Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


34 2015Erfolgreiches Fachgespräch in Neukirchen vorm Wald

Straubing, 29. Oktober 2015 * (mg) * Am 27. Oktober luden das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen, C.A.R.M.E.N. e.V. und der Fachverband Biogas e.V. ein, sich mit den „Möglichkeiten und Grenzen kleiner Biogasanlagen“ intensiv zu befassen. Rund 60 Teilnehmer, darunter zahlreiche Viehhalter kamen dazu nach Neukirchen vorm Wald um zuerst eine Reihe von Vorträgen zu hören und im Anschluss eine Biogasanlage mit 28 kW elektrischer Leistung zu besichtigen.

 

Auch im EEG 2014 gibt es eine eigene Vergütungsklasse für Biogasanlagen mit bis zu 75 kW installierter elektrischer Leistung die vor allem mit Wirtschaftsdünger betrieben werden. Diese Anlagen erhalten 23,29 Cent pro Kilowattstunde und können somit einen guten Zusatzverdienst für Viehhalter darstellen. Georg Friedl vom Fachverband Biogas erläuterte in seinen Vorträgen die rechtlichen Rahmenbedingungen. Für mögliche Biogasanlagenbetreiber stellt nicht nur das EEG ein wichtiges Regelwerk dar, auch die Verordnungen und Gesetze zur Düngung und zum Umgang mit Düngemitteln sind zu beachten. Hier sind künftig einige Neuregelungen zu erwarten. Wichtig ist, dass es in einigen Bereichen Unterschiede zwischen Gülle oder Mist oder dem vergorenen Material der Biogasanlage gibt.

Das Thema Sicherheit bei Bau und Betrieb einer Biogasanlage wurde von Josef Ziegler, dem Sprecher des Arbeitskreises Sicherheit beim Fachverband Biogas behandelt. Ziegler zeigte, dass es eine Vielzahl von Rechtsvorschriften gibt. Er appellierte an die Teilnehmer die Anforderungen ernst zu nehmen und sich mit dem Thema Sicherheit eingehend zu befassen. Die Regelungen seinen dann auch umsetzbar. Josef Niedermeier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vermittelte den Zuhörern einen Einblick in Anlagenkonzepte, die überwiegend auf den Einsatz von Gülle oder Mist ausgerichtet sind. Es gibt eine Reihe von Firmen, die mit unterschiedlichen Techniken am Markt sind. So können beispielsweise die Fermenter als Rührkesselfermenter aus Beton ausgeführt werden oder auch als runde bzw. eckige längs durchströmte Durchlaufsysteme. Niedermeier diskutierte nachher die Vor- und Nachteile eines Bauherrenmodells sowie der kompletten Vergabe an einen Generalunternehmer.

Die Wirtschaftlichkeit kleiner Biogasanlagen wurde von Robert Wagner von C.A.R.M.E.N. vorgestellt. Wird ausschließlich Gülle eingesetzt, so lassen sich Biogasanlagen in der Regel relativ günstig bauen, da z. B. keine Einbringtechnik für Feststoffe nötig wird. Diese Anlagen zeigen gute bis sehr gute Kapitalrenditen schon im Leistungsbereich von 30 kW. Jedoch müssen sehr große Viehbestände für die nächsten 20 Jahre vorhanden sein. Diese sind in Bayern nur selten zu finden. Wagner zeigte im Weiteren, dass sich der Einsatz von Maissilagen zusätzlich zur Gülle nicht lohnt. Dagegen sprechen die zu hohen Kosten für diesen Einsatzstoff und die höheren Anforderungen an die notwendigen Behältervolumina, die sich aus dem EEG ergeben. Biogasanlagen, die auf den Einsatz von Gülle und kostengünstigem Mist von Rindern oder auch Pferden basieren, können wiederum wirtschaftlich sein. Stimmen die betrieblichen Voraussetzungen, wie etwa die verfügbare Arbeitskraft, so lassen sich auch mit deutlich geringerem Viehbestand Anlagen ab 50 kW realisieren. Wie der Vortrag und die anschließende Diskussion zeigten, spielen die Gasausbeuten aus der Gülle bzw. dem Mist eine sehr entscheidende Rolle für den Erfolg einer Biogasanlage. Ebenso bedeutend ist die Investitionshöhe für den wirtschaftlichen Ausgang. Daher müssen vorab mehrmals Proben der Einsatzstoffe auf ihre Gaserträge hin analysiert werden. Franz Binder von der Raiffeisenbank Ratiszell-Konzell ging abschließend auf die Finanzierung einer Biogasanlage ein. Wichtig sei vor allem frühzeitig das Gespräch mit der Hausbank zu suchen. Gemeinsam könne dann nach einem geeigneten Finanzierungsmodell gesucht werden, dass neben vergünstigten Darlehen beispielsweise auch Leasing-Komponenten enthalten könne.

Nach dem Vortragsteil stand die Besichtigung der Biogasanlage des Betriebs Madl auf dem Programm. Die Anlage wurde 2012 als Pilotanlage errichtet und verwertet die Gülle des Milchviehbetriebs. Nach einigen technischen Anpassung, die er vornehmen musste, zeigt sich Madl sehr zufrieden mit der Biogasanlage und freut sich über die monatlich fließenden Einnahmen.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail:

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Presseanfragen an C.A.R.M.E.N. e.V., Tel.: 09421/960-300


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