Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


40 2014aC.A.R.M.E.N. e.V. besichtigt gemeinsam mit dem Fachverband eine Anlage nach dem Sauter-Prinzip

Straubing, 11. September 2014 * (cli) * Am Dienstag, den 09. September 2014 besichtigte C.A.R.M.E.N. e.V. gemeinsam mit Vertretern der Regionalgruppen Niederbayern und Oberpfalz des Fachverbands Biogas e.V. und 25 interessierten Teilnehmern die Biogasanlage von Ludwig Hauser in Runding. Bei der anschließenden Informationsveranstaltung wurden die anwesenden Anlagenbetreiber über die Vor- und Nachteile des Einsatzes von Gärprodukten informiert. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und es konnten noch einige unklare Fragen zur EEG-Novelle geklärt werden.

Nach einer kurzen Begrüßung von Walter Danner, Sprecher der Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbands Biogas e.V., erläuterte der Betreiber Ludwig Hauser das Prinzip seiner 190 kW Biogasanlage, welche nach dem Prinzip der Firma Sauter entwickelt wurde. Die Anlage wurde 2010 gebaut und wird überwiegend mit Gülle, Gras- und Maissilage betrieben. Er verwendet aber teilweise auch Grünroggen und Hirse als Substrat. Die Homogenisierung im Fermenter wird hierbei durch ein neues Umwälzverfahren ausgeführt. Dabei wird flüssiges Substrat unten aus dem Fermenter entnommen und durch eine Pumpe über eine bis vier bewegliche Düsen auf die Substratoberfläche im Fermenter gespritzt. Dadurch kann ein Großteil der Substratoberfläche erreicht werden. Der Strahl wird dabei nicht direkt in den Inhalt gerichtet, sondern fällt in einem flachen Winkel nach oben und dann in einem Bogen auf das Substrat. Demnach wird mit niedrigem Energieaufwand eine gute Durchmischung in der vertikalen und horizontalen Ausdehnung erreicht. Dies stellt eine funktionierende Homogenisierung auch in großen Fermentern sicher. Zudem gibt es die Möglichkeit die Bereiche im Fermenter unterschiedlich stark zu mischen und Zonen mit unterschiedlichem Milieu zu schaffen. Im Bereich der Eintragung der frischen Biomasse bildet sich eine Hydrolyse- und Versauerungszone und somit ist keine fein dosierte Zugabe der Masse nötig. Durch die Beregnung und den biologischen Abbau entsteht aus dem festen Input eine fließfähige Schlammmasse, die mit einer Pumpe entnommen wird. Von Vorteil ist, dass die aktiven gasbildenden Partikel im oberen Bereich des Fermenters durch anhaftendes Gas nach oben getrieben werden. Damit wird im unteren Bereich nur ausgefaultes Substrat entnommen. Das Substrat bleibt durch das Beregnungsverfahren relativ dünn und durch die unempfindliche Technologie können viele verschiedene Substrate eingesetzt werden. Diese werden von Ludwig Hauser über einen Einschubschacht zugegeben. Der Schacht ist ein in den Fermenterinhalt eingetauchtes Rohr, durch das die Schaufel eines Radladers passt. Durch den Vorratsbunker mit frischer Biomasse im Fermenter und die großen Zugabemengen kann die Zugabe in diskontinuierlichen Abständen von bis zu zwei Tagen erfolgen. Abschließend betonte Hauser noch einmal die Vorzüge seiner Anlage, welche sehr substratflexibel ist und wenig Eigenstrom verbraucht. Außerdem sind der Wartungs- und Betreuungsaufwand und die Instandhaltungskosten sehr niedrig.

Nach dem aufschlussreichen Besuch der Biogasanlage fuhren die Teilnehmer in ein nahegelegenes Wirtshaus, um dort einen Vortrag zu hören und über aktuelle Anliegen zu diskutieren. David Wilken, Referatsleiter für Abfall, Düngung und Hygiene beim Fachverband Biogas e.V. referierte über „Gärprodukte: ein guter Dünger − Humus, Hygiene und Düngerecht". Er informierte über die verschiedenen Formen von Gärprodukten, über den natürlichen Nährstoff- und Humuskreislauf und zeigte Vor- und Nachteile bei der Verwendung von Gärprodukten auf. Gärprodukte sind humus- und nährstoffhaltige Düngemittel und keine Abfallprodukte. Mit der Güllevergärung könnten knapp 90% der Schadstoffemissionen vermieden werden, die bei einer offenen Lagerung entstehen würden. Gleichzeitig kann der Einsatz von Mineraldüngern reduziert werden und es ist nachhaltiger, da dadurch weniger fossile Energieträger verbraucht werden. Weitere Vorteile sind, dass das Geruchspotential deutlich reduziert wird und somit auch die Akzeptanz der Bürger steigt. Auch die Bodenfauna wird verbessert, weil die Nährstoffverfügbarkeit steigt und die Pflanzen weniger verätzt werden. Schadstoffe werden dabei reduziert und dadurch werden Krankheitserreger, welche dann über die Rohstoffe in die Anlage gelangen würden, eingedämmt. Wilken geht auch auf die verschiedenen rechtlichen Verordnungen ein und zeigt auf, welche Pflichten die Betreiber bei Güllevergärung haben und was die Anforderungen an den Einsatz sind. Er benannte als Fazit noch einmal die enormen ökologischen und ökonomischen Vorteile, die die Verwendung von Gärprodukten mit sich bringt.

Ulrich Kilburg von C.A.R.M.E.N. e.V. klärte abschließend weitere Fragen und die Teilnehmer führten einen regen Austausch untereinander und mit dem Referenten. Dabei wurden vor allem die Flexibilitätsprämie, die EEG-Umlage und die Höchstbemessungsleistung, welche durch die EEG-Novelle am 01. August 2014 in Kraft traten und die meisten der Anwesenden selbst betrafen, diskutiert. Markus Bäuml, Sprecher der Regionalgruppe Oberpfalz des Fachverbands Biogas e.V. betonte als Fazit der Veranstaltung noch einmal, wie wichtig es ist, die jeweils individuelle Situation der Betreiber zu betrachten und auch bei Unklarheiten nicht zu zögern und die Fachjuristen fragen.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: (www.carmen-ev.de).

Circa 4.900 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.
Presseanfragen an C.A.R.M.E.N. e.V., Tel.: 09421/960-300


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