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47 2016Erfolgreiches C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch „Energieeffiziente Kommunen – Erfolgsstrategien" in Bayreuth

Straubing, 30. November 2016 * Am 23. November 2016 luden C.A.R.M.E.N. e.V., die Regierung von Oberfranken, die Bioenergieregion Bayreuth und der Landkreis Bayreuth ein und informierten über Erfolgsstrategien für energieeffiziente Kommunen. Rund 45 Interessierte, darunter insbesondere Vertreter und Vertreterinnen bayerischer Kommunen und Behörden, nutzten das Angebot und besuchten die ganztägige Veranstaltung im Landratsamt in Bayreuth.

Die Umsetzung von Strategien und Projekten im Zusammenhang mit Energieeffizienz und Nachhaltigkeit stellt Kommunen oftmals vor organisatorische, technische und finanzielle Herausforderungen. Die Veranstaltung zeigte hier Lösungen für erfolgreiche Klimaschutzmaßnahmen durch entsprechende Handlungs- und Umsetzungsstrategien. Insbesondere bot sich die Möglichkeit der Vernetzung gleichgesinnter Kommunalvertreter/innen.

Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßte Bernd Rothammel, Regionalmanager der Bioenergieregion Bayreuth, stellvertretend für Landrat Hermann Hübner die Teilnehmer in seinem Hause. Im Anschluss übernahm Keywan Pour-Sartip von C.A.R.M.E.N. e.V., er stellte dessen Aktivitäten und Angebote für Kommunen, wie z. B. die Energiewende-Presseschau, vor und führte im weiteren Verlauf durch die Veranstaltung. Anschließend präsentierte Melanie Zenker von C.A.R.M.E.N. e.V. die Möglichkeiten der kostenlosen Planungssoftware SOPHENA für Heizwerke. Ergänzend ging Bernd Rothammel in seinem Vortrag anhand erfolgreicher und gescheiterter Projekte auf die Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für eine gelungene Umsetzung von Wärmenetzen ein. Demnach zeigen die Erfahrungen in der Region Bayreuth, dass neben den ökonomischen Kriterien auch die sozialen und psychologischen Faktoren, die die Bürger in ihrer Entscheidung beeinflussen, sehr wichtig sind und ernst genommen werden sollten.

Nach Vorstellung der zahlreichen Förderprogramme des Bundes und des Freistaates Bayern zur Umsetzung von Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen durch Alexander Wagner, Energiekoordinator der Regierung von Oberfranken, informierte Dr. Anne Theenhaus vom Bayerischen Landesamt für Umwelt die Zuhörer über den Energie-Atlas Bayern – das bayerische Informationsportal zur Energiewende – und dessen Instrumente speziell für Kommunen. Interessant sind z. B. die gelisteten Praxisbeispiele, die u. a. Stolpersteine benennen, sodass andere Kommunen von den bereits gemachten Erfahrungen profitieren können.

Im weiteren Verlauf berichtete Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden über Erfahrungen aus den von ihm betreuten kommunalen Energieeffizienznetzwerken und stellte ein Beispielprojekt vor, das im Rahmen eines Netzwerkes umgesetzt wurde.

Auf das Thema der nachhaltigen Beschaffung ging Frank Braun, Eine Welt Promotor für die Region Nordbayern, nach der Mittagspause ein und zeigte u. a. auf, welche Möglichkeiten der Einflussnahme Kommunen bei der Beschaffung haben. Er wies auf verschiedene nachhaltige Alternativen, wie z. B. fair produzierte Fußbälle für Schulen und Sportvereine aus nachhaltigen Materialen, hin und betonte, dass bei der Beschaffung nicht der Kaufpreis ausschlaggebend sein sollte, sondern vielmehr die Lebenszykluskosten.

Andreas Horsche, Erster Bürgermeister der Gemeinde Furth, zeichnete den Weg seiner Gemeinde, die gemeinsam mit den Bürgern den Austausch der Straßenbeleuchtung umsetzte. Durch ein Mietkauf-Konzept konnten die Bürger finanziell von der Umrüstung auf LED-Beleuchtung profitieren und so für die Maßnahme begeistert werden. Diese Herangehensweise führte zu einer hohen Akzeptanz und einem starken Wissenstransfer über die effiziente Technologie.

Zu den Plänen und praktischen Erfahrungen zur Schaffung einer umweltfreundlichen Mobilität in ihren Landkreisen berichteten die Klimaschutzmanager Bernd Rothammel, Landratsamt Bayreuth, und Frau Lisa Güntner, Landratsamt Coburg, sowie Herr Robert Martin vom Landkreis Bamberg, der einen 10-Punkte-Plan zur Umsetzung und Förderung der Elektromobilität im Landkreis im Gepäck hatte. Zum Abschluss informierte Dr. Jürgen Pettrak von der Straubinger Entwässerung und Reinigung über die Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Straubinger Klärwerk.

Die Veranstaltung zeichnete ein umfangreiches Bild über die mögliche Vorbildfunktion kommunaler Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen. Die Teilnehmer zeigten sich motiviert und mit vielen neuen Impulsen begeistert, ihre Kommunen für die Zukunft zu rüsten. Dabei muss nicht in jeder bayerischen Kommune „das Rad neu erfunden werden“, der fachliche Austausch und die Vernetzung ermöglichen von anderen guten Ideen und Erfahrungen zu profitieren, um gemeinsam das Gelingen von Energiewende und Klimaschutz voranzubringen.

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