Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Ab Juli 2017 bis Ende 2020 fördert das BAFA die Planung und den Bau hochinnovativer multivalenter Wärmenetzsysteme der vierten Generation, sofern diese bestimmte Anforderungen erfüllen, die eine hocheffiziente und umweltschonende Bereitstellung von Wärme und Kälte sicherstellen. Das Programm zielt auf größere Modellvorhaben ab, die als Entwicklungsvorhaben eine Brücke zwischen Forschung und Praxis bilden sollen.


Förderfähige Maßnahmen

Das Förderprogramm enthält zwei Fördermodule. Im Modul I werden Machbarkeitsstudien für den Neubau oder die Transformation eines bestehenden Netzes oder Teilnetzes, im Modul II deren Umsetzung gefördert. Die Erstellung einer nach Modul I (12 Projekte mit unterschiedlichen Konfigurationen) geförderten Machbarkeitsstudie ist Voraussetzung für die Umsetzungsförderung (mindestens 6 Projekte mit unterschiedlichen Konfigurationen).

Ein Wärmenetzsystem 4.0 im Sinne der Förderbekanntmachung im Bundesanzeiger umfasst die Wärmequellen, Wärmenetzleitungen, Wärmespeicher, Anpassung der Wärmesenken und die erforderliche Mess-, Regelungs- und Steuerungstechnik, sowie optional auch Sektorkopplungs-(power-to-x)-Anlagen.

Es muss mindestens den folgenden Kriterien entsprechen:

– Klimaschonender, innovativer Energieträger:
Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme an der jährlichen Wärmeeinspeisung mindestens 50 %, maximal 50 % durch Biomasse; der im Antrag angegebene Anteil muss im Durchschnitt über die Mindestnutzungsdauer von zehn Jahren gehalten werden; Höchstanteil von 10 % für fossile Energie an der jährlichen Wärmeeinspeisung, die nicht durch KWK-Anlagen eingespeist wird;
– Kosteneffizienz:
Wärme ist zu vergleichbaren oder geringeren Kosten zu liefern als konventionelle Wärmenetze auf Basis fossiler Wärmeerzeuger dies zum Zeitpunkt der Antragstellung tun; die Bewilligungsstelle wird dazu Referenzwerte festlegen;
– Mindestgröße:
Mindestens 100 Abnahmestellen oder Mindestabnahme von 3 GWh pro Jahr; Ausnahmen sind u. a. bei Nachbarschafts- oder Quartierskonzepten möglich;
– Temperaturniveau:
Niedrig temperierte Wärme- oder Kältenetzverbindungen mit 20 °C bis maximal 95 °C im Vorlauf;
– Wärmespeicher:
Saisonale Großwärmespeicher, soweit nicht begründet dargelegt wird, dass der Einsatz unwirtschaftlich wäre; beim Einsatz von KWK-Anlagen für Flexibilisierung ausreichend dimensionierte Wärmespeicher;
– Sektorkopplung und Strommarktdienlichkeit:
Die angeschlossenen Stromverbraucher und -erzeuger weisen mindestens eine Schnittstelle für einen markt- oder netzdienlichen Betrieb ohne manuelle Eingriffe des Betreibers auf und sind auf eine Einbindung in ein intelligentes Stromnetz vorbereitet;
– Zusatzanforderungen:
Technische Überwachung durch ein Online-Monitoringsystem; 10 Jahre Berichtspflicht über die technischen Daten.

 

Antragssteller

Antragsberechtigt sind Unternehmen, kommunale Betriebe, kommunale Zweckverbände, eingetragene Vereine, sowie eingetragene Genossenschaften, wenn sie eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben, sowie Konsortien, wenn sie geführt und vertreten werden von einem Antragsberechtigten der vorgenannten Gruppen (sofern nicht explizit ausgeschlossen). Ebenfalls antragsberechtigt sind Contractoren, die
förderfähige Projekte mit zuvor genannten Antragsberechtigten durchführen. 

 

Art und Höhe der Förderung

Förderung von Machbarkeitsstudien
Modul I kann mit bis zu 60 % der förderfähigen Kosten bezuschusst werden. Die Förderung ist begrenzt auf eine maximale Fördersumme von 600.000 Euro. Die Bewilligung einer Förderung wird nur befristet erteilt; die Dauer der Befristung beträgt 12 Monate. Der Verwendungsnachweis muss innerhalb dieser Frist eingereicht werden; die Bewilligung kann von der Bewilligungsstelle auf Antrag einmalig um bis zu 12 Monate verlängert werden.

Umsetzungsförderung
Modul II kann mit bis zu 50 % der föderfähigen Kosten bezuschusst werden. Die Bewilligung einer Förderung wird nur befristet erteilt; die Dauer der Befristung beträgt 48 Monate. Der Verwendungsnachweis muss innerhalb dieser Frist eingereicht werden. Die Förderung ist begrenzt auf eine maximale Förder-
summe von 15 Millionen Euro pro Vorhaben.

