Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


05 2017Straubing, 18. Januar 2017 * Die Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbands Biogas e.V. lud zusammen mit C.A.R.M.E.N. e.V. am Dienstag, den 17. Januar 2017 zum 43. Niederbayerischen Biogasstammtisch in Rottersdorf bei Landau ein. Circa 100 Teilnehmer hörten Vorträge zu den Themen Umwallung von Biogasanlagen, Energieeffizienz, EEG-Änderungsgesetz sowie zur Service-GmbH, welche zu Beginn des Jahres vom Fachverband gegründet worden ist.

Im Anschluss an die Begrüßung und Einführung durch Franz Winkler, Regionalgruppensprecher Niederbayern, thematisierte Martin Drasch von der DEKRA Niederlassung Passau im ersten Vortrag des Abends die Umwallung von Biogasanlagen. Die Vorschriften für eine solche Umwallung seien im Bundesrecht, Landesrecht sowie in den Richtlinien von Fachverbänden verankert. Im Rahmen der Umwallung sei ein Rückhaltevolumen bereitzustellen. „Eine Lösung hierfür ist immer individuell zu ermitteln, muss vor allem praktikabel und bezahlbar sein“, so Drasch. Dabei sei es wichtig, den Sachverständigen frühzeitig mit einzubeziehen, um zu verhindern, dass so unnötige Kosten durch dann nötige Änderungen anfallen.

Mit einer effizienten Energieberatung kann der Biogasanlagenbetreiber den Energiebedarf, die Energieerzeugung und auch die Wärmenutzung optimieren. Rudolf Cirbus, freier Energieberater, stellte den Teilnehmern das BAFA-Förderprogramm „Energieberatung Mittelstand“ sowie dessen Ablauf und die Fördervoraussetzungen vor. Zunächst werde eine Übersicht der Kosten und des Energiebedarfs erstellt. Dem folge die Auswertung der Ganglinien von Strom- und Erdgaseinspeisung. Ein Energieflussschema sei für eine erfolgreiche Beratung essentiell, da hier im Detail alle Abläufe skizziert würden. Erst im Anschluss daran werde ein Maßnahmenkatalog mit Vorschlägen zur Systemoptimierung oder zur Systemerneuerung erstellt. Gefördert werden können Einzelmaßnahmen bis zu 9 000 Euro sowie eine systemische Optimierung bis zu 100 000 Euro über das BAFA-Programm. Zudem biete das KfW-Programm „Abwärme“ die Förderung von Technologien wie Wärmetauscher, Pumpen, ORC-Anlagen oder Verrohrung.

„Jeder von uns ist Botschafter der Bioenergiewende“, so Markus Bäuml vom Regionalbüro Süd-Ost des Fachverbands Biogas e.V.. Auf der politischen Ebene habe man schon viel erreicht. Nun müsse die Branche reagieren und der Bevölkerung entgegenkommen. Durch die Umstellung auf das Ausschreibungsverfahren müsse der Betreiber eine individuelle Strategie entwickeln, wie es mit der Anlage in Zukunft weiter gehe. Bäuml bat die Teilnehmer, die Möglichkeiten kostenloser Beratung und Schulungen in diesem Bereich zu nutzen. Strebe der Betreiber nach Auslauf der aktuellen Förderperiode eine Anschlussvergütung an, habe dieser die Möglichkeit, seine Höchstbemessungsleistung zu erhöhen. Zudem müsse nach oben oder aber auch nach unten flexibilisiert werden. Neu im EEG 2017 seien außerdem Änderungen im Rahmen der Umlagepflicht. Demnach bestehe eine Meldepflicht gegenüber dem Netzbetreiber, welche sämtliche Änderungen an der Eigenverbrauchsanlage betreffen. „Das aktuelle EEG ist eine Zwischenstation und benötigt noch eine intensive Optimierung“, so Bäuml.

Ein weiteres Thema des Stammtisches war die neu gegründete Service-GmbH des Fachverbands Biogas. „Wir wollen mit der Gründung Lücken schließen und unseren Mitgliedern Angebote ermöglichen, die es so nicht auf dem Markt gibt“, erklärt Bäuml. Hier wolle der Fachverband den Mitgliedern vor allem beim täglichen Anlagenbetrieb, wie beispielsweise dem Ausfüllen von Anträgen, Hilfe leisten.
Nach Ende der offiziellen Vorträge konnten die Teilnehmer offene Fragen und Anregungen äußern.

Weitere Informationen finden Sie unter www.biogas.org

Circa 3.200 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.

Diese Pressemitteilung ist auch online abrufbar unter:
http://www.carmen-ev.de/infothek/presse/pressemitteilungen