Auf einem Großteil der gut 31.000 ha Wald im Landkreis Straubing-Bogen kommt, ob vom Waldbesitzer gewollt oder nicht, ein Wandel in der Baumartenbestockung zu. Dieser wird sich bedingen durch eine Häufung von Schadflächen oder durch den kleinen bis großflächigen Ausfall reiner und nicht standortgemäßen Fichten-bestände, vor allem im südlichen Teil des Landkreises. Die Forstwirtschaft in Bayern und in unserem Landkreis ist der wohl vom Klimawandel am meist betroffendste Produktionszweig, da die Waldbesitzer in der Regel umwelt- und klimaabhängig arbeiten müssen, sie mit sehr langlebigen Individuen, sprich Bäumen bis über 100 Jahre alt arbeiten müssen und weil sie nur eine ortsfeste Produktion nutzen können.
Nach allen Prognoserechnungen der Klimaforschung werden sich die Jahresdurch-schnittstemperaturen in unserem Landkreis nach vorsichtiger Schätzung auf
ca. 10o C Jahresdurchschnittstemperatur im Flachland bewegen. Dies ist eine Steigerung von fast 20 Grad Celsius gegenüber den jetzigen Temperaturen und bedeutet Verhält-nisse, wie sie heute im Oberraingraben oder auch in Norditalien herrschen. Der Freistaat Bayern und damit die Bayerische Forstverwaltung fördert den gezielten Waldumbau hin zu mehr Mischbaumarten mit großer personeller und finanzieller Anstrengung. So ist geplant, dass jedes Jahr auf freiwilliger Basis ca. 50 ha bis 70 ha Wälder umgewandelt, d. h. mit klimastabileren Baumarten wie Buche, Edellaubhölzer, Douglasien oder Eichen angereichert werden. Dieser Waldumbau ist bereits in vollem Gange. Mit Fördersummen von ca. 2.000 € bis 5.000 € pro ha bezuschusst der Freistaat Bayern die einzelnen Waldbesitzer und hilft ihnen hiermit finanziell bei ihrem Waldumbau.

Im Landkreis Straubing-Bogen zum Beispiel haben wir immer noch einen Anteil der überwiegend nicht ganz gerechten Fichten von ca. 65% bis 70%. Die Fichte ist als Flachwurzler besonders anfällig gegen Dürre und Trockenheit und ist als Baum des subarktinen Nadelwaldgürtels von Grund auf nicht an Wärme angepasst. Darüber hinaus wird die Fichte sehr gerne von den beiden gefährlichsten Borkenkäferarten, den Kupferstecher und dem Buchdrucker befallen und verursacht somit auf großen Flächen Schadbilder, die einen dringenden Waldumbau fordern. Hierbei steht die Bayerische Forstverwaltung jedoch nur als Berater den ca. 11.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern im Landkreis zur Seite, denn die letztendliche Entscheidung über das jeweilige Waldgrundstück trifft nur der Eigentümer. Dennoch kann man den Waldbesitzern nur raten, auch im Hinblick auf ihre nachfolgenden Generationen, also ihren Kindern und Enkelkindern oder Erben, dringend Reihenbestände von Fichtenwäldern mit Mischbaumarten jetzt hier und heute anzureichern. Es wäre unseriös zu behaupten, die Forstexperten oder die Wissenschaftler wüssten genau wie das Klima und die Wälder im Jahr 2100 aussehen könnten. Das kann niemand mit letzter Präzision vorhersagen. Dennoch sind alle Modelle, egal welcher Herkunft sich einig, dass der Wald in 100 Jahren anders aussehen werden wird als er heute ist. Wir werden es mehr mit Trockenheit im Sommer oder Frühjahr, wie wir es in diesem Jahr bereits erleben, oder auch mit stärkeren extremen Ereignissen, wie Stürmen, Hagel oder auch anderen Extremen zu tun haben. Ein aufmerksamer Spaziergänger, Jogger oder Radfahrer im Wald beobachtet bereits heute die Veränderungen, die sich dort in den Wäldern abspielen. Denn zum einen sind im südlichen Teil oftmals Kahlflächen vorhanden, die auf Grund von Borkenkäfer oder Sturmschäden der Jahre 2005 und weiterer nachfolgender Jahre herrührten und die vielfach bereits schon mit Eichen, Ahorn, Eschen, Erlen oder auch Tannen-Buchenkulturen wieder aufgeforstet worden sind. Im letzten Jahr haben wir im Landkreis bereits über 65 ha rein mit diesen vorher genannten Mischbaumarten die Wälder neu begründet, dies sind allein fast 100 Fußballfelder. Auch für nicht zu verschuldende Ausfälle von Pflanzen für die Nachbesserung bekommen die Waldbesitzer vom Freistaat Bayern Zuschüsse, die sich je nach Baumartenzusammensetzung in der Größenordnung zwischen 750 € und 3.000 € pro ha bewegen.

