Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Zertifizierung eines Mitarbeiters durch den AGFW e.V.

Straubing, 13. Oktober 2016 * In der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird eine ganzheitliche Betrachtung der Energieversorgung für bestehende und neu zu errichtende Gebäude vom Gesetzgeber seit dem 01. Februar 2002 vorgeschrieben. Der Jahres-Primärenergiebedarf der Gebäude wird durch die EnEV begrenzt und die Ermittlung dieses Bedarfs beinhaltet auch die Energieaufwände und Energieverluste, die bei der Gewinnung bzw. Erzeugung und Transport bis zum Gebäude entstehen. Die vorgelagerten Aufwände und Verluste werden in den Primärenergiefaktoren der Energieträger berücksichtigt. Architekten und Planer benötigen somit den Primärenergiefaktor von fernwärmetechnischen Anlagen, um nachweisen zu können, dass die Vorgaben der EnEV eingehalten werden. Bei Fernwärme kann dieser Faktor, anders als bei Erdgas, Heizöl oder Strom, nicht pauschal angegeben werden, da der Wert von der Art der Erzeugung der Fernwärme abhängt. Es ist daher Aufgabe des Fernwärmelieferanten den Primärenergiefaktor anzugeben. Der Primärenergiefaktor (fp-Faktor) ist ein klar definiertes und damit transparent vergleichendes Qualitätskriterium für die angebotene Nutzwärme.

 

Der Anschluss an die Fernwärme ist für Planer und Endkunden unter anderem dann interessant, wenn er als Ersatzmaßnahme im Rahmen der Nachweise zum EEWärmeG anerkannt wird. Wird die Wärme eines Fernwärmeanbieters zu großen Teilen durch Kraft-Wärme-Kopplung und/oder erneuerbare Energien gewonnen, kann sich dies für Verbraucher positiv auf die Vergabe von staatlichen Förderungen wie beispielsweise von der KfW auswirken. In solchen Programmen wird meist eine Unterschreitung der Anforderungen der EnEV um einen bestimmten Prozentsatz gefordert.

Ein günstiger Primärenergiefaktor bietet daher für Gebäudeeigentümer Vorteile, welche wiederum den Anschluss an ein Fernwärmenetz attraktiv machen. Viele Endkunden vertrauen den Angaben des Wärmeversorgers bezüglich des Primärenergiefaktors fp nicht, falls keine Zertifizierung durch ein unabhängiges Institut stattgefunden hat. C.A.R.M.E.N. e.V. bietet neben anderen Gutachtern ab sofort die Möglichkeit, entsprechende Zertifikate auf Basis der Wärmeerzeugungsstruktur erstellen zu lassen und damit den sinnvollen Einsatz von Fernwärme zu unterstützen.

Ein Mitarbeiter von C.A.R.M.E.N. e.V. ist durch die AG Fernwärme des AGFW e.V. als „fp-Gutachter FW 609" zertifiziert. Prüfungsvoraussetzung ist sowohl ein abgeschlossenes Studium im Ingenieurwesen oder einer verwandten technisch-physikalischen Fachrichtung, als auch eine mindestens dreijährige Tätigkeit in Unternehmen der Fernwärmeversorgung, planenden oder beratenden Institutionen oder technischen Hochschulen. Außerdem muss die zu prüfende Person zum Zeitpunkt der Prüfungsanmeldung in einem Versorgungsunternehmen, einer planenden oder beratenden Institution oder einer technischen Hochschule ständig beschäftigt und mit Planung, Bau, Betrieb oder wissenschaftlicher Analyse von Fernwärmetransportanlagen und/oder Fernwärmeerzeugungsanlagen befasst sein.

Die Liste der fp-Gutachter FW 609 finden Sie auch unter:

https://www.agfw.de/erzeugung/energetische-bewertung/enev-und-fernwaerme/

Circa 2.900 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.