Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Entwicklung, Bau und Betrieb von größeren Wärmeversorgungsanlagen, die mit Holz- oder allgemein mit Biomassebrennstoffen betrieben werden, sindBMHW Landsberg am Lech klein anspruchsvolle und durchaus risikobehaftete Aufgaben.

Dabei ist es unerheblich, ob nur einzelne Nachbarn aus einem kleineren Hackschnitzelkessel mitversorgt werden oder ob ein größeres Heizwerk ein ausgedehntes Wärmenetz bedient und Kunden mit Wärme versorgt werden müssen. In beiden Fällen sind bei der Realisierung und im Betrieb der Anlage vielfältigen Fragestellungen technischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und organisatorischer Art zu beachten, über Jahre hinweg muss ein Mindestmaß an Versorgungssicherheit gewährt werden. Selbst kleine Fehlplanungen können erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen und das Vertrauen in den Wärmelieferanten und in die Bioenergie erschüttern.

Besondere Anforderungen 

Eine Holzheizung ist mehr als nur der Tausch eines alten Ölheizkessels gegen einen neuen Holzheizkessel. Die Holzheizung ist technisch gesehen ein relativ träges System, welches Anforderungen an die Auslegung der Anlage stellt, die sich deutlich von denen unterscheiden, die wir von Öl- oder Gasheizanlagen kennen. Auch ist die Holzheizung mit einer deutlich größeren Investition verbunden, der technische Aufwand ist bedeutender. Bei Holzheizungen ist es zudem unbedingt erforderlich, dass der Brennstoff auf die Verbrennungstechnik abgestimmt ist; die erforderlichen Brennstoffqualitäten müssen stets reibungslos und zu vertretbaren Kosten zur Verfügung gestellt werden. Die fachgerechte Entsorgung der Holzaschen ist ebenfalls zu gewährleisten.

Die Holzheizanlage und die Wärmeverteilung müssen besonders sorgfältig auf den Bedarf abgestimmt sein. Überdimensionierungen führen rasch zu Problemen im Betrieb, können erhöhte Schadstoffemissionen und wirtschaftliche Verluste verursachen. Der erste Schritt bei der Entwicklung einer Holzheizanlage ist stets die Ermittlung des Bedarfs: Leistung (kW), Wärmemenge (MWh) und Temperaturen sowie der voraussichtliche Lastgang der zu versorgenden Objekte sind fundiert zu ermitteln. Falls ein Wärmenetz bedient werden muss, sind zusätzlich dessen Wärmeverluste zu kalkulieren. Die Wärmeerzeugeranlage muss exakt auf den Bedarf abgestimmt werden. Die Varianten sind: 1) ein oder mehrere Holzheizkessel, 2) mit oder ohne Wärmespeicher, 3) ggf. Einbindung weiterer Wärmeerzeuger, z.B. ein BHKW oder eine thermische Solaranlage, sowie erforderlichenfalls Wärmeerzeuger zur Abdeckung der Lastspitzen (Öl- oder Gasheizkessel).

Die Auslegung von Hydraulik und Regelungstechnik ist anspruchsvoll und vom Bedarfsfall abhängig, ebenso die Gestaltung von Heizhaus und Brennstofflager. Hier ist es besonders wichtig, dass beim Planenden fundierte Kenntnisse zu den technischen und organisatorischen Zusammenhängen vorliegen und dass Erfahrungen beachtet werden. Im weiteren muss ein zur gewählten Holzheiztechnik passender Brennstoff gefunden werden, die Brennstofflieferung muss vertraglich abgesichert werden, ein geeigneter Abrechnungsmoduns ist zu vereinbaren. Mit den Wärmekunden ist der Wärmeliefervertrag auszuhandeln. Die Verträge müssen rechtlich "wasserdicht" sein; auch dies erfordert Erfahrungen und zudem eine gute Kenntnis der aktuellen Rechtssprechung.

Nach der Fertigstellung der Anlage müssen die Betriebsparameter noch einmal optimiert werden. Wichtig ist zudem eine sorgfältige Dokumentation. In den ersten Jahren durchläuft das Betriebspersonal eine Einlernphase. Spätestens jetzt muss sich der Betreiber eingehend mit der Anlage beschäftigt haben; der Planer ist zu diesem Zeitpunkt kaum noch greifbar; Planungs- und Auslegungsfehler können nun richtig Zeit, Geld und Nerven kosten. Beispiel: Wurde ein zu großer Holzheizkessel installiert, kann dieser in der Praxis kaum noch gegen eine leistungsschwächeren Wärmeerzeuger ausgetauscht werden; über die Lebensdauer der Anlage, im Durchschnitt sind das 20 bis 25 Jahre, muss mit der Fehlplanung gelebt werden.

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Holzenergieprojekt

Für den Erfolg eines Holzenergieprojekts sind demnach drei Voraussetzungen maßgeblich: 1) Der Bauherr muss bereit sein, sich eingehend mit der Materie zu befassen. 2) Planung und Realisierung der Anlage müssen mit äußerster Sorgfalt erfolgen. 3) Der Planende muss grundlegende Erfahrungen in der Auslegung und im Betrieb von Feststofffeuerungen haben.

Heizungsbauer und Planungsbüros, die in der Holzenergie gut erfahren sind, sind selten. Etliche steigen gerade erst in die junge Technologie der Holz- und Biomasseheizungen ein. In dieser Einführungsphase ist es unbedingt sinnvoll, dass die Erfahrung von unabhängigen Experten genutzt werden; eine neutrale Zweitmeinung kann dazu beitragen, dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden wird und Fehler der anderen nicht wiederholt werden müssen. Hier setzt das Qualitätsmanagement QM Holzheizwerke an.

QM Holzheizwerke baut auf den Sachverstand und auf die Erfahrungen eines gelernten Planers auf, es vertieft das bestehende Wissen um die Besonderheiten der Holzheizwerke und bietet mit dem Q-Beauftragten eine Zweitmeinung im Planungs- und Realisierungsprozess.

Das Holzheizwerk - keine Aufgabe für Laien!

Die Komplexität von Holzheizwerken und Wärmenetzen setzt zwingend voraus, dass sich fachkompetente Personen mit der Planung und Realisierung befassen. Hier gilt grundsätzlich und in jedem Leistungsbereich: Qualität zahlt sich aus.

 

Publikationen, weiterführende Literatur

QM Holzheizwerke (Qualitätsmanagement für geplante Holzheizwerke)

Schriftenreihe QM Holzheizwerke (Planungshandbuch, Q-Leitfaden, Standard-Schaltungen, Muster-Ausschreibung usw.)

qm heizwerke (QM Holzheizwerke in Österreich)

Benchmarks für Biomasseheizwerke und Wärmenetze in Österreich (Vortrag)

Europäischer Rechnungshof: Sonderbericht 06/2014; Luxembourg 2014

Gemeinschaftsprojekt Dorfheizung fast pleite (Bericht des Bayerischen Rundfunks von 2016)


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