreten Vorteile, die eine Notstromversorgung mit Batteriespeicher Landwirten bietet. Ein Stromausfall stelle eine existenzielle Bedrohung für Viehbestände dar. Verfüge ein Landwirt über ein Speichersystem zur Notstromversorgung könne er somit nicht nur zwei Stunden an Zeit, sondern auch ein erhebliches „Plus" an Lebensqualität gewinnen. Die Notstromfähigkeit und die Möglichkeiten von Autarkie von E3/DC „Hauskraftwerken" fokussierte auch Bernd Karbach von E3/DC in seinem Vortrag.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Kauf der passenden Anlage stellen auch die Modularität und Baugröße von Systemen dar. Thomas Timke von der SOLARWATT GmbH konzentrierte sich in seinem Vortrag unter anderem auf diese beiden Aspekte. Beispiele für individuelle Kundenlösungen und Systemlösungen u. a. auch im Mobilitätsbereich wurden von Markus Michelberger von neeo by Akasol vorgestellt. Während viele gängige Systeme auf Lithium setzen, entwickelt die Powerball Systems AG Blei-Calcium-Batterien. Diese herkömmliche Technologie habe, laut Referent Mathias Grässl, den Vorteil, langlebig sowie vergleichsweise kostengünstig und sicher hinsichtlich der Brandgefahr zu sein.

Besonders interessiert zeigten sich die Teilnehmer der Veranstaltung auch an den letzten beiden Vorträgen. Hier stellten Werner Gamon von blue.sky energy GmbH und Michael-Lothar Schmidt von JenaBatteries GmbH Alternativen zu den herkömmlichen Technologien vor. Die blue.sky energy GmbH setzt auf Stromspeicher mit Salzwasser. Das System sei das erste cradle-to-cradle Batterieprodukt auf dem Weltmarkt und gelte als sicher, wartungsfrei sowie umweltfreundlich. JenaBatteries habe, laut Schmidt, neben dem Aspekt der Umweltverträglichkeit den Anspruch, ein besonders kostengünstiges Produkt zu entwickeln und setzt auf innovative Polymer-basierte Redox-Flow-Batterien. Eine erste Pilotanlage wird, laut Hersteller, in diesem Jahr installiert und getestet.

Vom Einsatz im Einfamilienhaus bis zum Milchviehbetrieb – die Vielzahl an Batteriespeichern macht deutlich, dass es für jeden Anwender das passende System gibt. Publikum und Referenten beteiligten sich während der gesamten Veranstaltung mit regen Nachfragen und Diskussionen am Programm.

Circa 4.200 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.