Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


48 2016C.A.R.M.E.N. e.V. Konjunkturumfrage Nachwachsende Rohstoffe Herbst 2016

Straubing, 7. Dezember 2016 * In halbjährlichem Rhythmus werden die Unternehmen der Branche der Nachwachsenden Rohstoffe von C.A.R.M.E.N. e.V. nach ihrer wirtschaftlichen Lage befragt. Diese Konjunkturumfrage wird nun bereits im sechsten Jahr durchgeführt und die erhobenen Daten evaluiert und veröffentlicht. Unternehmen aus den Teilbranchen feste Biomasse, Biogas, Biogene Treibstoffe und stoffliche Nutzung werden dabei berücksichtigt. Die Firmen sollen ihre aktuelle Lage und zukünftige Entwicklung einschätzen.

Die sich in den letzten Umfragen abzeichnende Aufschwungphase konnte aktuell nicht fortgesetzt werden. Es berichten nun wieder mehr Unternehmen über fallende Umsätze. Auch die sich andeutende Zweiteilung des Marktes konnte sich nicht bestätigen, da mehr als ein Drittel der Betriebe gleichbleibende Umsätze melden. Der Anteil der Unternehmen, die im Vergleich zum Vorjahr Umsatzverluste von 5 % und mehr hinnehmen mussten, ist mit über 30 % so hoch wie nur zu den schlechtesten Zeiten in den Jahren 2014 und 2015. Etwas positiver zeigt sich das Bild bei den getätigten Investitionen. Ca. 23 % der Unternehmen konnten ihre Umsätze steigern. Weiterhin ist die Zahl der Unternehmen, die ihr Investitionsniveau beibehalten oder erhöht haben, höher als die der Unternehmen, die in diesem Jahr weniger oder gar nicht investiert haben. Nur wenige Veränderungen sind beim Personalbestand festzustellen. Ca. die Hälfte der Unternehmen berichten über einen stabilen Personalbestand. Erfreulich ist, dass weiterhin deutlich mehr Betriebe Personal aufstocken als abbauen.

Betrachtet man die aktuelle Lage ist eine leichte Verschlechterung des Stimmungsbildes im Vergleich zum Frühjahr festzustellen dennoch schauen die Unternehmen durchaus optimistisch auf das kommende Jahr. Lediglich ca. 23 % rechnen mit fallenden Umsätzen, was den niedrigsten Wert seit Ende 2013 bedeutet. Allgemein kann man von einem relativ soliden Marktklima sprechen, gut die Hälfte der Betriebe rechnen mit stabilen oder leicht steigenden Umsätzen. Im Hinblick auf die Investitionsbereitschaft reagierten die Umfrageteilnehmer deutlich zurückhaltender. Der Anteil der Unternehmen, die keinerlei Investitionen im kommenden Jahr planen, ist wieder deutlich auf 28 % gestiegen. Dem gegenüber steht jedoch eine gleichbleibende Anzahl von Betrieben, die genauso viel oder mehr als im vergangenen Jahr investieren wollen (ca. 56 %). Befragt nach dem Personalbestand zeigt sich ein stabiles Bild. Rund drei Viertel der Unternehmen wollen ihr Beschäftigtenniveau halten. Dies ist ein weiterer Beleg für die Krisenfestigkeit der Branche im Hinblick auf die Beschäftigungszahlen. Wie bereits in den vergangenen Umfragen sehen die Betriebe die politischen Rahmenbedingungen pessimistisch. Lediglich ein kleiner Teil sieht die Entwicklungen positiv, rund ein Drittel steht ihr neutral gegenüber, aber die deutliche Mehrheit (60 %) beurteilt sie als schlecht. Letztmals im Jahr 2013 bewertete nicht die Mehrheit der Befragten die Rahmenbedingungen als schlecht.

Betrachtet man die einzelnen Branchen getrennt voneinander, lassen sich einige Unterschiede feststellen. In beiden Indexwerten, Lage und Trend, konnte die stoffliche Nutzung einen Wert von 55 Punkten erreichen. Der kombinierte Wert aus Lage und Trend war noch nie so hoch wie in diesem Halbjahr. Erfreulicherweise werden die zukünftigen Entwicklungen noch besser eingeschätzt als die aktuelle Lage. Im Bereich der festen Biomasse stellt sich ein gegenläufiger Trend dar. Beide Indexwerte liegen hier unter 50 Punkten, das stellt insgesamt eines der schlechtesten Ergebnisse seit Beginn der Umfrage dar. Dennoch sehen die Unternehmen positiver in die Zukunft, als auf ihre aktuelle Situation. Das Auf und Ab im Bereich biogene Treibstoffe geht weiter. In der ersten Jahreshälfte stellte sich hier das schlechteste Bild der vier Branchen dar, nun liegen sie sowohl bei der Lage als auch beim Trend an der Spitzenposition. Der Biogasbereich steht bei beiden Indexwerten deutlich über 50 Punkte, konnte aber sein sehr gutes Ergebnis vom Frühjahr nicht mehr halten. Dennoch schätzen die Befragten die Zukunft deutlich besser ein, als ihre aktuelle Lage.

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