Die Bayerische Forstverwaltung und die im Landkreis aktiven drei Waldbesitzervereinigungen Mitterfels, Schierling und Straubing setzen sich konsequent für eine umweltverträgliche, nachhaltige und schonende Waldbewirtschaftung bei uns ein. Die knapp 30.000 ha privaten Wälder zu erhalten bedeutet für die ca. 11.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in unserer Region gleichzeitig, ihre Wälder und damit den Rohstoff Holz in all seinen Facetten als CO2-neutralen Energie- und Baustoff bereitzustellen und zu vermarkten.

Um Wälder nachhaltig nutzen und somit den wertvollen Rohstoff Holz bereitstellen zu können, brauchen diese eine konsequente und schone Pflege, so der verantwortliche Bereichsleiter Forsten, Klaus Stögbauer. Wir beraten die Waldbauern bei Ihren Pflegevorhaben kostenlos und wertneutral und bekommen tatkräftige Unterstützung durch unseren aktiven Waldbauernvereinigungen hier in Straubing-Bogen. Das allerwichtigste sei die konsequente und stetige Pflege der Waldbestände, bereits seit frühester Jugend an. Wenn ein Waldbesitzer seine jungen Wälder mit den Ziel der Werterhaltung, Förderung der vorhandenen Mischbaumarten wie Buche, Eiche oder Tanne durcharbeitet, schlägt er gleich „mehrere Fliegen mit einer Klappe", so Stögbauer. Zum einen schafft er für die Kinder und Enkeln des Waldbesitzers überhaupt erst die Möglichkeit später wertvolle Holzstämme ernten zu können. Zum anderen wird der Wald durch geschaffenen Baumartenvielfalt auf die kommende Klimaveränderung gut vorbereitet. Gepflegte Wälder sind immer viel stabiler gegenüber Klimaeinflüssen, Stürmen oder Schädlingen, so die Forstexperten der Waldbauernvereinigungen. Und für die anstehende Holznutzung als wertvolles Energieholz, Bauholz für Möbel, Schreinerwaren, Holzhäuser werden die besten Hölzer frühzeitig gefördert.
Zur Waldpflege gehört natürlich eine schonende, sogenannte Feinerschließung der jeweiligen Waldflächen, um später auch mit modernen Maschinen die Holzernte durchführen zu können. Deshalb bieten die Waldbauernvereinigungen den Waldbesitzern bei der Jugendpflege als Service auch die rationelle Anlage von Rückegassen an. Alle 20-30 m wird im Waldbestand eine ca. 2,5-3,5 m breite Gasse angelegt, auf der künftig die modernen, bodenschonenden Holzerntemaschinen sich nur bewegen dürfen. Falls die Waldgebiete für Holz-LKWs nicht befahrbar sind, weil geeignete Forstwege fehlen, können die Waldbesitzer sich den sog. Forstwegebau ebenfalls fördern lassen. Ein Verfahren, dass leider derzeit noch viel zu wenig in Anspruch genommen wird, da es immer noch größere Waldgebiete im Landkreis gibt, die nur unvollständig zu pflegen und zu nutzen sind.

Erklärt sich ein Waldbesitzer bereit, seinen Wald durch eine Waldbauernvereinigung pflegen zu lassen, übernimmt diese mit ihrem forstlicher Personal die Auswahl und die Anlage dieser Feinerschließung bis hin zur Vermarktung des anfallenden Holzes. Sehr gerne kann der Waldbesitzer hierfür vorab auch Hilfe von den im Landkreis agierenden fünf staatlichen Förstern der Bayerischen Forstverwaltung hinzuziehen. Sind die Wälder nämlich geeignet, bekommt der Waldbesitzer noch 400 € pro Hektar Pflegeprämie dazu, so Stögbauer. Hierfür muss er allerdings im Vorfeld mit uns Kontakt aufnehmen und einige notwendigen Bedingungen erfüllen. Mit der Pflegeprämie sollen Waldbesitzer ermuntert werden, ihre Wälder zu pflegen und zu nutzen und diese zukunftsfit zu machen.

Weitere Infos zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung erhalten Sie bei den Waldbauernvereinigungen und beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ihrem Landkreis.

Verfasser:
Klaus Stögbauer, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing


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