Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


23 2017Aktuell gute wirtschaftliche Lage aber pessimistischer Blick in die Zukunft bei bayerischen Biogasanlagen

Straubing, 30. März 2017 * C.A.R.M.E.N. e.V. führte zum wiederholten Male eine Konjunkturumfrage unter den Biogasanlagenbetreibern in Bayern durch. 193 Fragebögen konnten ausgewertet werden.

Wie die Abbildung deutlich macht, schätzen knapp die Hälfte der Anlagenbetreiber das abgelaufene Kalender- bzw. Geschäftsjahr als „gut“ ein. 41 Prozent beurteilen das letzte Jahr immerhin noch als „mittel“. Bei 69 Prozent der Betreiber entspricht die wirtschaftliche Lage dem, was sie erwartet hatten. Insbesondere diejenigen Betreiber, die ihre Situation als „sehr gut“ und „gut“ beurteilen, haben auch mit diesem Ergebnis gerechnet. Hingegen kam eine „schlechte“ oder „sehr schlechte“ wirtschaftliche Lage meist unerwartet.

Die Erwartungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage im kommenden bzw. laufenden Geschäftsjahr verteilen sich fast exakt genauso wie 2016. Betrachtet man die Einschätzung auf Ebene der einzelnen Betreiber, so rechnet die Mehrheit mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung, d.h. Betreiber, die ihre Situation 2016 als „gut“ beurteilten, erwarten überwiegend auch 2017 ein „gutes“ Ergebnis.

Gründe für die wirtschaftliche Lage:

Als Gründe für die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage nannten jeweils ca. die Hälfte der Betreiber Substratkosten und die Einnahmesituation. Außerplanmäßige Investitionen und vor allem die technische Verfügbarkeit wurden deutlich seltener als Einflussgrößen genannt. Insbesondere die Wärmeverwertung wurde als Ursache für eine positive wirtschaftliche Situation angeführt. Hingegen wurden „neue Auflagen“, „Bürokratie“ und ähnliches von den Betreibern mit einer mittleren bis schlechten wirtschaftlichen Lage genannt.

Zukunftsaussichten:

Für viele Betreiber stellt sich die Frage, welche Perspektive ihre Anlage nach dem Ende der EEG-Vergütung hat. Die Ausschreibungen für Bestandsanlagen werden dabei eher skeptisch gesehen. Genannt wurde insbesondere der hohe Investitionsaufwand für eine Anlagenflexibilisierung und weitere notwendige Maßnahmen wie Umwallung und zusätzliche Gärrestläger, die eventuell durch die Novelle der Düngeverordnung notwendig werden. Hinzu kommt allgemein eine gewisse Skepsis gegenüber der Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen.

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