Mehr als 11.000 Waldbesitzer in der Region Straubing-Bogen leisten durch eine nachhaltige Forstwirtschaft die Sicherung des Ökosystems Wald. Ohne aktive und regelmäßige forstliche Nutzung würden sich andere, möglicherweise instabilere, Wälder entwickeln. Das Hauptprodukt der Waldbauern, nämlich Holz, wirkt zum einen über die Lebensdauer der Holzprodukte als Grundstoffspeicher und entzieht der Atmosphäre das Treibhausgas Kohlendioxid. Zum anderen kann die Holzverwendung gleichzeitig Produkte ersetzen, für deren Herstellung umfangreiche fossile Rohstoffe verwendet und verbraucht werden müssten.

Unsere Wälder sind nicht nur Erholungs- und Naturraum oder Rückzugsgebiet für verschiedene Tierarten, sondern auch eine Holzproduktionsstätte. Im Landkreis Straubing-Bogen wachsen ca. jedes Jahr 300.000 Festmeter (m3) Holz nachhaltig heran. Jede Sekunde entziehen die Wälder durch ihr Holzwachstum der Umwelt den Klimakiller Nr. 1 Kohlendioxid. Denn im Rahmen der Fotosynthese wird mit Hilfe von Kohlendioxid und Wasser Kohlenstoff in Form von Holz eingelagert, und gibt der Umwelt zusätzlich Sauerstoff zurück. Für die Produktion von einem Kubikmeter Holz wird für den Aufbau der Holzsubstanz der Atmosphäre ca. 1 t Kohlendioxid entzogen. Für unseren Landkreis bedeutet dies eine ungefähre Menge von 300.000 t CO2. Dieses Kohlendioxid wird über viele Jahrzehnte im Ökosystem Wald in Form von Bäumen gespeichert. Die Wälder bei uns im Landkreis, in Niederbayern, Bayern oder Mitteleuropa sind daher bedeutende Kohlendioxidsenker, die die Atmosphäre von dem Treibhausgas nachweisbar entlasten können.

In einem nicht genutzten, in einem ökologischen Gleichgewicht befindlichen Urwald, würde sich irgendwann ein Kohlendioxidgleichgewicht einstellen, denn zum einen wird dieses in der Produktion von Holz gespeichert, zum anderen entweicht es durch die Verrottungsprozesse gleichzeitig wieder in die Umwelt. Werden diese Wälder nunmehr aber nachhaltig genutzt, gibt es einen weiteren positiven Effekt für das Klima. Durch die Nutzung des im Holz gespeicherten Kohlendstoffes und Verwendung des Holzes in langlebigen Holzprodukten, wie beispielsweise Holzhäuser, Spielzeuge, Gartenmöbel, Fußböden etc. werden zusätzlich erhebliche Mengen gebunden. Ein weiterer Punkt kommt hinzu. Durch die Verwendung von Holzerzeugnissen ersetzen diese oft energieaufwendigere oder auch auf Erdöl basierende andere Produkte, für deren Herstellung erheblich mehr Kohlendioxidemissionen verursacht werden. Dies führt in vielen Holzverwendungsbereichen zu stark erhöhten Effekten in der Kohlendioxidbilanz.

Die spätere Entsorgung der Holzprodukte durch thermisches Verbrennen setzt zwar wieder Kohlendioxid frei, aber eben nur die Menge, die früher vor Jahrzehnten gespeichert worden war. Das ganze System funktioniert natürlich nur, solange der Holzprodukt-Speicher kontinuierlich wächst, um so für die nächsten zwanzig bis dreißig Jahre der Atmosphäre Kohlendioxid durch Holznutzung entziehen zu können. In Deutschland und in Bayern wird jedoch bis jetzt noch relativ wenig Holz pro Kopf unserer Bevölkerung verwendet. Deshalb kann dieser Effekt sich deutlich noch steigern lassen und somit einen Beitrag für die Reduktion des Treibhausgases leisten.

Die Waldbesitzer im Landkreis, in Niederbayern und in Bayern leisten also sowohl mit der nachhaltigen Pflege ihrer Wälder, als auch mit der Bereitstellung von Holz für langlebige Holzprodukte einen wesentlichen Beitrag dafür, den Treibhauseffekt etwas zu mindern und werden somit auch dem Motto des Jahres der Wälder „Forstwirtschaft schafft Leben" gerecht. Mag auch in einzelnen Fällen und für einzelne Gebiete der Vorrang eines völligen Nutzungsverzichtes aus Gründen des Naturschutzes auch mal im Vordergrund stehen, so ist dennoch eine forstwirtschaftliche und über Generationen hinweg ausgelegte dauerhafte Nutzung unserer Wälder das zentrale Anliegen der Wald- und Forstwirtschaft. Hierfür setzen sich sehr viele Einrichtungen, Verbände und Organisationen ein. Für die verstärkte Holzverwendung vor allem das Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald, für die nachhaltige Nutzung der Bauern- und Waldbesitzerverband und für deren Einhaltung und Überwachung die Bayerische Forstverwaltung.

Verfasser:
Klaus Stögbauer, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing


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