Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


27 2017Straubing, 04. Mai 2017 * Am Dienstag, den 02. Mai 2017 organisierte die Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbandes Biogas e.V. den 44. Biogasstammtisch in Rottersdorf bei Landau. Die Veranstaltung mit den Themen Düngeverordnung und Sorghum-Anbau stieß mit ca. 70 Besuchern auf großes Interesse.

Dr. Stefan Rauh, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas e.V., referierte über die am 31. März 2017 vom Bundesrat verabschiedete Düngeverordnung, die erhebliche Auswirkungen auf den täglichen Anlagenbetrieb habe.

Denn sie habe, so Rauh, nicht nur Einfluss auf die Ausbringung, sondern auch auf die Lagerung der Gärreste. So würden die Anforderungen an die Düngebedarfsermittlung erheblich steigen. Düngen dürfe man nicht mehr als im Rahmen der Bedarfsermittlung festgelegt wurde, wobei die Obergrenze für organischen Stickstoff je Hektar 170 kg betrage. Zudem würden bundeseinheitlich Stickstoffbedarfswerte für jede Kultur vorgegeben. Eine Biogasderogationsregel solle beantragt werden, jedoch sei dies momentan nur Spekulation, so Rauh. Allgemein dürfe kein Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff nach der Ernte der Hauptkultur auf Ackerland ausgebracht werden. Nur ausnahmsweise sei eine begrenzte Ausbringmenge bis zum 01. Oktober auf Zwischenfrüchte, Winterraps, Feldfutter oder Wintergerste nach einer Getreidevorfrucht erlaubt. Rauh wies weiterhin darauf hin, dass sich die Lagerkapazität einerseits nach den vorgegebenen Sperrfristen zu richten habe, andererseits für flüssigen Wirtschaftsdünger und Gärprodukte grundsätzlich sechs Monate Lagerkapazität vorgehalten werden müsse. In Gebieten mit aktuell schon hohen Nitratbelastungen, die auch in Niederbayern vorhanden seien, seien die Länder dazu verpflichtet, schärfere Vorgaben zu machen. Dazu könnten verpflichtende Stickstoffuntersuchungen, eine maximale Überschreitung der Düngebedarfsermittlung für Stickstoff von zehn Prozent sowie eine generelle Begrenzung der aufzubringenden Phosphatmenge gehören. Rauh verwies in diesem Zusammenhang abschließend auf eine Arbeitshilfe, welche der Fachverband zur neuen Düngeverordnung erstellt habe und die neuen Vorschriften und Änderungen zusammenfassend erkläre.

Ein weiteres Thema des Vortrags von Dr. Stefan Rauh war die ebenfalls neu in Kraft getretene Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV), nach welcher Biogasanlagen im Gegensatz zu herkömmlichen Güllegruben dem Besorgnisgrundsatz unterliegen. Dies führe unter anderem dazu, dass bei allen Anlagen – sofern nicht schon vorhanden – innerhalb von fünf Jahren eine Umwallung nachgerüstet werden müsse. Ebenso müsse die Umsetzung anderer Maßnahmen im Rahmen der AwSV erst nach 5 Jahren erfolgen. Im Anschluss präsentierte Ernst Topitschnig vom Züchterhaus nexsteppe Forschungsergebnisse und Anwendungshinweise zum Sorghum-Anbau. Vorteile der Pflanze im Vergleich zum Mais seien unter anderem eine höhere Hitzetoleranz und ein geringerer Dünge- und Wasserbedarf bei vergleichbarer Methanausbeute. Auch als Zweitfrucht nach GPS sei Sorghum wegen des im Vergleich zum Mais späteren Erntezeitpunkts sehr geeignet, so Topitschnig.

Nach Ende des offiziellen Teils nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zu Fragen an die anwesenden Fachverbandsvertreter und zur vielfältigen Diskussion.

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