Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


15 2015Erneuter Stimmungseinbruch in der Branche der Nachwachsenden Rohstoffe

Straubing, 04. Mai 2015 * (cli) * Vierteljährlich werden die Unternehmen der Branche der Nachwachsenden Rohstoffe von C.A.R.M.E.N. e.V. nach ihrer wirtschaftlichen Lage befragt. Diese Konjunkturumfrage wird nun bereits im fünften Jahr durchgeführt und die erhobenen Daten evaluiert und veröffentlicht. Unternehmen aus den Teilbranchen feste Biomasse, Biogas, Biogene Treibstoffe und stoffliche Nutzung werden dabei berücksichtigt. Die Firmen sollen ihre aktuelle Lage und zukünftige Entwicklung einschätzen.

 

Aktuelle Lage: Neues Tief nach Kurzzeit-Hoch

Bei gut einem Drittel der Betriebe bleiben die Umsätze gleich, das heißt sie stabilisieren sich wieder. Somit ist der Anteil an Unternehmen mit steigenden beziehungsweise fallenden Umsätzen gegenüber dem vorherigen Quartal gesunken. Es hat sich dadurch keine nennenswerte Verbesserung oder Verschlechterung eingestellt. Das Bild bei den Investitionen sieht dagegen anders aus. Nur noch 9 % der Unternehmen haben mehr investiert und über 34 % gar nicht. Diese Zahlen stellen neue negative Rekordwerte seit Beginn der Umfrage 2010 dar. Über 40 % behalten zwar den Investitionsaufwand bei, aber das Investitionsklima bewegt sich insgesamt auf sehr niedrigem Niveau und erreicht den zweitschlechtesten Wert seit Umfragebeginn. Gegenüber dem letzten Quartal verschlechtert hat sich auch die Entwicklung des Personalbestands. Nur noch 16 % der Unternehmen haben ihren Personalbestand aufgestockt. Erstmals überhaupt haben mehr Unternehmen Personal abgebaut als eingestellt. Der Wert der vergangenen Quartale lag mehrmals auf einem ähnlichen Niveau, allerdings war (wahrscheinlich) auch der Personalbestand höher. Auch bei den Aufträgen hat sich der Aufwärtstrend der vergangenen Quartale nicht fortgesetzt. Der Anteil an Firmen mit schlechtem Auftragspolster ist gleich geblieben, liegt aber immer noch bei über einem Viertel. Nur noch jedes sechste Unternehmen bezeichnet die Auftragsentwicklung als gut. Daher ist auch die Zurückhaltung bei den Investitionen keine Überraschung.

Ausblick: Gemischte Erwartungen an Zukunft

Bei der Frage nach der Umsatzentwicklung für die nächsten 12 Monate zeigt sich der erneute Stimmungseinbruch am deutlichsten. Nur noch 34% rechnen mit steigenden Umsätzen, auch dies ist ein neuer Negativrekord. Dieser Rückgang kommt fast vollständig von den Bereichen mit der höchsten Umsatzentwicklung. Dadurch ist der Anteil an Unternehmen, welche stagnierende oder sinkende Umsätze erwarten, von 50 % auf 66 % gestiegen. Auch bei den Investitionen zeigt sich kein besseres Bild. Nur noch 12 % wollen das Investitionsvolumen erhöhen, auch das ist ein neuer Tiefstand. Dagegen planen mehr als ein Drittel keine Investitionen und somit ist auch wieder der Höchststand der letzten Quartale erreicht. Dieser Trend verfestigt sich seit vier Quartalen und es ist alarmierend, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen keine oder weniger Investitionen planen. Der einzige Lichtblick ist bei der Entwicklung des Personalbestands sichtbar. Trotz der schlechten aktuellen Lage und den pessimistischen Zukunftserwartungen planen nur 5 % Personalabbau und das ist der niedrigste Wert seit dem Quartal 03/13. Jedes siebte Unternehmen will sogar Mitarbeiter einstellen und vier von fünf Betrieben wollen den Bestand stabil halten. Leicht verbessert hat sich die Einschätzung der politischen Rahmenbedingungen. Nur 5 % betrachten sie als gut, aber dieser Wert war nur Mitte 2012 mit 11 % höher. Die Anzahl an Unternehmen, welche die Rahmenbedingungen als schlecht bezeichnen, ist kontinuierlich gestiegen. Zu Beginn im Jahr 2011 lag der Wert bei 25 % bis 40 %, im Jahr 2012 bis Anfang 2014 etwa bei der Hälfte. Seit dem zweiten Quartal 2014 beurteilen zwei Drittel der Betriebe die politischen Rahmenbedingungen als schlecht.

Gesamturteil: Deutliche Unterschiede zwischen den Branchen

Nun heißt es abzuwarten, ob das kurze Zwischenhoch im zweiten Halbjahr 2014 nur ein kurzes Strohfeuer war oder ob sich der negative Trend fortsetzt. Wahrscheinlich ist jedenfalls, dass ohne eine erhebliche Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen wieder das Niveau aus den Jahren 2012 und 2013 erreicht werden wird. Bei der stofflichen Nutzung ist eine deutliche Abweichung zwischen der Einschätzung der aktuellen Lage und des Trends zu beobachten. Die Einschätzung der aktuellen Lage ist auf dem höchsten Wert seit 2012 und die zukünftige Entwicklung war noch nie so schlecht seit Beginn der Umfrage. Die feste Biomasse schätzt sowohl die aktuelle wie auch die zukünftige Lage so schlecht wie nie ein. Bei den biogenen Treibstoffen ist ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten und vor allem die Zukunftsaussichten werden besser beurteilt. Auch bei der Biogas-Branche hat sich die Einschätzung der aktuellen Lage leicht verbessert und der Blick in die Zukunft ist deutlich rosiger. Der Indexwert liegt dafür bei knapp 50, einer Grenze, welche zuletzt im ersten Quartal 2013 übertroffen wurde.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: (www.carmen-ev.de).

Circa 4.400 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.
Presseanfragen an C.A.R.M.E.N. e.V., Tel.: 09421/960-300


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