Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


22 2017C.A.R.M.E.N. e.V. veranstaltet erfolgreiches Fachgespräch in Würzburg

Straubing, 29. März 2017 * Am 22. März 2017 veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit dem SKZ – Das Kunststoffzentrum in Würzburg ein Fachgespräch mit dem Thema „Biokunststoffe – Bausteine einer nachhaltigen Unternehmensführung“. Über 40 Teilnehmer aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbänden beschäftigten sich mit der Frage, wie ein Unternehmen dem gesteigerten Umweltbewusstsein der Kunden und Verbraucher begegnen kann.

Herr Theo Besgen, Geschäftsführer der BeoPlast Besgen GmbH, berichtete den Teilnehmern, wie er sein kunststoffverarbeitendes Familienunternehmen innerhalb weniger Jahre und mit überschaubaren Kosten konsequent im Sinne der Nachhaltigkeit umgestellt hat. In der Kunststoffbranche sei das Unternehmen ein Pionier und habe 2014 eine vollkommen klimaneutrale Produktion erreicht. Eine Herausforderung stelle jedoch die Überzeugung der Kunden, welche überwiegend aus der Automobilindustrie stammen, von der Anwendung von Biowerkstoffen dar.

In einem weiteren Vortrag stellte Herr Fabian Loske die Thinkstep AG vor. Das Unternehmen berate über 2.500 Kunden, darunter 40 Prozent der umsatzstärksten Unternehmen der Welt, bei der Umsetzung deren Compliance-, Reporting- und Nachhaltigkeitsziele. Dafür stelle Thinkstep entsprechende Softwarelösungen zur Verfügung, unter anderem eine weit verbreitete Anwendung zur Erstellung ganzheitlicher Ökobilanzen.

Die Produktion der fairsten Computermaus auf dem Markt und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Fabriken der Computerindustrie, diese Ziele hat sich Nager IT e.V. gesetzt. Frau Zsofia Tölgyi präsentierte die Fortschritte in diesem Bereich und betonte, dass sich der Verein trotz bestehender Kritik bewusst für den Einsatz von Biokunststoffen entschieden habe. Dabei sei ausschlaggebend gewesen, dass Biokunststoffe aus interner Sicht noch ein sehr großes Entwicklungspotential haben und sich dadurch die bereits jetzt vorteilhaften Ökobilanzen noch weiter verbessern könnten.

Herr Dr. Benjamin Baudrit, am SKZ - Das Kunststoffzentrum für den Bereich Biokunststoffe verantwortlich, präsentierte den Zuhörern, welches Leistungsspektrum moderne Biokunststoffe bereits aufweisen und bot den Unternehmen eine aktive Unterstützung bei der Verarbeitung von Biokunststoffen an.

Am Nachmittag referierte Frau Jasmin Bauer vom KNOTEN Weimar über die Möglichkeiten des Recyclings von Biokunststoffen. Ähnlich wie bei konventionellen Kunststoffen eignen sich viele Biokunststoffe für das ökologisch vorteilhafte, werkstoffliche Recycling. Bei Versuchen mit modernen Abfallsortieranlagen zeigte Bauer, dass diese bei entsprechender Voreinstellung auch Biokunststoffe aussortieren können. Anschließend werden daraus neue Produkte hergestellt. Um jedoch wirtschaftlich arbeiten zu können, müssen die im Moment noch geringen Anteile von Biokunststoffen im Abfallstrom noch weiter steigen.

Im abschließenden Vortragsblock zeigten Herr Florian Klein vom Wissenschaftszentrum Straubing sowie Frau Miriam Jaspersen und ihre Kollegin Frau Julia-Maria Blesin von der Hochschule Hannover, wie Verbraucher Biokunststoffprodukte wahrnehmen und was bei der Kommunikation und der Präsentation von Produkten beachtet werden sollte. Es habe sich gezeigt, dass Biokunststoffe beim Verbraucher noch relativ unbekannt sind. Umso entscheidender seien daher eine eindeutige Begrifflichkeit und der Einsatz entsprechender Labels, um dem Verbraucher wichtige Informationen für gezielte Kaufentscheidungen und eine richtige Entsorgung bereitzustellen.

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