Betrachten wir nun exemplarisch ein kleines Gebiet bei Leiblfing, so ist anhand der Kartenfarben erkennbar (je röter, desto risikoreicher und schlechter), dass die Baumart Fichte mit Abstand am schlechtesten abschneidet. Fichtenbestände um Leiblfing im Jahr 2100 erleiden ein sehr hohes Risiko, überhaupt ihr Endalter erreichen zu können. Dagegen sind Baumarten wie die Buche, die Eiche, der Bergahorn oder auch Douglasien auf jeden Fall aus heutiger Sicht sehr empfehlenswerte Baumarten, vor allem in der Mischung. Eine individuelle Beratung, bezogen auf seinen jeweiligen Waldstandort, erhalten interessierte Waldbesitzer kostenlos bei Försterinnen und Förstern im jeweiligen Landkreis. Ansprechpartner sind die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Verfasser:
Klaus Stögbauer, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing

Auf einem Großteil der gut 31.000 ha Wald im Landkreis Straubing-Bogen kommt, ob vom Waldbesitzer gewollt oder nicht, ein Wandel in der Baumartenbestockung zu. Dieser wird sich bedingen durch eine Häufung von Schadflächen oder durch den kleinen bis großflächigen Ausfall reiner und nicht standortgemäßen Fichten-bestände, vor allem im südlichen Teil des Landkreises. Die Forstwirtschaft in Bayern und in unserem Landkreis ist der wohl vom Klimawandel am meist betroffendste Produktionszweig, da die Waldbesitzer in der Regel umwelt- und klimaabhängig arbeiten müssen, sie mit sehr langlebigen Individuen, sprich Bäumen bis über 100 Jahre alt arbeiten müssen und weil sie nur eine ortsfeste Produktion nutzen können.
Nach allen Prognoserechnungen der Klimaforschung werden sich die Jahresdurch-schnittstemperaturen in unserem Landkreis nach vorsichtiger Schätzung auf
ca. 10o C Jahresdurchschnittstemperatur im Flachland bewegen. Dies ist eine Steigerung von fast 2o C gegenüber den jetzigen Temperaturen und bedeutet Verhält-nisse, wie sie heute im Oberraingraben oder auch in Norditalien herrschen. Der Freistaat Bayern und damit die Bayerische Forstverwaltung fördert den gezielten Waldumbau hin zu mehr Mischbaumarten mit großer personeller und finanzieller An-strengung. So ist geplant, dass jedes Jahr auf freiwilliger Basis ca. 50 ha bis 70 ha Wälder umgewandelt, d. h. mit klimastabileren Baumarten wie Buche, Edellaubhölzer, Douglasien oder Eichen angereichert werden. Dieser Waldumbau ist bereits in vollem Gange. Mit Fördersummen von ca. 2.000 € bis 5.000 € pro ha bezuschusst der Freistaat Bayern die einzelnen Waldbesitzer und hilft ihnen hiermit finanziell bei ihrem Waldumbau.


