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10 2017Infoabend zum Energiesparen am KoNaRo zeigt Potenziale zur Kostensenkung auf

Straubing, 07. Februar 2017 * Am Donnerstag, den 02. Februar 2017, fand im Schulungs- und Ausstellungszentrum des KoNaRo – Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing ein Bürgerinformationsabend zum Energiesparen statt. Der Einladung folgten trotz widriger Bedingungen mehr als ein Dutzend interessierter Bürger, die den Referenten aufmerksam lauschten und am Ende interessiert Fragen stellten. Die Veranstaltung wurde erstmalig als Kooperation zwischen C.A.R.M.E.N. e.V., den Stadtwerken Straubing und der Caritas mit dem Projekt Stromspar-Check ausgerichtet.

Insgesamt zeigte sich, dass es viele einfach umzusetzende und lohnenswerte Möglichkeiten zum Kostensparen gibt. Durchschnittlich 105 Euro weniger Heizkosten pro Jahr, wenn Rollläden nachts geschlossen werden. Etwa 50 Euro Einsparung, wenn Semmeln am Wochenende zu Fuß oder mit dem Rad geholt werden. Rund 14 Euro Stromkostenersparnis, wenn eine Glühbirne durch eine LED ersetzt wird. Ca. 430 Euro weniger Heiz- und Wasserkosten, wenn ein 3-Personen-Haushalt einen Sparduschkopf verwendet. Das summiert sich, sodass die nächste Energiekostenabrechnung zur positiven Überraschung werden kann.

Nach der Begrüßung durch Kathrin Memmer von C.A.R.M.E.N. e.V. stellten Ralf Zierer und Michael Kraus zu Beginn des Informationsabends das Projekt „Stromspar-Check – Kostenlose Energieberatung für einkommensschwache Haushalte" der Caritas vor, das bereits seit sieben Jahren in der Stadt Straubing und im Landkreis durchgeführt wird. Seit Projektbeginn haben die beiden über 1.000 Haushalte beraten, die hierdurch durchschnittlich Energiekosten im Wert von 122 Euro jährlich einsparen. Die Beratung setze sich aus zwei Vor-Ort-Terminen zusammen. Bei dem ersten Termin werden vorhandene Abrechnungen ausgewertet, versteckte Stromfresser werden mittels Energiemessgerät aufgespürt und es folge eine erste Beratung zu Verhaltens- und Nutzungsänderungen. Beim zweiten Vor-Ort-Termin überreichen die Caritas-Mitarbeiter einen detaillierten Ergebnisbericht sowie ein kostenloses Energiesparpaket mit LEDs und Perlatoren zum Wassersparen im Wert von bis zu 70 Euro pro Haushalt. Zierer und Kraus sind überzeugt, dass jeder einen Beitrag zum Energiesparen leisten kann. Die wichtigste Energiesparregel der beiden lautet „Nehmen Sie ein Gerät nur dann in Betrieb, wenn Sie es auch wirklich nutzen."

Diese Meinung vertrat auch Karl Harant von den Straubinger Stadtwerken. Gerade die Standby-Verbräuche summieren sich und können ganz einfach mit abschaltbaren Steckerleisten vermieden werden. Auch vermeintlich teure Elektrogeräte mit einer höheren Energieeffizienzklasse rechnen sich im Laufe ihres Lebens durch die vergleichsweise geringen Betriebskosten. Harant machte außerdem deutlich, dass eine regelmäßige Verbrauchserfassung (z. B. Strom- und Gaszähler ablesen, Tankbuch führen etc.) sinnvoll sei, um Unregelmäßigkeiten aufzudecken und die Erfolge festzuhalten. Welches Einsparpotenzial in Ihren vier Wänden steckt, lasse sich nach einem Blick in den Heiz- und den Stromspiegel der Stromsparinitiative einschätzen.

So manchem Besucher ging auch beim Vortrag von Keywan Pour-Sartip von C.A.R.M.E.N. e.V. zur energieeffizienten Beleuchtung ein Licht auf. Beim Neukauf von Leuchtmitteln solle auf die Leistung (bei einer gewünschten Helligkeit von 800 Lumen reicht eine LED mit 10 W im Vergleich zu einer Glühbirne mit 60 W Leistung) sowie die Lichtfarbe (2.700 Kelvin entsprechen dem warmweißen Licht einer herkömmlichen Glühbirne) geachtet werden, damit das Zuhause im richtigen Licht erstrahlt. Aus ökonomischer Sicht sei ein Wechsel von Glühbirnen und Halogenleuten in mäßig bis stark genutzten Räumen in jedem Fall lohnenswert.

Abschließend ging Bernhard Pex, ebenfalls von C.A.R.M.E.N. e.V., auf die Thematik „Richtig lüften und heizen" ein. Der Experte erklärte, dass Schimmelpilze sich hinsichtlich Temperatur und Feuchtegehalt der Luft leider genau dann wohlfühlen, wenn sich der Mensch wohlfühlt. Um Schimmelpilzbefall zu vermeiden, müsse dem Raum entweder Wärme oder Feuchtigkeit entzogen werden. Durch regelmäßiges Stoßlüften könne die Feuchtigkeit aus dem Raum nach draußen geleitet werden. Hierbei sollten Fenster ganz geöffnet werden, da bei der Kippstellung nur 10 % der Luft getauscht werde. Was viele ebenfalls nicht wüssten: Je kühler die Zimmertemperatur, desto öfter sollte gelüftet werden. Da die Bereitstellung der Raumwärme rund 70 % des Energieverbrauchs im Haushalt ausmache, mache sich die Absenkung der Raumtemperatur um 1 °C bei einem Einfamilienhaus mit ca. 115 Euro pro Jahr bemerkbar. Interessant sei auch der Austausch der Heizumwälzpumpe, der aktuell mit 30 % der Netto-Kosten vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) im Rahmen des Programms Heizungsoptimierung gefördert werde. Durch die niedrigeren Betriebskosten amortisiere sich der Austausch innerhalb von nur drei Jahren.

Eine Besucherin fasste den Abend mit folgenden Worten zusammen: „Ich bin überrascht, dass jeder etwas tun kann und auch kleine Maßnahmen Wirkung zeigen." Damit sich die Besucher zu Hause an die zahlreichen Energiesparmaßnahmen erinnern können, erhielt jeder eine Checkliste zum Energiesparen, welche im bayerischen Dialekt verfasst ist und bei Bedarf auf der Website von C.A.R.M.E.N. e.V zum Download bereit steht.

Der nächste Informationsabend im Schulungs- und Ausstellungszentrum SAZ findet am 14. März 2017 um 18 Uhr statt und dreht sich um das Thema „Bauen mit Stroh". Informationen dazu finden Sie unter www.carmen-ev.de

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