Für die Berechnung der jeweiligen Förderquote eines Vorhabens gilt Folgendes:

– Grundförderung für die Realisierung eines Wärmenetzsystems 4.0
Die Grundförderung beträgt für die Entwicklung eines Wärmenetzsystems 4.0 als experimentelles Entwicklungsvorhaben entsprechend der Mindestanforderungen bis zu 20 % der förderfähigen Kosten, falls ein „kleines oder mittleres Unternehmen“ (KMU im Sinne von Anhang 1 AGVO) Antragsteller oder Teil eines antragstellenden Konsortiums ist, bis zu 30 %.
– Nachhaltigkeitsprämie für hohe Anteile erneuerbarer Energien und Abwärme Übersteigt innerhalb der ersten zehn Jahre der Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme an der jährlichen Wärmeeinspeisung in das Wärmenetzsystem 4.0 einen Anteil von 50 %, wird als leistungsabhängiger, gleitender Bonus
eine Erhöhung der Förderquote um bis zu 10 Prozentpunkte gewährt (jeder volle Prozentpunkt entspricht einer Erhöhung von 0,2 Prozentpunkten). Nachweis der Anteile im Bewilligungszeitraum notwendig.
– Kosteneffizienzprämie für besonders niedrige Wärmelieferungspreise
Unterschreitet innerhalb der ersten fünf Jahre der den Kunden angebotene Wärmelieferpreis (Formel wird festgelegt) einen Wert von 10 Cent pro kWh Wärme, wird als leistungsabhängiger, gleitender Bonus eine Erhöhung der För-
derquote um bis zu 10 Prozentpunkte gewährt (0,1 Cent pro kWh Wärme Unterschreitung entspricht 0,2 Prozentpunkte der Förderquote). Nachweis im Bewilligungszeitraum notwendig.
– Einzelkomponenten der industriellen Forschung
Soweit im Vorhaben Einzelkomponenten enthalten sind, die als Prototypen der industriellen Forschung sind und die darauf abzielen, die Marktdurchsetzung, Nutzerakzeptanz, Systemdienlichkeit oder Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzsystemen 4.0 weiter zu erhöhen, werden die hierfür entstandenen förderfähigen Kosten separat betrachtet. Die Förderquote nur für die Kosten dieser Komponenten erhöht sich dabei auf 65 %, falls ein „kleines oder mittleres Unternehmen“ (KMU im Sinne von Anhang 1 AGVO) Antragsteller oder Teil eines antragstellenden Konsortiums ist, auf 75 %.

Ergänzende Förderung von Informationsmaßnahmen zur Erzielung der erforderlichen Anschlussquote und Wirtschaftlichkeit
Um potenzielle Nutzer über die Anschlussmöglichkeit an das Wärmenetzsystem 4.0 zu informieren, muss dieses bei den potenziellen Kunden bekannt gemacht, der Bedarf abgefragt und müssen Lieferangebote unterbreitet werden.
Hierfür sind – als De-minimis-Förderung und zusätzlich zu den anderen Fördertatbeständen – Ausgaben für die Verbesserung der Projektvermarktung, Information und Kundenakquise in Höhe von bis zu 200.000 Euro pro Vorhaben
über einen Zeitraum von drei Jahren förderfähig. Der Fördersatz hierfür beträgt 80 % (De-minimis-Verordnung).

Ergänzende Förderung regionaler wissenschaftlicher Kooperationen zur Kostensenkung, wissenschaftlichen Begleitung und Kommunikation der Erkenntnisse vor Ort in der Region („Capacity Building“)
Um das erforderliche Know-how für die kostensenkende Projektentwicklung und den Betrieb solcher, technisch komplexer, Gesamtsysteme lokal am Modellprojekt und in der Region zu entwickeln („Capacity Building“) und dauerhaft zu
etablieren, können Modellvorhaben von Wärmenetzsystemen 4.0 durch eine wissenschaftliche Kooperation mit Hochschulen und Universitäten oder vergleichbaren Instituten vorbereitet, begleitet und die Ergebnisse zurück in die Wirtschaft kommuniziert werden. Soweit Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen im Zusammenhang mit geförderten Projekten
nichtwirtschaftliche Leistungen im Sinne von Rz. 18 des Unionsrahmens für staatliche Beihilfen zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation erbringen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben im Einzel-
fall mit bis zu 100 % förderfähig. Zudem können Innovationsbeihilfen zu Gunsten von KMU gewährt werden. Die Beihilfeintensität darf 50 % der beihilfefähigen Kosten nicht überschreiten. Die Kosten hierfür dürfen nicht mehr als 10 % der für die Umsetzungsförderung geltend gemachten förderfähigen Kosten und maximal 1 Mio. Euro betragen.

Kumulierungsverbot
Die Zuwendung darf mit anderen staatlichen Beihilfen nicht kumuliert werden, es sei denn, die andere Beihilfe bezieht sich nicht auf dieselben förderfähigen Kosten.

 

Antragsstellung

Die Bewilligungsbehörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Hausanschrift:
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Frankfurter Straße 29 – 35
65760 Eschborn

Weitere Informationen finden Sie in der Förderbekanntmachung und in Kürze auf den Seiten des BAFA.

 


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