Im Landkreis Straubing-Bogen haben wir immer noch einen Anteil der überwiegend nicht ganz gerechten Fichten von ca. 65% bis 70%. Die Fichte ist als Flachwurzler besonders anfällig gegen Dürre und Trockenheit und ist als Baum des subarktinen Nadelwaldgürtels von Grund auf nicht an Wärme angepasst. Darüber hinaus wird die Fichte sehr gerne von den beiden gefährlichsten Borkenkäferarten, den Kupferstecher und dem Buchdrucker befallen und verursacht somit auf großen Flächen Schadbilder, die einen dringenden Waldumbau fordern. Hierbei steht die Bayerische Forstverwaltung jedoch nur als Berater den ca. 11.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern im Landkreis zur Seite, denn die letztendliche Entscheidung über das jeweilige Waldgrundstück trifft nur der Eigentümer. Dennoch kann man den Waldbesitzern nur raten, auch im Hinblick auf ihre nachfolgenden Generationen, also ihren Kindern und Enkelkindern oder Erben, dringend Reihenbestände von Fichtenwäldern mit Mischbaumarten jetzt hier und heute anzureichern. Es wäre unseriös zu behaupten, die Forstexperten oder die Wissenschaftler wüssten genau wie das Klima und die Wälder im Jahr 2100 aussehen könnten. Das kann niemand mit letzter Präzision vorhersagen. Dennoch sind alle Modelle, egal welcher Herkunft sich einig, dass der Wald in 100 Jahren anders aussehen werden wird als er heute ist. Wir werden es mehr mit Trockenheit im Sommer oder Frühjahr, wie wir es in diesem Jahr bereits erleben, oder auch mit stärkeren extremen Ereignissen, wie Stürmen, Hagel oder auch anderen Extremen zu tun haben. Ein aufmerksamer Spaziergänger, Jogger oder Radfahrer im Wald beobachtet bereits heute die Veränderungen, die sich dort in den Wäldern abspielen. Denn zum einen sind im südlichen Teil oftmals Kahlflächen vorhanden, die auf Grund von Borkenkäfer oder Sturmschäden der Jahre 2005 und weiterer nachfolgender Jahre herrührten und die vielfach bereits schon mit Eichen, Ahorn, Eschen, Erlen oder auch Tannen-Buchenkulturen wieder aufgeforstet worden sind. Im letzten Jahr haben wir im Landkreis bereits über 65 ha rein mit diesen vorher genannten Mischbaumarten die Wälder neu begründet, dies sind allein fast 100 Fußballfelder. Auch für nicht zu verschuldende Ausfälle von Pflanzen für die Nachbesserung bekommen die Waldbesitzer vom Freistaat Bayern Zuschüsse, die sich je nach Baumartenzusammensetzung in der Größenordnung zwischen 750 € und 3.000 € pro ha bewegen.

Betrachten wir nun exemplarisch ein kleines Gebiet bei Leiblfing, so ist anhand der Kartenfarben erkennbar (je röter, desto risikoreicher und schlechter), dass die Baumart Fichte mit Abstand am schlechtesten abschneidet. Fichtenbestände um Leiblfing im Jahr 2100 erleiden ein sehr hohes Risiko, überhaupt ihr Endalter erreichen zu können. Dagegen sind Baumarten wie die Buche, die Eiche, der Bergahorn oder auch Douglasien auf jeden Fall aus heutiger Sicht sehr empfehlenswerte Baumarten, vor allem in der Mischung. Eine individuelle Beratung, bezogen auf seinen jeweiligen Waldstandort, erhalten interessierte Waldbesitzer kostenlos bei Försterinnen und Förstern im jeweiligen Landkreis. Ansprechpartner sind die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Verfasser:
Klaus Stögbauer, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing


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