Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) gibt es seit August 2008 und erhielt seine letzte Änderung im Oktober 2015. Es dient dem Ziel den Anteil von erzeugter Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien zu erhöhen. Es soll der Verbrauch fossiler Ressourcen reduziert und die Unabhängigkeit von Energieimporten verbessert werden. Ein weiterer Zweck ist die Weiterentwicklung der wärme-/ kälteerzeugenden Technologien auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien.

Geltungsbereich

Generell besteht durch dieses Gesetz eine Pflicht zur Nutzung Erneuerbarer Energien für die Wärme- oder Kältebereitstellung in neuen Gebäuden mit einer Nutzfläche von mindestens 50 m². Im Sinne einer Vorbildfunktion für Gebäude im Besitz der öffentlichen Hand greifen die Anforderungen des EEWärmeG auch im Fall einer grundlegenden Renovierung. Darüber hinaus können auch mehrere Häuser bzw. Wohnungen zusammengeschlossen werden, um die Vorgaben zu erreichen. Für Gemeinden gibt es die Möglichkeit der Vorgabe einer Anschlusspflicht für Fernwärme-/ Fernkältenetze zum Zweck des Klima- und Ressourcenschutzes.

Jedoch gibt es Gebäude bei denen die Pflichten nicht greifen (vgl. §4 EEWärmeG), darunter fallen zum Beispiel temporäre Bauten, landwirtschaftliche Betriebsgebäude, Gebäude zu Tierhaltung, oder vorübergehend Gebäude die zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden.

Anteile Erneuerbarer Energien

Zur Erfüllung des EEWärme-Gesetzes sind bei neuen Gebäuden folgende Möglichkeiten gegeben, dabei unterscheidet sich je nach eingesetzter Technologie der Mindestanteil des Energieträgers an dem Energiebedarf des Gebäudes. Auch die Kombination verschiedener Energieträger ist zulässig.

Energieträger Mindestanteil am Bedarf
Geothermie 50 %
Umweltwärme (Wärmepumpe)  50 %
Feste/ Flüssige Biomasse 50 %
Biogas 30 %
Solarenergie
bei EFH und ZFH
bei MFH
15% oder
0,04 m2 Kollektor/m2 Nutzfläche
0,03 m2 Kollektor/m2 Nutzfläche

Werden öffentliche Gebäude grundlegend renoviert sind gelten folgende Mindestanteile:

Energieträger Mindestanteil am Bedarf          
Geothermie 15 %
Umweltwärme (Wärmepumpe)  15 %
Feste/ Flüssige Biomasse 15 %
Biogas 25 %
Solarenergie 15%

 

Ersatzmaßnahmen

Des Weiteren können folgende Ersatzmaßnahmen zu einer Erfüllung des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz ausreichend sein. Auch die Kombination von Ersatzmaßnahmen und Erneuerbaren Energien ist zulässig.

Ersatzmaßnahme Ausreichend wenn
Fernwärme/-kälte wesentlich aus Erneuerbaren Energien
oder mind. 50 % KWK bzw. Abwärme
Einsparung von Energie  Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust
15% unter dem Höchstwert nach EnEV
KWK hocheffizient, d.h. mind. 10 % Einsparung
gegenüber getrennter Erzeugung
Abwärmenutzung mind. 70 % Wärmerückgewinnung

 

Finanzielle Förderung

Das EEWärmeG bietet die rechtliche Grundlage zur Förderung von Erneuerbaren Energien Anlagen zur Erzeugung von Wärme und Kälte. Gefördert wird unter anderen die Nutzung von Solarthermie, Geothermie und Biomasse. Weitere Informationen zur Förderung finden Sie hier .

Nachweise und Informationen

Die Einhaltung des EEWärmeG ist mit entsprechenden Nachweisen zu belegen. So muss zum Beispiel die gelieferte Menge an Biomasse dokumentiert und der Nachweis mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden. Beim Einsatz von gasförmiger oder flüssiger Biomasse sind die Nachweise zusätzlich in den ersten fünf Jahren jährlich der Behörde vorzulegen.

Die öffentliche Hand muss zusätzliche Pflichten einhalten, so bedarf es zur Erfüllung der Vorbildfunktion einer hinreichenden Information der Öffentlichkeit über die Nutzung Erneuerbarer Energien.

Bußgeldvorschriften

Bei Verletzung der Pflichten können Geldbußen verhängt werden. Sobald zum Beispiel der Einsatz Erneuerbarer Energien unterlassen wird oder ein Nachweis nicht oder falsch erbracht wird, kann ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 € erlassen werden. Werden Nachweise nicht wie vorgeschrieben aufbewahrt oder vorgelegt kann ein Bußgeld in Höhe von bis zu 20.000 € anfallen.

Ersatzmaßnahme

Ausreichend wenn

Fernwärme/ Fernkälte

Wesentlich aus Erneuerbaren Energien oder mind.
50% KWK/ Abwärme

Einsparung von Energie

Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust
15% unter dem Niveau nach EnEV

KWK

Hocheffizient, i.d.R. 10% Primärenergieeinsparung
gegenüber getrennter Erzeugung

Abwärmenutzung

mind. 70% Wärmerückgewinnung

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