Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


27 2015aRund 60 Teilnehmer beim 30. Niederbayerischen Biogaspraxistag in Eschenhart

Straubing, 09. September 2015 * (cli) * Am Dienstag, den 08. September 2015 besuchten über 60 Teilnehmer aus Nieder- und Oberbayern sowie der Oberpfalz im Rahmen des Biogas-Praxistages, der von der Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbands Biogas e.V. gemeinsam mit C.A.R.M.E.N. e.V. organisiert wurde, die Biogasanlage von Martin Forstner in Eschenhart bei Wildenberg (Kreis Kelheim). Dieser betreibt seit kurzem eine ORC-Anlage der Münchner Firma Orcan Energy GmbH, mit der er überschüssige Abwärme des BHKWs in Strom umwandelt.

 

Martin Forstner füttert seine 2007 in Betrieb genommene Anlage mit Mais, Hühnerkot und Gülle seiner 1.200 Schweine. Im Winter nutzt er zusätzlich GPS und Grassilage. Nach mehrmaligen Erweiterungen hat die Anlage momentan eine installierte Leistung von knapp 1,5 MW, davon 1 MW an einem Satelliten-Standort. Durchschnittlich fährt er die Anlage mit einer deutlich geringeren Leistung und nutzt die freie Kapazität im Regelleistungsmarkt. Die Wärme nutzt er primär zu Heiz- und Trocknungszwecken, hat aber in der Regel noch erhebliche Restwärmemengen. Um diese nicht nutzlos in die Luft zu blasen, hat er im Juni 2015 das sogenannte ePack von Orcan Energy, einer Ausgründung der Technischen Universität München, installiert. Mit diesem gelingt es Forstner, aus der Abwärme noch ca. 10 bis 15 kWel Strom zu erzeugen, die ihm zusätzliche Einnahmen bringen. Um sein Risiko bei dieser im Biogasbereich noch recht jungen Technologie zu begrenzen, hat er die Anlage nicht gekauft, sondern nutzt ein vom regionalen Energieversorger Bayernwerk Natur angebotenes Betreibermodell. Angesichts der erfolgreichen Anlaufphase zieht Forstner aber durchaus in Betracht, die Anlage nach drei Jahren zu kaufen.

27 2015bBei den anschließenden Vorträgen stellten zuerst zwei Mitarbeiter der Orcan Energy die Technik und Rahmenbedingungen des ePacks Hybrid vor. Beim diesem kann die Abwärme des ORC noch für ein Nahwärmenetz genutzt werden. Nur wenn keine Heizwärme benötigt wird, muss die Abwärme weggekühlt werden. Diese Möglichkeit, Nachverstromung mit Heiz- oder Trocknungswärmenutzung zu kombinieren, sei etwas Besonderes und ermögliche es auch Biogasanlagenbetreibern mit bestehendem Wärmekonzept, über die Anschaffung einer ORC-Anlage nachzudenken. In einem zweiten Vortrag ging Ulrich Kilburg von C.A.R.M.E.N. e.V. auf die Wirtschaftlichkeit einer Nachverstromung ein, wobei er zunächst die Frage diskutierte, wie eine ORC-Anlage in den verschiedenen EEGs eingestuft wird. Weiterhin stellte er beispielhafte Kalkulationen zu verschiedenen Anlagetypen vor, wies aber darauf hin, dass die Wirtschaftlichkeit immer projektspezifisch betrachtet werden müsse. Insgesamt sah Kilburg durchaus Potenzial für die Nachverstromung, betonte aber, dass Langzeiterfahrungen noch nicht vorlägen, da die ältesten Anlagen eine bisherige Laufzeit von wenigen Jahren hätten. Im Anschluss daran stellte Martina Günther von MG Direktmarketing die bisherigen Maßnahmen und geplante weitere Aktivitäten des Aktionskreises Biogas Ostbayern vor. Abschließend erläuterte Markus Bäuml vom Regionalbüro Süd-Ost des Fachverbands Biogas e.V., den aktuellen Stand zur Formaldehydbonus-Debatte und stand für allgemeine Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: mailto:(www.carmen-ev.de).

Circa 3.000 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.
Presseanfragen an C.A.R.M.E.N. e.V., Tel.: 09421/960-300


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