Je Minute verbrennt weniger als 1 mm des Querschnittes eines Holzbalkens!

Die Angst vor dem Feuer begleitet uns Menschen seid wir sesshaft geworden sind. Obwohl verbautes Holz nur Vorteile in seinem Brandverhalten vorweisen kann: Kein anderer Baustoff schützt sich selbst, kein anderer Baustoff bleibt so lange stabil, bei keinem anderen Baustoff ist der Brandfortschritt und damit die Gefahr so genau berechenbar.

Eine Holzdecke oder gar die tragende Konstruktion eines Holzhauses ist nur sehr schwer in Brand zu setzen. Denn Holz entzündet sich bei größeren Querschnitten oder einseitiger Brandbeanspruchung nur schlecht und behält dank seiner geringen Wärmeleitung und der Hitze isolierenden Holzkohle beinahe normale Temperatur im intakten Kern. Versuchen Sie mal ein Lagerfeuer mit einem dicken Balken oder mit verkohltem Stück Holz anzuzünden. Wenn nach einem Brand der verbleibende Querschnitt stark genug ist, dann kann die Sanierung durch Abhobeln erfolgen.
Holz behält sehr lange seine fast unverminderte Tragfähigkeit. Die Tragkraft des Holzträgers hängt nicht von der Temperatur ab und Holz reagiert auf Erwärmung kaum mit Längenausdehnungen oder Durchbiegungen wie andere Werkstoffe. Darin unterscheidet es sich erheblich von den so genannten Massivbaustoffen! Plötzliches Materialversagen gibt es beim Holz nicht. Ein Erweichen wie beim Stahl (Verlust der Tragfähigkeit ab etwa 700 Grad), oder ein plötzlicher Zusammenbruch wie bei Beton (nach dem möglichen Abplatzen des Betons von der Bewehrung) gibt es beim Holz nicht. Ist Holz als tragendes Konstruktionsmaterial verwendet, ist daher ein kontrolliertes Betreten der Brandstelle, etwa zur Personenrettung, sogar leichter möglich.
Schlicht unerreicht ist die „Gutmütigkeit" von Holz bei Querschnittsverringerungen. Holz nimmt durch Verformungen weit höhere Lasten als die Gebrauchslasten auf und hat somit eingebaute Tragreserven. Diese Verformungen sind optisch klar auszumachen und schützen so auch die Rettungskräfte. Dazu kommt, dass der Abbrand von Holz ist sehr gut erforscht ist. Die Abbrandgeschwindigkeit unterscheidet sich je nach verwendeter Holzart: Dichtes Laubholz brennt langsamer als Weichholz. Die Geschwindigkeiten variieren zwischen 0,5 und 0,9 Millimeter in der Minute! Damit lässt sich zu jeder Zeit im Brandverlauf die Tragkraft des Holzes berechnen.
Angenommen, ein tragender Balken mit den Abmessungen 240 X 300 mm wurde mit einer Sicherheitsreserve von 20% eingebaut, dass heißt diese 20 % können abbrennen, ohne dass die Tragkraft gefährdet ist. 20% Abbrand bedeuten 48 mm Abbrandtiefe. Die werden bei einseitiger Beanspruchung nach 60 Minuten erreicht und bei beidseitiger Beanspruchung nach 30 Minuten. Zudem ist das Holz hinter der Gipswerkstoffbekleidung und z.B. in Kombination mit Mineralfaserdämmstoff dem Feuer lange Zeit nicht unmittelbar zugänglich.

Sämtliche heute gültigen Feuerwiderstandsklassen können so auch mit dem modernen Holzbau erreicht werden. Für die Bewohner ist das Leben im Holzhaus auch unter Brandschutzaspekten so sicher wie im massiv gebauten Haus. Für Holz und Massivhäuser gelten hinsichtlich des Brandschutzes einheitliche Normen und Vorschriften, welche von Holzhäusern genauso mühelos eingehalten werden.


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