Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) bietet  das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss für  Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Gefördert werden unter anderem Solarkollektoren für die kombinierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, für die Bereitstellung von Prozesswärme und zur solaren Kühlung.

Förderfähige Maßnahmen

Förderfähig sind Solarthermieanlagen auf Bestandsgebäuden – im Bereich der Innovationsförderung auch auf Neubauten- für folgende Anwendungsbereiche:

  • Raumheizung
  • Raumheizung in Kombination mit Warmwasserbereitung
  • Warmwasserbereitung
  • Bereitstellung von Prozesswärme
  • Solare Kälteerzeugung und
  • Solarthermieanlagen, die die Wärme überwiegend einem Wärme- und/oder Kältenetz zuführen

 Antragsteller

(1) Privatpersonen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, kommunale Zweckverbände und sonstige juristische Personen des Privatrechts insbesondere gemeinnützige Organisationen (z. B. eingetragene Vereine) oder Genossenschaften (2) Unternehmen, freiberuflich Tätige

Art und Höhe der Förderung

Die Art der Förderung kann als Basisförderung im Gebäudebestand oder als Innovationsförderung im Gebäudebestand bzw. im Neubau erfolgen. Als Bestandsgebäude gelten Gebäude, in denen zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme bereits seit mehr als 2 Jahren ein anderes Heizungssystem installiert war. Darüber hinaus gibt es eine Reihe an Boni, welche unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich gewährt werden können.

Basisförderung

Förderfähig ist die Erstinstallation oder Erweiterung von Solarthermieanlagen im Gebäudebestand von 3 bzw. 4 m² bis 40 m², für Anlagen zur reinen Warmwasserbereitung in Höhe von 50 EUR/m², mindestens aber 500 EUR bei Erstinstallation. Für Solarthermieanlagen, die für weitere Nutzungsarten installiert werden, kann man bei Erstinstallation eine Basisförderung in Höhe von 140 EUR je angefangenen Quadratmeter Bruttokollektorfläche erhalten. Die Mindestsumme muss hierbei 2.000 EUR betragen, gilt aber nicht für Luftkollektoren. Für Erweiterungen können 50 EUR/m² gewährt werden. Ab 20 m² kommt auch eine Innovationsförderung in Frage. Darüber hinaus gelten u.a. folgende Mindestanforderungen bzgl. der Bruttokollektorfläche und des Wärmespeichermediums (bezogen auf Wasser als Wärmespeichermedium):

  • Solaranlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung: mind. 200 L Speichervolumen
  • Vakuumröhren und Vakuumflachkollektoren: mind. 7 m² und mind. 50 L Speichervolumen pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche
  • Flachkollektoren: mind. 9 m² und mind. 40 L Speichervolumen je Quadratmeter Bruttokollektorfläche

Innovationsförderung

Förderfähig im Rahmen der Innovationsförderung sind Solarthermieanlagen ab 20 m² bis 100 m² Kollektorfläche für den Gebäudebestand und für den Neubau. Ab 40 m² kann alternativ eine KfW Förderung in Anspruch genommen werden. Für die Innovationsförderung müssen bestimmte technische Anforderungen eingehalten werden (siehe Richtlinie). Es können bis zu 100 EUR im Bestand und bis zu 75 € im Neubau je angefangenem m²  für Solarkollektoranlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung gewährt werden. Für alle anderen Nutzungsarten, außer Prozesswärme, können bis zu 200 EUR im Bestand und bis zu 150 € im Neubau gefördert werden. Für Prozesswärme können bis zu 50 % der Nettoinvestition gefördert werden.

Alternativ kann die Innovationsförderung für alle Nutzungsarten ertragsabhängig erfolgen:Förderung = jährl. Kollektorertrag x Anz. Module x 0,45 EUR

Entsprechenden Nachweise sind für diese Art der Förderung zu erbringen.

Bonusförderung

i) Kombinationsbonus:
Wenn zusätzlich zur förderfähigen Solarthermieanlage der Heizkessel ohne Brennwerttechnik gegen einen neuen Brennwertkessel mit Brennstoff Öl oder Gas ausgetauscht wird, können durch den Kesselaustauschbonus weitere 500 EUR bezogen werden. Voraussetzung hierfür ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage, der vom Fachunternehmer bestätigt wird. Zusätzlich kann ein Bonus in Höhe von 500 EUR bezogen werden, wenn neben der Errichtung der Solarthermieanlage zusätzlich eine nach MAP förderfähige Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage errichtet wird oder die Anlage an ein Wärmenetz angeschlossen wird.

ii) Effizienzbonus: Durch den Effizienzbonus wird die Basis- bzw. Innovationsförderung auf das 1,5-fache angehoben. Voraussetzung hierfür ist, dass die förderfähige Anlage in einem bestehenden Wohngebäude errichtet wird, das die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 55 erfüllt.

iii) Zusatzförderung für Optimierungsmaßnahmen: Optimierungsmaßnahmen an neuen Anlagen können höchstens 10 % der Investitionskosten bzw. mit bis zu 50 % der Basisförderung bezuschusst werden. Optimierungsmaßnahmen für bestehende Anlagen (3-7 Jahre nach Inbetriebnahme) können mit bis zu 200 € gefördert werden (Mindestförderhöhe 100 €).

Zusatzförderung APEE

Ein Zusatzbonus von 20% auf die zuvor geschilderten Basis- und Bonuszahlungen kann auf Grundlage des neuen Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) für Anlagen gewährt werden, die seit dem 1. Januar 2016 in Betrieb genommen wurden und zudem bestehende Wärmeerzeuger ersetzen, die

  • ein Gas- oder Ölkessel sein müssen;
  • weder Brennwerttechnik noch Brennstoffzellentechnologie nützen;
  • und (noch) nicht der gesetzlichen Austauschpflicht nach § 10 der Energieeinsparverordnung für mindestens 30 Jahre alte Konstanttemperaturkessel unterliegen.
  • Zusätzlich ist eine Optimierung der gesamten Heizungsanlage zwingend erforderlich, wofür ein einmalig pauschaler Investitionszuschuss von 600 € gewährt wird. Hierbei ist zu beachten, dass eine Kumulierbarkeit mit der MAP-Zusatzförderung Heizungsoptimierung nicht gegeben ist.

 

Antragstellung

Ab dem 01.01.2018 müssen alle Antragsteller vor Umsetzung der Maßnahme einen Förderantrag beim BAFA einreichen. Als Beginn gelten der Abschluss eines Lieferungs- und/oder Leistungsvertrages sowie die Auftragsvergabe. Maßgeblich ist dabei das Eingangsdatum des Antrags beim BAFA.
Übergangsfrist für Inbetriebnahmen im Jahr 2017:
Antragsteller gemäß Kategorie (1), die ihre förderfähige Anlage noch 2017 in Betrieb nehmen, können den Förderantrag noch innerhalb von neun Monaten nach der Inbetriebnahme stellen.

 

Verbindliche Informationen erhalten Sie auf den
Internetseiten der Bewilligungsbehörde:

BAFA – Förderung von Solarthermieanlagen


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